Trauzeuge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trauzeugen ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur australisch-britischen Filmkomödie aus dem Jahr 2011 siehe Die Trauzeugen.

Ein Trauzeuge ist eine benannte Person, die bei einer Eheschließung anwesend ist und diesen Rechtsakt durch Unterschrift bezeugt.

Rechtliche Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Zur standesamtlichen Trauung sind in Deutschland seit dem 1. Juli 1998 keine Zeugen mehr vorgeschrieben. Nach §1312 BGB können von den Brautleuten jedoch bis zu zwei benannt werden. In der DDR gab es schon seit 1955 keine Trauzeugen mehr, mit dem Wegfall des DDR-Rechts im Zuge der Wiedervereinigung wurden diese aber 1990 für das Beitrittsgebiet zunächst wieder eingeführt.[1]

Auch bei der Begründung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz ist es möglich, dass zwei Zeugen benannt werden. (LPartG § 1, Abs. 2)

Rechtliche Situation in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich sind zwei Trauzeugen vorgeschrieben. Seit 1. November 2013 kann laut § 18 Abs. 3 Personenstandsgesetz 2013 (PStG 2013) die Trauung ohne oder mit nur einem Zeugen vorgenommen werden, wenn beide Verlobte dies erklären.

Im Falle einer Eingetragenen Partnerschaft sind keine Zeugen vorgesehen. Der Verfassungsgerichtshof hat jedoch im Jänner 2013 in seiner Entscheidung B 125/11 und B 138/11 klargestellt, dass auf Wunsch der Partnerschaftswerber zwei Begleitpersonen eine besondere Stellung einzuräumen sei und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Anlass in besonderer Weise mitverfolgen zu können.

Rechtliche Situation in der Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz (ZGB Art. 102) sind zwei Trauzeugen vorgeschrieben.

Kirchenrechtliche Situation[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche setzt gemäß CIC Can. 1108, §1 für eine gültige Eheschließung die Gegenwart von zwei Zeugen voraus. In der evangelischen Kirche wird die Gültigkeit einer zivilen Eheschließung anerkannt und ist Voraussetzung für eine anschließende kirchliche Segensfeier, bei der Trauzeugen anwesend sein können, aber nicht vorgeschrieben sind.[2]

Traditionen[Bearbeiten]

In der Regel wird ein Trauzeuge von der Braut, ein weiterer vom Bräutigam bestimmt. Die Platzierung der Trauzeugen ist nicht vorgeschrieben. Vor dem Ringwechsel übernimmt üblicherweise der Trauzeuge der Braut den Brautstrauß, während der Trauzeuge des Bräutigams die Ringe reicht. Aber auch hier gibt es Variationen.

Zudem ist es Brauch, dass der Trauzeuge sich federführend um die Planung und Umsetzung des Junggesellenabschiedes kümmert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freie Presse, 8. Juli 2011, S. B6, unter Bezug auf die Verordnung über Eheschließung und Eheauflösung (EheVO) vom 24. November 1955 (GBl. DDR I S. 849).
  2. Vgl. z.B. [ Hochzeit], Abhandlung auf der Website der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, abgerufen am 25. Februar 2014.
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!