Trimethylphosphit

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Strukturformel
Struktur von Trimethylphosphit
Allgemeines
Name Trimethylphosphit
Andere Namen
  • Phosphorigsäuretrimethylester
  • TMPI
Summenformel C3H9O3P
CAS-Nummer 121-45-9
Kurzbeschreibung

farblose, pyridinartig (in geringeren Konzentrationen stechend) riechende Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 124,08 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,05 g·cm−3 bei 20 °C [1]

Schmelzpunkt

−78 °C [1]

Siedepunkt

111 °C (1013 hPa) [1]

Dampfdruck

28 hPa bei 20 °C [1]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser [1]

Brechungsindex

1,4095 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​302​‐​315​‐​318​‐​319​‐​335Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
EUH: 014
P: 210​‐​260​‐​261​‐​262​‐​280​‐​302+352Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​305+351+338 [3][1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 10​‐​14​‐​22​‐​36/37/38
S: 26​‐​36​‐​45​‐​53
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Trimethylphosphit (TMPI) oder auch Phosphorigsäuretrimethylester ist eine farblose, übelriechende, giftige Flüssigkeit, die der Stoffgruppe der Phosphite angehört. Es kann zum Beispiel in der Arbuzov-Reaktion zur Herstellung von Phosphonaten und in der Perkow-Reaktion zur Synthese von Vinylphosphonaten verwendet werden.

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Trimethylphosphit kann leicht durch die Umsetzung von Phosphortrichlorid mit Methanol erhalten werden.[5]


Synthese von Trimethylphosphit

Eigenschaften[Bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Trimethylphosphit ist eine farblose Flüssigkeit, die bei Normaldruck bei 111 °C siedet. Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend ln(P) = A−(B/(T+C)) (P in Pa, T in K) mit A = 20,15306, B = 2519,7227 und C = −89,44893 im Temperaturbereich von 302 bis 343 K[6]

Trimethylphosphit bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 21 °C.[1] Der Explosionsbereich liegt zwischen 5,2 Vol% als untere Explosionsgrenze (UEG) und 61,2 Vol% als obere Explosionsgrenze (OEG).[1] Die Zündtemperatur beträgt 250 °C.[1] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3. Bei Kontakt mit Wasser erfolgt eine heftige Zersetzung.[1]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]

Durch die Umsetzung mit Alkylhalogeniden können in einer Arbuzov-Reaktion die entsprechenden Phosphonsäureester erhalten werden.[7]

Trimethyl phosphite Arbuzov reaction.svg

In einer Perkow-Reaktion ergeben sich mit α–Halogenketonen organische Vinylphosphate.[7]

Trimethyl phosphite Perkow reaction 01.svg

Aus 1,2-Diolen können nach Corey-Winter in einer zweistufigen Synthese nach Umsetzung mit Thiophosgen zum Thiocarbonat und anschließender Reduktion mit Trimethylphosphit die entsprechenden Alkene erhalten werden. Dabei verläuft der Abbauschritt der Thiocarbonatzwischenstufe stereoselektiv. So resultieren mit guter Ausbeute aus den cis-1,2-Diolen die cis-Alkene bzw. aus trans-1,2-Diolen die trans-Alkene.[7]

Trimethyl phosphite Corey-Winter elimination cis.svg

Trimethyl phosphite Corey-Winter elimination trans.svg

Verwendung[Bearbeiten]

Die Verbindung wird als Methylierungs- und Phosphorylierungsmittel vor allem bei der Synthese von Insektiziden und Herbiziden. verwendet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Eintrag zu CAS-Nr. 121-45-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 12.03.2013 (JavaScript erforderlich)
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-510.
  3. a b Datenblatt Trimethyl phosphite bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 12. März 2013 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Trimethylphosphit. In: Römpp Online. Georg Thieme, abgerufen am 7. August 2012.
  6. Dutt, N.V.K.; Kahol, A.P.; Jyothiraju, P.: Vapor Pressure of Trimethyl Phosphite and Triethylamine in J. Chem. Eng. Data 27 (1982) 389–370, doi:10.1021/je00030a001.Anpassung der Messdaten nach Antoine durch Bearbeiter
  7. a b c e-EROS Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis, 1999-2013, John Wiley and Sons, Inc., Eintrag für Trimethyl phosphite, abgerufen am 8. August 2013.