Tutsi
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Die Tutsi sind eine in den ostafrikanischen Staaten Ruanda und Burundi sowie im östlichen Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo lebende Volksgruppe.
In vorkolonialer Zeit gab es in Ruanda und Burundi ein Nebeneinander der Gruppen der Tutsi und der Hutu, sowie des Volks der Twa. Die Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi wurde von den Kolonialmächten Deutschland und Belgien manifestiert. Kriterium für die Aufteilung der Ruander war bei der 1934/35 vorgenommenen Volkszählung beispielsweise der Umfang des Rinderbesitzes. Hierbei war Tutsi, wer mehr als zehn Rinder besaß und Hutu, wer weniger Rinder sein Eigen nannte. Diese Maßnahme ermöglichte es den Kolonialmächten, eine einheimische Elite zu bilden, die die verbliebenen Volksgruppen (im Sinne der Kolonialherren) regieren konnte. Diese ethnologisch fragwürdige Teilung der Bevölkerung führte zu starken Konflikten zwischen der Minderheit der Tutsi und den zahlenmäßig überlegenen Hutu, die sich nach Abzug der Kolonialmächte schließlich in lange anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzungen und mehreren Massentötungen der jeweils anderen Gruppe entluden. Den international bekanntesten Fall stellt dabei der Völkermord in Ruanda aus dem Jahr 1994 dar.
Heute spielen die Tutsi die dominierende Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermordes in den so genannten Gacaca-Gerichten.
[Bearbeiten] Literatur
- Benjamin Sehene: Le Piège Ethnique (Die ethnische Falle), Éditions Dagorno, Paris, 1999 ISBN 2-910019-54-3
- Helmut Strizek: Geschenkte Kolonien, ISBN 3-86153-390-1, (Rezension des Buches bei Deutschlandradio Kultur)
- Karen Krüger: An ihren Fingern wollt ihr sie erkennen? (FAZ, 15. April 2005)
- N. Eltringham (Hrsg.) Accounting for Horror: post-genocide debates in Rwanda. London: Pluto Press.

