Ulrepforte

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Kölner Ulrepforte, vorne hell die Caponniere, dahinter die beiden Halbtürme, dazwischen der Bogen des ursprünglichen Tores und der Mühlenturm
Pfeiler des Mühlenumgangs

Die Ulrepforte wurde im frühen 13. Jahrhundert als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln errichtet. Sie wird urkundlich das erste Mal 1245 erwähnt. Die Ulrepforte ist mit starken baulichen Veränderungen erhalten. Vor ihr führt die Straße Sachsenring vorbei.

Die Ulrepforte war mit vier Metern Weite das kleinste der landseitigen Stadttore. Da sich feldseitig keine Landstraße anschloss, wird das Tor vermutlich keine Bedeutung für den Verkehr gehabt haben.

Benennung[Bearbeiten]

Der Name geht auf die hier im Mittelalter tätigen „Ulner“ (auch Üler, Euler = Töpfer) zurück, die ihr Handwerk wegen der Brandgefahr in unbewohnteren Gegenden ausüben mussten. Dieser Bereich war bis Anfang des 19. Jahrhunderts gärtnerisch oder bäuerlich genutzt.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Erste Erdarbeiten (Gräben, Wälle) für die halbkreisförmig um die Stadt geplante Stadtbefestigung begannen ab 1179, und am 27. Juli 1180 erteilt hierzu der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg die Erlaubnis[1]. Ab 1200 wird die Mauer[2], zwischen 1220 und 1250 werden die 16 Tore errichtet. Dem damaligen Landeskonservator Udo Mainzer zufolge[3] war die Ulrepforte als eines der ersten Tore etwa um 1230 fertiggestellt. Im Jahre 1245 wird erstmals ein Stadttor an dieser Stelle im Schreinsbuch der Pfarrei St. Severin erwähnt.

Die Ulrepforte war als Doppelturmtor mit einem mehrgeschossigen Mittelbau mit Durchfahrt ausgeführt. In den Berichten über die Versöhnung von Erzbischof Engelbert von Falkenburg und der Stadt Köln im Jahre 1271 wird dieses Stadttor erstmals als Ulrepforte bezeichnet. Das Tor war von zwei halbkreisförmigen und stadtseitig offenen Halbtürmen flankiert. Die Halbtürme dienten sowohl der Stabilisierung der Mauer als auch militärischen Zwecken. Sie ermöglichten den Verteidigern, aus einer vor der Stadtmauer liegenden, geschützten Position parallel zu derselben zu schießen. Das Ulretor war etwa 4 Meter breit und hatte somit den schmalsten Durchgang aller kölnischen Stadttore. Um 1450 wurde das Tor zugemauert sowie die beiden Tore und der Turm zur „Kartäuser Windmühle“ umgebaut. Dazu wurde – erstmals 1446 erwähnt – ein 23,50 Meter hoher Mühlenturm stadtseitig an den nördlichen Halbturm dran- und draufgesetzt. Der umgebende Mühlengang wird ähnlich wie bei der Gereonsmühle von acht Kreuzgewölben getragen. Dies erforderte auf der Feldseite eine noch heute gut erkennbare Erhöhung der Mauer um einen Meter.

Dem Tor wurde – wahrscheinlich im 15. Jahrhundert – eine zweigeschossige rechteckige Caponniere im Graben vorgesetzt.

1841 ging die Karthäuser Mühle aus städtischem in Privatbesitz über. Im Besitz des Industriellen Franz Carl Guilleaume, der in der Nähe produzierte und auch wohnte, wurden der 20 m hohe Turm mit Caponniere 1886 von Dombaumeister Vinzenz Statz zu einer Weinwirtschaft umgebaut. Die Caponniere wurde als Weinkeller genutzt und mit Gasträumen überbaut. Der Turm erhielt einen Aussichtsraum mit umlaufender hölzerner Galerie. Das frühere Kegeldach wurde durch eine gotisierte Spitzhaube ersetzt.

1907 wurde das Gebäude der Stadt als Schenkung von Antoinette von Guilleaume übertragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die "Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V." die Ulrepforte gepachtet.

Aufgrund ihrer Initiative wurde das Bauwerk ab 24. September 1955 entschuttet und nach der Einweihung am 30. September 1956 Stammsitz des Vereins. Seit dieser Zeit wird es von den Roten Funken und mit Hilfe des "Verein der Freunde und Förderer der Ühlepooz 'Fritz Everhan-Stiftung' e.V." umfassend restauriert und instand gehalten. Im Jahre 2007 wurde das Dach mit Moselschiefer in Altdeutscher Deckung neu eingedeckt.

Erhaltene mittelalterliche Stadtmauer am Sachsenring[Bearbeiten]

200 Meter westlich der Ulrepforte ist am Sachsenring ein weiterer Teil der mittelalterlichen Stadtmauer mit zwei Wehrtürmen erhalten. Ebenso wie beim Fragment an der Gereonsmühle lässt sich hier die Bauweise der Stadtmauer erkennen. Sogar der Graben vor der Mauer ist hier noch erhalten.

Im östlichen der beiden Wehrtürme befinden sich heute die Vereinsräume der Karnevalsgesellschaft Blaue Funken, die sich ebenso wie die „Roten Funken“ auf die früheren Kölner Stadtsoldaten beziehen. Die Blauen Funken wurden 1870 gegründet. Im westlichen Wehrturm hat die Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. ihren Sitz. Diese Gesellschaft hat es sich wie die beiden oben genannten zur Aufgabe gemacht, die Reste der Stadtmauer zu pflegen und sie den Kölnern als Denkmal zu erhalten.

Denkmalrelief[Bearbeiten]

Denkmal zur Schlacht an der Ulrepforte auf der Kölner Stadtmauer am Sachsenring

Das Denkmalrelief wurde im Jahre 1360 in die oben beschriebene Stadtmauer eingefügt und wird 1378 erstmals bezeugt. Es handelt sich um Kölns, eventuell sogar Deutschlands, ältestes Denkmal zur Erinnerung an ein historisches Ereignis. Das Original ist seit 1983 im Kölnischen Stadtmuseum zu besichtigen. Eine Kopie befindet sich feldseitig neben dem nördlichen Turm.

Die Darstellung erinnert an die Nacht zwischen dem 14. und 15. Oktober 1268. Nach einer Geschichte, die der Stadtschreiber Gottfried Hagen in seiner Reimchronik der Stadt Köln erzählt, drangen unter Herzog Adolf V. von Berg und dem Grafen Dietrich von Kleve 5000 Mann durch einen unter der Mauer führenden Tunnel, den der Schuster Konrad Havenith angelegt hatte, in die Stadt ein. Sie kamen dem Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg zu Hilfe, der mit den Kölner Bürgern in Fehde lag. Das Relief ist in goldenen Lettern unterschrieben mit: „Anno Domini MCCLXVIII up der heilger more naicht do wart hier durch de mure gebrochen“ (Im Jahre 1268 in der Nacht des heiligen Mohren (Hl. Gregorius Maurus, 15.10.) wurde hier durch die Mauer von dem Patriziergeschlecht der Weisen [eine Bresche] gebrochen). Der Plan wurde denunziert, und die alarmierten Kölner Bürger setzten sich unter der Führung von Matthias Overstolz heftig und schließlich erfolgreich zur Wehr. Dem Denkmal dürfte der Erhalt dieses Teils der Kölner Stadtmauer zu verdanken sein.

Diese Überwindung der Kölner Stadtmauer sollte einmalig bleiben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Fuchs, Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 1, 1990, S. 164
  2. "Monumenta Germaniae Historica" SS 16, S. 743
  3. Udo Mainzer, Stadttore im Rheinland, Hrsg.: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., Jahrbuch 1975

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln., Zweiter Band, IV. Abteilung, Die profanen Denkmäler.; Hrsg.: Paul Clemen, 1930

Medien[Bearbeiten]

  • Rheinhard Zeese: 1900 Jahre befestigtes Köln, CD , LEB - Brühl, 2006

Weblinks[Bearbeiten]

50.9253527777786.9506361111111Koordinaten: 50° 55′ 31″ N, 6° 57′ 2″ O