Ulrich Greifelt

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Ulrich Heinrich Emil Richard Greifelt (* 8. Dezember 1896 in Berlin; † 6. Februar 1949 in Landsberg) war ein deutscher SS-Obergruppenführer, Generalleutnant der Polizei und verurteilter Kriegsverbrecher.

Leben[Bearbeiten]

Greifelt, Sohn eines Apothekers, nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil.[1] Nach Kriegsende schied er aus der Armee im Rang eines Oberleutnants aus.[2] Anschließend gehörte er einem Freikorps an.[1] Während der Weimarer Republik war Greifelt als Ökonom bei einer Berliner Aktiengesellschaft tätig, bis er aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage in Deutschland 1932 entlassen wurde.[2]

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten trat Greifelt Anfang April 1933 der NSDAP (Mitgliedsnr. 1.667.407) und im Juni 1933 der SS (SS-Nr. 72.909) bei.[3] Ab August 1933 war Greifelt Referent im Stab des Reichsführer-SS Heinrich Himmler. Von Anfang März 1934 bis Mitte Juni 1934 war Greifelt geschäftsführend Stabschef des SS-Oberabschnitts Mitte/Elbe und anschließend bis Mitte Januar 1935 in selber Funktion beim SS-Oberabschnitt Rhein/Rhein-Westmark/Westmark. Danach leitete er die Zentralkanzlei des SS-Hauptamtes.[3]

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Greifelt im Oktober 1939 zum Leiter der Dienststelle Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums ernannt. Er war maßgeblich an der „Planung und Durchführung der Bevölkerungsverschiebung im Rahmen des Generalplans Ost“ beteiligt.[3] In der SS stieg Greifelt am 30. Januar 1944 bis zum SS-Obergruppenführer und General der Polizei auf.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Greifelt im Prozess Rasse- und Siedlungshauptamt der SS als Hauptverantwortlicher für die Vertreibung von Menschen aus Slowenien, Elsass, Lothringen und Luxemburg am 10. März 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verstarb während der Haft im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf - Die Geschichte der SS, Augsburg 1998, S. 283.
  2. a b Bastian Hein: Elite für Volk und Führer? Die Allgemeine SS und ihre Mitglieder 1925-1945, Oldenbourg, München 2012, S. 75.
  3. a b c Angelika Ebbinghaus und Karl Heinz Roth: Kurzbiografien zum Ärzteprozess. In: Klaus Dörner (Hrsg.): Der Nürnberger Ärzteprozeß 1946/47. Wortprotokolle, Anklage- und Verteidigungsmaterial, Quellen zum Umfeld., München 2000, S. 92.
  4. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 198
  5. Zum Raub kleiner Kinder (2 - 6 Jahre) und ihre Übergabe an den Lebensborn, oder an SS-Familien (bei Älteren). Bemerkenswert ist das deutsche Bewusstsein, dass der Kindesraub völkerrechtlich ein Verbrechen war; Greifelt schrieb zur Sprachregelung vor: "deutsche Waisenkinder aus den wiedergewonnenen Ostgebieten" statt der korrekten Bezeichnung "eindeutschungsfähige Polenkinder."