Umarmung

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Frau, die ihre Tochter umarmt (Gemälde von Élisabeth Vigée-Lebrun)
Zwei Männer, die sich umarmen

Eine Umarmung ist eine Form von Körperkontakt, bei der normalerweise mit den Armen der Hals, der Rücken oder die Taille einer anderen Person umfasst wird; wenn mehr als zwei Personen beteiligt sind, spricht man meist von einer Gruppenumarmung. Bei einer Umarmung findet nonverbale Kommunikation statt, die häufig durch Küssen, Augenkontakt oder andere Gesten ergänzt wird. Je nach Situation, Kulturkreis und sozialer Beziehung kann eine Umarmung ein Ausdruck von Vertrautheit, Liebe, Zuneigung oder Freundschaft sein.[1] Häufig umarmen sich Menschen als Zeichen von Anerkennung, Unterstützung, Ermutigung oder Trost.

Obwohl eine Umarmung als Eingriff in den persönlichen Bereich gilt, kann sie meist auch in der Öffentlichkeit ohne Stigmatisierung durchgeführt werden. Erfolgt sie unerwartet, wird sie oft als Verletzung der persönlichen Distanz aufgefasst.

Verbreitung[Bearbeiten]

Zwischen älteren Personen findet eine Umarmung in der Regel nicht als Ritual statt. Unter jüngeren Menschen, insbesondere bei Frauen und Mädchen, hat sich die Umarmung jedoch sowohl in Europa, als auch in den USA zu einer beliebten Begrüßungsgeste entwickelt.[2] Einige Schulen in den Vereinigten Staaten führten daher Einschränkungen und Verbote von Umarmungen ein, was starke Proteste der Schülerschaft verursachte.[3]

Kinder umarmen häufig Spielzeuge wie beispielsweise Puppen oder Kuscheltiere, zumeist aber ihre Eltern, wenn sie bei ihnen Schutz suchen, weil sie Angst haben oder sich bedroht fühlen.[4]

In Spanien und Lateinamerika sind Umarmungen als Gruß zu besonderen Festen und Anlässen, wie etwa an Neujahr üblich. In der römisch-katholischen Kirche kann eine Umarmung im Rahmen des Friedenskusses ersatzweise anstelle eines Kusses durchgeführt werden.

In einigen Kulturen wird eine Umarmung nicht als Symbol von Zuneigung oder Liebe verstanden, so zum Beispiel im Volk Himba in Namibia.

Umarmungen unter Tieren[Bearbeiten]

Das Umarmen ist kein Verhalten, das ausschließlich beim Menschen vorkommt. Patricia McConnell hat jedoch festgestellt, dass Hunde weniger gerne umarmt werden als Menschen und andere Primaten, da das Ausbreiten eines Körperteils über einem anderen Tier für sie ein Ausdruck der Dominanz ist.[5]

Gesundheitliche Folgen[Bearbeiten]

Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Umarmungen positive Auswirkungen auf die Gesundheit besitzen. Studien haben gezeigt, dass sie die Bildung der Hormone Oxytocin und Prolaktin fördern, den Blutdruck reduzieren, sowie eine vorbeugende Wirkung gegen Depressionen besitzen.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Umarmung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Umarmung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kathleen Keating: The Hug Therapy Book. Hazelden PES, 1994, ISBN 1568380941. (englisch)
  2. Sarah Kershaw: For Teenagers, Hello Means 'How About a Hug?'. The New York Times. 27. Mai 2009. Abgerufen am 29. Mai 2009. (englisch)
  3. Denise Grant: Students pan hugging ban. 15. April 2010. Abgerufen am 2. Juni 2012. (englisch)
  4. Umarmungen trösten Kinder bei Angst am besten. 25. Juni 2010. Abgerufen am 8. März 2012.
  5. Patricia McConnell: The Other End of the Leash, 1st, Ballantine Books, June 4, 2002, ISBN 978-0345446794. (englisch)
  6. How hugs can aid women's hearts. BBC News. 8. August 2005. Abgerufen am 28. November 2008. (englisch)
  7. Sarah Wagner: Heilsame Berührung: Umarmung ersetzt Pillen. 4. Oktober 2011. Abgerufen am 8. März 2012.