United Wa State Army

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Fahne des De-facto-Wa-Staats in Myanmar

Die United Wa State Army (UWSA) ist der bewaffnete Arm der United Wa State Party (UWSP), einer politischen Gruppierung, die sich für die ethnische Minderheit der Va im Shan-Staat von Myanmar (Birma) einsetzt. Die UWSA gilt als eine der am besten bewaffneten und mit 20.000 – 30.000 Soldaten als eine der kampfstärksten autonomen Milizen in Myanmar. Die UWSA hält sich an den Waffenstillstand, den sie mit der birmanischen Militärregierung, dem SPDC (State Peace and Development Council), geschlossen hat. Die UWSA wird oft mit der Herstellung von Drogen in Zusammenhang gebracht. Auch ist die UWSA für ihre großangelegten Umsiedlungsaktionen von Bergbewohnern in Täler bekannt. Ihr werden gravierende Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Das Hauptquartier der UWSA befindet sich in Panghsang an der chinesisch-birmanischen Grenze am Namkha-Fluss. Die UWSA wird von China finanziell unterstützt und mit Waffen versorgt. [1] Der President der UWSA und der UWSP ist Bao Youxiang[2] Am 17. April 2009 feierte die UWSA den zwanzigsten Jahrestag seit ihrer Gründung.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die UWSA und die UWSP entstanden aus einer Rebellion in den Reihen der Communist Party of Burma (CPB) im Jahre 1988, die ihre niederen Dienstgrade primär aus der Minderheit der Wa rekrutierte. Nach Jahrzehnten schwerer Kämpfe waren es die meisten Wa jedoch leid, weiter gegen die Zentralregierung Birmas zu kämpfen. Die UWSA / UWSP wurden als politische Gruppierungen 1989 von der birmanischen Regierung anerkannt. In einem Vertrag mit Khin Nyunt wurde vereinbart, dass die UWSA ihre Waffen behalten könne. Auch wurde ihr Autonomie in der sogenannten Special Region 2 zugesichert. Aus dieser Region entstand der quasi autonome Wa-Staat. Der Wa-Staat umfasst ein Gebiet im Nordosten des Shan-Staats an der Grenze zu China. Des Weiteren beherrscht die UWSA-Süd Gebiete an der Grenze zu Thailand im Süden des Shan-Staats. Die Division 171, die das Gebiet beherrscht, wurde von Va Soldaten der KMT Kuomintang Division 525 gegründet, die im Kalten Krieg im Auftrag der Thai die Grenze beschützten, und schloss sich 1989 der UWSA an.[4]

Die UWSA war in der Vergangenheit in schwere Kämpfe mit anderen Rebellengruppen im Shan-Staat verwickelt, unter anderem mit der Muang Tai Army (MTA) des gefürchteten Drogenhändlers Khun Sa und mit der Shan State Army-South (SSA-S), einer Gruppierung, die immer noch Widerstand gegen das SPDC-Militärregime leistet.

UWSA und Drogen[Bearbeiten]

In der Vergangenheit wurde in den von der UWSA kontrollierten Gebieten massiv Opium angebaut. Offiziell hat die UWSA aber den Anbau von Opium in ihren Gebieten im Jahre 2005 verboten. Da Opium nur in bergigen Lagen gedeiht, wurden Wa-Bewohner in abgelegenen Bergregionen in fruchtbare Täler umgesiedelt, oftmals gegen den Widerstand der betroffenen Bewohner. Dabei kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen.

Die UWSA wurde am 29. Mai 2003 von der US-Regierung als eine mit Drogen handelnde Organisation eingestuft. Es wurde behauptet, bei der UWSA handele es sich um die größte drogenproduzierende Organisation in Südostasien. Mehrere führende Mitglieder der UWSA wurden in den Vereinigten Staaten in Abwesenheit des Drogenschmuggels angeklagt und verurteilt. Auf den Führer der UWSA-Süd, Wei Hsueh Kang, die im Grenzgebiet zu Thailand gegenüber der thailändischen Provinz Chiang Rai operiert, hat die amerikanische Regierung ein Kopfgeld in Höhe von 2 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Die thailändische Regierung beschuldigt die UWSA, im thailändisch-birmanischen Grenzgebiet Methamphetaminlabors zu betreiben.

Verhältnis zum SPDC[Bearbeiten]

Das Verhältnis der UWSA zum SPDC (State Peace and Development Council) kann man als gespannt bezeichnen. So versuchte das SPDC in der Vergangenheit Druck auf die UWSA auszuüben ihre Waffen abzugeben, oder aber in die birmanische Armee integriert zu werden. Auch versuchte das SPDC verstärkten Einfluss auf die Gebiete der UWSA zu nehmen. Des Weiteren versuchte das SPDC die UWSA zu zwingen gegen die Shan State Army-South (SSA-S) militärisch vorzugehen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die UWSA den bewaffneten Kampf gegen die Zentralregierung wieder aufnimmt. Das Hauptquartier der UWSA in Panghsang wird zurzeit mit Hilfe chinesischer Spezialisten gegen Fliegerangriffe gesichert. (2006)[5] Auch verfügt das UWSA Hauptquartier über SA 7 Flugabwehrraketen Chinesischer Produktion. [6]

Spannungen mit der Zentralregierung[Bearbeiten]

Seit 2009 versucht die Regierung von Myanmar die bewaffneten Gruppen, die Waffenstillstandsvereinbarungen getroffen haben in ihr Border Guard Forces Programm , kurz BGF zu zwingen, Dabei soll die Befehlsgewalt dieser Gruppen an das Militär von Myanmar übergehen. Gruppen , die sich dem Border Guard Programm anschließen wird eine weitgehende Autonomie in der neuen Verfassung versprochen. Gruppen, die sich nicht in das Programm integrieren lassen wollen, sollen nach dem 28. April 2010 verboten werden.[7] Das Militär droht mit einem bewaffneten Vorgehen gegen Gruppen, die sich weigern Teil des Militärs zu werden, Und das Militär hat ein Beispiel statuiert indem es 2009 in die Special Region Nr. 1 Kokang einmarschiert ist. Im August 2009 kam es Kokang zu bewaffneten Auseinandersetzungen myanmarischer Regierungstruppen mit der Waffenstillstands-Armee MNDAA, in deren Folge Regierungstruppen die Kontrolle in dem Gebiet übernahmen und bis zu 37.000 Menschen aus dem Gebiet über die Grenze nach China flohen.[8] "In der Wa-Region in Myanmar (Birma) droht ein neuer Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen." stellte das Deutsche Außenministerium fest.[9]Ein Gegenvorschlag der WA-Regierung, die zu einer friedlichen Lösung führen könnte, wurde von der Unions Regierung Anfang April abgelehnt.[10] General Yawdserk von der Shan State Army South, einer Rebellenarmee, die keinen Waffenstillstand mit der Regierung geschlossen hat, warnte am 27 April 2010, dass das BGF Programm Myanmar und den WA-Staat in einen neuen Bürgerkrieg stürzen könnte. Auch eine Zusammenarbeit der UWSA mit der SSA-S ist nicht mehr auszuschließen.[11]

Fraktionen[Bearbeiten]

In der UWSA 171 Militärregion bestehen zwei konkurrierende Fraktionen.

Die Fraktion der ehemaligen Kuomintang, geführt von Wei Xuegang. Wei Xuegang ist der offizielle Führer der Militärregion 171 an der thailändischen Grenze. Ihm unterstehen die 772, die 775 und die 778 Brigade.

Die Fraktion der ehemaligen CPB, der Kommunistischen Partei Burmas, welche vom VA Führer Bao Youxiang geführt wird. Der Fraktion unterstehen die 248 Brigade in Hoyawd und die 518 Brigade in Mongyawn

Es ist durchaus möglich, dass sich Wei Xuegang von der UWSA abspalten könnte. Wei Xuegang ist zu einer engeren Kooperation mit dem Militär bereit wie Bao Youxiang und eher bereit gegen die Shan State Army South militärisch vorzugehen, während Bao Youxiang enger mit China kooperiert. Differenzen gibt es auch im Umgang in der Drogenfrage. Bao Youxiang hält an einem Opium Anbau Stopp fest, da er darin die einzige Chance sieht, mit China kooperieren zu können.[12]

Jedenfalls führt die Regierung getrennte Gespräche mit beiden Gruppen.[13] Ein leitender Politiker der VA erklärte der SHAN Herald Nachrichtenagentur : “He [Wei Xuegang] thinks in terms of money. And we are aware that the Burma Army is trying to win him over. But I don’t think he will leave us. However, in case he does, the damage will be minimal.” "Er [Wei Xuegang] denkt nur an Geld. Es ist uns bekannt, dass die burmesische Armee ihn zum Überlaufen gewinnen möchte. Ich glaube nicht, dass er überlaufen wird. Wenn er aber überlaufen würde, wäre der Schaden nicht groß."[14]

Verwechselungsgefahr[Bearbeiten]

Nicht verwechseln darf man die UWSA mit der WNO Wa National Organisation und der WNA Wa National Army. Diese Gruppierungen haben keinen Waffenstillstand mit der Myanmarischen Militärregierung geschlossen, und haben ihr Hauptquartier im Grenzgebiet der thailändischen Provinz Mae Hong Son. Siehe auch Maha Sang.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. China remains the UWSA's sole patron and arms supplier [1]
  2. The meeting was invited by Bao Youxiang, President of the "Special Region No.2 Government"[2]
  3. Founding of Wa army to be celebrated [3]
  4. Division 171, formerly Division 525, was formed out of former Wa fighters in the Kuomingtang forces and became part of the UWSA in 1989[4]
  5. Additionally, the recent arms delivery included 14.5 mm ZPU heavy machine guns, a new weapons system in the UWSA's arsenal that is effective against low altitude aerial assault[5]
  6. In addition, in 2001, the UWSA acquired an unspecified number of HN-5N surface-to-air missiles (the Chinese version of the Russian-made SA-7)[6]
  7. BGF deadline for armed groups extended again [7]
  8. Myanmar - Innenpolitik. Ethnische Minderheiten und Insurgenten-Problem. Auswärtiges Amt, abgerufen am 30. März 2011.
  9. Myanmar: Krieg mit Rebellen im Wa-Staat droht[8]
  10. Naypyitaw turns down Wa’s latest proposal[9]
  11. Shan rebel leader warns Burma Army[10]
  12. China sees to it Wa keeps the lid on opium production [11]
  13. Two offers for two Wa factions [12]
  14. Wa official: No answers to junta’s questions until ours are answered [13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]