Wa-Staat

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Dieser Artikel behandelt den Staat in Myanmar. Der Begriff bezeichnet aber auch das frühe Japan.

22.16666666666799Koordinaten: 22° N, 99° O


Wa-Staat
Wa nationality flag.png
Hauptstadt Panghsang
Fläche 9.600 km²
Bevölkerung 558.000 (2005)
Ethnien Wa
Kachin-Staat Sagaing-Division Mandalay-Division Chin-Staat Magwe-Division Rakhaing-Staat Kayah-Staat Bago-Division Yangon-Division Irawadi-Division Mon-Staat Kayin-Staat Tanintharyi-Division Shan-Staat Laos China China Bangladesch Indien Indien ThailandWa-staat.png
Über dieses Bild

Der Wa-Staat[1] (chinesisch 佤邦Pinyin Wǎ Bāng) ist ein quasi autonomer, aber nicht offiziell anerkannter Staat in Myanmar. Offiziell ist er ein Teil des Shan-Staats. Der offizielle Name der Zentralregierung ist weiterhin Special Region 2 des Shan-Staats. Der Wa-Staat liegt an der Grenze zur chinesischen Provinz Yunnan. Die Hauptstadt ist Bangkang (chinesisch 邦康Pinyin Bāngkāng auch Panghsang 邦桑 genannt).

Macht und Verwaltung[Bearbeiten]

Der Wa-Staat entstand aus der Special Region 2 nach einem Waffenstillstand zwischen der United Wa State Army (UWSA) und der Militärregierung in Myanmar, dem State Peace and Development Council, im Jahre 1989. Das Land wird von der United Wa State Party (UWSP) regiert. Der UWSP wurde in einem Vertrag weitestmögliche Autonomie zugesichert, solange keine neue Verfassung für Myanmar verabschiedet wird. Darüber hinaus besitzt der Wa-Staat mehrere Exklaven an der myanmarisch-laotischen Grenze und an der Grenze zu Thailand. Offizielle Sprachen sind Wa und Mandarin. Sehr wenige Menschen sprechen Birmanisch. In den Schulen wird das Curriculum aus Yunnan, und nicht das aus Myanmar gelehrt.[2]

Politische Ämter[Bearbeiten]

Der Präsident des Wa-Staats ist Bao Youxiang, Gründer der UWSP. Chef-Administrator ist sein älterer Bruder Bao Youri. Für die Sicherheit des Landes ist ein anderer Bruder, Bao Youliang, zuständig.[3]

Drogenproblematik[Bearbeiten]

Der Wa-Staat steht eng im Zusammenhang mit der Opiumproduktion in Myanmar und wird oft als ein Land beschrieben, das von Drogenhändlern regiert wird. Dies behauptete die US-amerikanische Regierung zuletzt in den Jahren 2003 und 2005. Offiziell wurde der Wa-Staat 2005 von der UWSP zur drogenfreien Zone erklärt und der Anbau von Opium verboten. Diese Maßnahme gilt nicht als unumstritten, selbst bei den Vereinten Nationen.[4]

Geographie und Wirtschaft[Bearbeiten]

Karte des Wa-Staats mit Panghsang.

Das Land bzw. die Special Region 2 des Shan-Staats liegt zwischen dem Saluen-Fluss und der Grenze zu China. Es ist in erster Linie gebirgig mit tiefen Tälern. Der tiefsten Punkte liegen zirka 600 Meter über dem Meeresspiegel, die höchsten Berge sind über 3000 Meter. Der Wa-Staat war in der Vergangenheit stark vom Opiumanbau, vom Handel mit Opium und der Produktion von Heroin abhängig. Seit einiger Zeit gibt es aber Bestrebungen, das zu ändern.[5] So wurden mit chinesischer Hilfe große Kautschukplantagen angelegt. China hilft auch beim Pflanzen von Tee.[6] Durch die Umsiedlung von Einwohnern aus den Bergregionen in fruchtbare Täler sollen diese zur Kultivierung von Nassreis, Mais und Gemüse animiert werden. Auch werden im Wa-Staat Spielcasinos betrieben. Der Wa-Staat ist wirtschaftlich stark von seinem chinesischen Nachbarn abhängig. China unterstützt den Wa-Staat finanziell, mit militärischen und zivilen Beratern sowie Waffen.[7] Des Weiteren läuft ein Hilfsprogramm der Vereinten Nationen, um die Not der ehemaligen Opiumbauern zu lindern.[8]

Umsiedlungen[Bearbeiten]

In den letzten Jahren wurden Zehntausende von Menschen (andere Quellen reden von über hunderttausend) vom Wa-Staat und dem zentralen Shan-Staat an die Grenze zu Thailand umgesiedelt, oftmals unter Zwang. Beobachter glauben, dass mit diesen Aktionen die Position der Va im Süden des Shan-Staats gestärkt werden soll. Auch wurden Va von Dörfern auf Bergspitzen in die umliegenden Täler umgesiedelt, offiziell um den Bewohnern eine Alternative zum Anbau von Opium zu bieten. Während der Umsiedlungen wurde von gravierenden Menschenrechtsverletzungen berichtet.[9]

Spannungen mit der Zentralregierung[Bearbeiten]

Seit 2009 versucht die Regierung von Myanmar die bewaffneten Gruppen, die Waffenstillstandsvereinbarungen getroffen haben in ihr Border Guard Forces Programm , kurz BGF zu zwingen, Dabei soll die Befehlsgewalt dieser Gruppen an das Militär von Myanmar übergehen. Gruppen , die sich dem Border Guard Programm anschließen wird eine weitgehende Autonomie in der neuen Verfassung versprochen. Gruppen, die sich nicht in das Programm integrieren lassen wollen, sollen nach dem 24. April 2010 verboten werden. Das Militär droht mit einem bewaffneten Vorgehen gegen Gruppen, die sich weigern Teil des Militärs zu werden, Und das Militär hat ein Beispiel statuiert, indem es 2009 in die Special Region Nr. 1 Kokang einmarschiert ist. „In der Wa-Region in Myanmar (Birma) droht ein neuer Krieg zwischen Rebellen und Regierungstruppen“, stellte das Auswärtige Amt fest.[10] Ein Gegenvorschlag der WA-Regierung, die zu einer friedlichen Lösung führen könnte, wurde von der Unions Regierung Anfang April abgelehnt.[11] General Yawdserk von der Shan State Army-South, einer Rebellenarmee, die keinen Waffenstillstand mit der Regierung geschlossen hat, warnte am 27. April 2010, dass das BGF Programm Myanmar und den WA-Staat in einen neuen Bürgerkrieg stürzen könnte. Auch eine Zusammenarbeit der UWSA mit der SSA-S ist nicht mehr auszuschließen.[12]

Gliederung[Bearbeiten]

Distrikte des Wa-Staats

Der Wa-Staat umfasst sieben Bezirke (Townships) des Shan-Staats. Intern teilen die Verwaltungsbehörden des Wa-Staats ihr Gebiet in 15 Distrikte auf.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrew Marshall, Anthony Davis: Soldiers of Fortune, Time vom 16. Dezember 2002: In return for keeping the peace, the UWSA was given full autonomy over what the regime termed “Special Region No. 2”, which Bao christened “Wa state”.
  2. The official languages (designated by the current UWSP administration) are Mandarin and Wa.
  3. Shan Herald vom 21. Mai 2013: “Officially, Bao Youxiang is still the President of the Wa State Government and Commander-in-Chief of the United Wa State Army”, said a Thai security officer, a ten-year veteran on the Thai-Burma border.
  4. Burma Nachrichten, Nr. 4/2005 vom 25. Februar 2005: Angaben der UN-Organisation zur Drogenbekämpfung UNODC und weiterer Beobachter zufolge droht durch die Ausführung des Plans zur Eliminierung des Opiumanbaus bis 2005 eine ernste humanitäre Krise der abhängigen Bauern.
  5. Die Wa in Gefahr (PDF)
  6. Xinhua General News Service: China develops more substitute crops for opium poppy in bordering countries, in: BurmaNet News vom 20. Februar 2007.
  7. Michael Black: World Politics Watch: On Myanmar-China border, tensions escalate between SPDC, narco-militias, in: BurmaNet News vom 13. Dezember 2006.
  8. Opium ban introduced by wa authorities (PDF)
  9. Burma Nachrichten, Nr. 4/2005 vom 25. Februar 2005: Wa erreichen Thailands Grenze.
  10. Myanmar: Krieg mit Rebellen im Wa-Staat droht[1]
  11. Naypyitaw turns down Wa’s latest proposal[2]
  12. Shan rebel leader warns Burma Army[3]
  13. General background of the Wa[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur über das Land[Bearbeiten]

  • Midnight in Burma. Ein Roman über die Tochter eines Generals im Wa-Staat, nicht gerade historisch mit vielen historischen Fehlern, aber sehr spannend geschrieben, Alex O'Brien. Asia Books ISBN 974-8303-58-6 (2001)
  • The Shore Beyond Good and Evil, A Report from Inside Burma's Opium Kingdom, Hideyuki Takano takes us on a journey into the Wa State at the very heart of the Golden Triangle., ISBN 0970171617

Weblinks[Bearbeiten]