Unity (Benutzeroberfläche)

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Unity
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Screenshot von Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ mit Unity
Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ mit Unity
Basisdaten
Entwickler Canonical
Aktuelle Version 7.0.0[1]
(3. April 2013)
Betriebssystem Linux
Programmier­sprache Vala, C++[2], QML[3]
Kategorie Arbeitsumgebung
Lizenz GPL 3, LGPL 3 (Freie Software)
Deutschsprachig Ja, mehrsprachig
unity.ubuntu.com

Unity ist eine durch das Unternehmen Canonical entwickelte und auf Gnome aufbauende Arbeitsumgebung für PCs und Netbooks, die besonders sparsam mit Bildschirmplatz umgehen soll. Im Gegensatz zu Gnome, KDE SC 4 oder auch Xfce ist Unity keine Programmsammlung und soll in erster Linie mit bereits existierenden GTK+-Programmen benutzt werden.

Unity wird als freie Software unter den Bedingungen der dritten Versionen von GNU General Public License (GPL) und GNU Lesser General Public License (LGPL) veröffentlicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zur im Oktober 2010 erschienenen Version 10.10 nutzte Ubuntu Gnome 2 als Standard-Oberfläche in der Variante für Desktop-PCs. Da das GNOME-Projekt keine spezielle Oberfläche für Netbooks mit ihren kleinen Bildschirmen anbietet und die aus gleichem Grund bereits entwickelte Netbook-Oberfläche von Moblin/MeeGo nicht für geeignet gehalten wurde, entwickelte Canonical eine eigene Oberfläche für diesen Gerätetyp. Diese erschien erstmals mit Ubuntu 10.10.

Seit Ubuntu 11.04 wird Unity als Standard-Oberfläche genutzt. Da Unity seit diesem Zeitpunkt als Standard-Version von Ubuntu eingesetzt wird, gibt es keine Netbook-Version mehr. Mit Version 11.10 wurde Gnome 2 als Alternative entfernt und für leistungsschwächere PCs eine 2D-Version von Unity eingesetzt.

Das Gnome-Projekt und Canonical hatten bereits in der Vergangenheit Differenzen zur Ausrichtung. So passte Canonical zum Beispiel ein von KDE entwickeltes neues Protokoll zur Steuerung von Benachrichtigungsfeldern an Gnome 2 an,[4] welches jedoch wegen fehlender Kompatibilität zu Gnome 3 und – laut Gnome – mangelnder Kommunikationsbereitschaft der Canonical-Entwickler durch das Gnome-Projekt abgelehnt wurde.[5] Laut Canonical-Eigentümer Mark Shuttleworth lehne das Gnome-Projekt auch die von Mac OS bekannte globale Menüleiste ab.[6]

Als Folge dieser Differenzen sah sich Canonical gezwungen, die neue Oberfläche von Gnome 3 auch auf Ubuntu für Desktop-PCs nicht zum Einsatz zu bringen und auch die alte Gnome-2-Oberfläche nur noch als Ausweichoption anzubieten, für den Fall einer Inkompatibilität zur installierten Grafik-Hardware.[7]

Kritik[Bearbeiten]

Die Entscheidung Canonicals wurde kontrovers aufgenommen. Der von Canonical angestellte Compiz-Entwickler Sam Spilsbury, zum Beispiel, begrüßte sie.[8] Andere kritisierten sie aus verschiedenen Gründen,[9] z. B. weil die erforderte Rechenleistung hoch sei. Canonicals Vorgabe, dass Freiwillige zur Mitarbeit an Canonical-Projekten das eigene Urheberrecht abtreten müssen, um proprietäres Relizenzieren zu ermöglichen, wird ebenfalls kritisiert.[10]

Desktop-Variante[Bearbeiten]

Die Arbeit an der Desktop-Variante von Unity hat auf dem Ubuntu Developer Summit 2010 begonnen, in dessen Rahmen der Wechsel bekannt gegeben wurde.

Ayatana-Projekt[Bearbeiten]

Unity ist Teil des Ayatana-Projektes, einer Initiative zur Verbesserung der sogenannten User Experience innerhalb von Ubuntu. Neben Unity sind hierunter bspw. auch die Projekte MeMenu, das Benachrichtigungssystem NotifyOSD und die Application Indicators versammelt.[11] Außerhalb von Ubuntu bekam Ayatana bisher auch vom openSUSE-Projekt Unterstützung.[12]

Technische Grundlagen[Bearbeiten]

Die Unity-Version, die mit Ubuntu 10.10 mitgeliefert wurde, ist in der Programmiersprache Vala geschrieben und nutzt die von Intel stammende Programmbibliothek Clutter für die Oberfläche. Seit Ubuntu 11.04 basiert Unity jedoch auf Compiz.[13] Diese Version ersetzt einen Großteil des Vala-Codes durch C++ und setzt ein Toolkit namens Nux statt Clutter ein.[14] Unity setzt einen kompatiblen 3D-Beschleuniger voraus.[7]

Außerdem werden Teile der Frameworks von Gnome und verschiedenen freien Projekten als Back-End, wie zum Beispiel Zeitgeist, genutzt.[15]

Darüber hinaus entwickelte Canonical eine „2D“-Variante auf Basis von Qt und QML, welche am 14. Januar 2011 in einer Entwicklungsversion veröffentlicht wurde.[16][17] Für diese Version ist keine 3D-Beschleunigung notwendig. Unity 2D arbeitet mit Metacity zusammen. Mittlerweile wurde die 2D-Variante zugunsten der klassischen 3D-Variante verworfen, nachdem der Hauptprogrammierer von Unity 2D Canonical verlassen hatte[18] und außerdem der primär von Red Hat für GNOME Shell entwickelte Software-Renderer LLVMpipe ausreichend schnell genug für die Darstellung von Arbeitsoberflächen sei.[19][20][21]

Da Unity aktuell ausschließlich vom Linux-Distributor Canonical entwickelt wird,[22] wird derzeit offiziell nur Linux unterstützt. Versionen für andere Unix-ähnliche Betriebssysteme sind derzeit nicht verfügbar.

Datenschutz[Bearbeiten]

Seit der Ubuntu Version 12.10 in Verbindung mit Unity sind Probleme bezüglich des Datenschutzes bekannt geworden. Diese beziehen sich auf die Nutzung der 'Dash' Funktion.[23]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unity (Benutzeroberfläche) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unity in Launchpad
  2. http://bazaar.launchpad.net/~unity-team/unity/trunk/revision/573
  3. http://www.webupd8.org/2011/01/2d-unity-to-be-available-as-option-in.html
  4. http://www.jonobacon.org/2010/08/25/rocking-the-application-indicators/
  5. http://permalink.gmane.org/gmane.comp.gnome.devel.announce/101
  6. http://arstechnica.com/open-source/news/2010/10/shuttleworth-unity-shell-will-be-default-desktop-in-ubuntu-1104.ars
  7. a b http://www.jonobacon.org/2010/10/31/unity-some-further-clarification-points/
  8. http://smspillaz.wordpress.com/2010/10/25/a-bright-new-future-for-compiz/
  9. http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=ODcxNg
  10. http://ebb.org/bkuhn/blog/2010/10/17/shuttleworth-admits-it.html
  11. Projektseite des Ayatana-Projektes. Abgerufen am 8. Januar 2010. (englisch)
  12. openSUSE übernimmt Ayatana-Projekt von Ubuntu. golem.de. Abgerufen am 8. Januar 2010.
  13. http://www.jonobacon.org/2010/10/25/ubuntu-11-04-to-ship-unity/
  14. http://www.inalogic.com/component/content/article/35-nux/49-nux-and-unity
  15. Zeitgeist-Project
  16. http://www.webupd8.org/2011/01/2d-unity-to-be-available-as-option-in.html
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHow To Install Unity 2D (Qt) In Ubuntu 11.04/10.10. In: Webupd8. 14 Januar 2011, abgerufen am 26. November 2013.
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatInto the blue. In: Aurélien's Room. 11. April 2012, abgerufen am 26. November 2013.
  19. http://www.omgubuntu.co.uk/2012/05/uds-q-summary-bye-bye-unity-2d-hello-gnome-shell-spin/
  20. http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=MTAxMTI
  21. http://www.phoronix.com/scan.php?page=news_item&px=MTA0MjU
  22. Thread im LiveJournal-Forum
  23. https://fixubuntu.com/