Upendrakishore Raychaudhuri

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Upendrakishore Raychaudhuri

Upendrakishore Raychaudhuri (auch in mehreren anderen Lateinschreibweisen; bengalisch: উপেন্দ্রকিশোর রায়চৌধুরী, Upendrakiśor Rāẏcaudhurī; * 10. Mai 1863 im Dorf Moshua, Bengalen; † 20. Dezember 1915 in Kolkata) war ein indischer Autor, Herausgeber, Illustrator, Komponist und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde in einem Dorf im ostbengalischen Distrikt Maimansingh geboren. Upendrakishore wurde von einem reichen kinderlosen Onkel adoptiert und nahm dessen Titel Raychowdhury an. In den 1880er Jahren zog er nach Kolkata und wurde Mitglied des Brahmo Samaj, für den er Hymnen komponierte, die noch heute gesungen werden. Upendrakishore spielte selbst die Instrumente Esraj als auch Pakhwaj.[1] Er war in Kontakt mit führenden Persönlichkeiten der bengalischen Renaissance, darunter mit der Tagore-Familie, von denen Rabindranath heute der noch bekannteste ist.

Upendrakishore wurde einer der führenden Blockmacher als er in seinem Geschäft neue Halbton-Technologien einsetzte und technische Artikel in einer britischen Fachschrift hierüber schrieb. Er begann selbst Bücher herauszugeben, die er zunächst in Fremddruck gab. Upendrakishore Raychaudhuri schickte seinen Sohn Sukumar Ray[2] nach England, damit dieser an der Universität Manchester Drucktechnologie studieren konnte. 1913 gründete er sein eigenes Druck- und Verlagsunternehmen M/s U. Roy & Sons in Kolkata, wo er verbesserte Methoden für Schwarzweiß- und Farbdruck entwickelte.

Sein Wirken ist insbesondere mit der bengalischen Kinderliteratur verbunden. Die Illustrationen für die meisten seiner Bücher fertigte Upendrakishore selbst. 1913 war er erster Herausgeber des Kindermagazins Sandesh, das nach seinem Tod von seinem Sohn Sukumar und später seinem Enkel Satyajit Ray übernommen wurde und noch immer erscheint. Upendrakishore veröffentlichte Versionen der indischen Epen Ramayana und Mahabharata für Kinder, kindgerecht aufbereitete Artikel über wissenschaftliche Themen sowie Sammlungen folkloristischer Märchen. Die bekannteste davon ist das 1910 entstandene Tuntunir Boi – eine Sammlung von 24 Tiermärchen, die zu einem Klassiker der bengalischen Kinderliteratur wurde[3]. Im Jahr 2006 hatte die Kinderoper Chincha-Chancha Cooroo von Bernard Hughes nach Libretto von William Radice Premiere, die auf einer Geschichte aus dem Buch basiert.[4] Upendrakishore Ray Choudhuris Geschichte Goopy Gyne Bagha Byne über die Abenteuer zweier völlig untalentierter Musiker ist auch durch den gleichnamigen Film von Satyajit Ray bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

Die neun Geschichten Narahari Das, Onkel Tiger und Neffe Schakal, Das dumme Krokodil, Der Schakal als Erzieher, Tit und der König, Die alte bucklige Frau, Die Alte, die muffigen Reis liebte, Der Bauer und der Tiger und Des Tigers Köchin (alle aus Tuntunir Boi) sind in deutscher Übersetzung enthalten in Heinz Mode, Arun Ray (Hrsg.): Bengalische Märchen. Insel Verlag, Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-458-16339-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrew Robinson: Satyajit Ray: The Inner Eye. 1989, S. 54 und 23
  2. Sukumar Ray ließ den letzten Teil des Familiennamens seines Vaters weg
  3. Tuntuni Presents An imginative Treat !
  4. Chincha-Chancha Cooroo

Weblinks[Bearbeiten]