Vámonos con Pancho Villa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Vámonos con Pancho Villa
Produktionsland Mexiko
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 1935
Länge 92 Minuten
Stab
Regie Fernando de Fuentes
Drehbuch Fernando de Fuentes
Xavier Villaurrutia
Produktion Alberto J. Pani
Musik Silvestre Revueltas
Kamera Gabriel Figueroa
Jack Draper
Schnitt Joseph Noriega
Besetzung

Vámonos con Pancho Villa ist ein mexikanischer Historienfilm aus dem Jahr 1935, der vom Regisseur Fernando de Fuentes gedreht wurde. Der Film erzählt die Geschichte von einer Gruppe von Freunden, die sich Pancho Villa in dessen Kampf anschließt. Im Laufe der Zeit sterben alle aufgrund der harten Kämpfe und des mangelnden Interesses von Pancho Villa an seinen Männern, nur einer kehrt wieder nach Hause zurück. De Fuentes behandelt in diesem Film die Grausamkeit der Revolution und enthält sich einer Glorifizierung, wie sie in vielen weiteren filmischen Bearbeitung der Thematik zum Ausdruck kommen sollte. Die Produktion des Filmes durch das neugegründete Studio Cinematográfico Latino Americana wurde vom Staat stark gefördert und war die bis dahin teuerste in Mexiko. Nach Abschluss des Dreharbeiten stand das Studio vor dem Konkurs und der Staat sprang für die Schulden ein. Der Film konnte kein großes Publikumsinteresse auf sich ziehen, erst mit der Zeit stieg das Interesse an ihm. Nun gilt Vámonos con Pancho Villa als ein Meisterwerk des Mexikanischen Films.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung des Films spielt zur Zeit der Mexikanischen Revolution. Sechs befreundete und mutige Bauern, die als „Die Löwen von San Pablo“ bekannt sind, brechen von ihren Höfen auf, um sich den Kämpfern um Pancho Villa, der für die Revolution kämpfte und zudem ein Räuber war, anzuschließen. Sie wollen sich am Kampf gegen das Leid und für die Freiheit und bessere Lebensbedingungen beteiligen. In verschiedenen Kämpfen und bei einigen Heldentaten sterben vier der Freunde. Nur Tiburcio Maya, der ursprüngliche Anführer der Sechsergruppe, und Becerrillo überleben. Als Becerrillo an Pocken erkrankt, zwingt Pancho Villa Tiburcio dazu, diesen zu töten und den Leichnam zu verbrennen. Nachdem er mit Widerwillen diese Aufgabe erfüllt, wird er aus der Revolutionsarmee entlassen und kehrt nach Hause zurück.

In den 1980er-Jahren wurde ein alternatives Ende gefunden, in dem Tiburico von Pancho Villa aufgesucht wird und diesen dann tötet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach El compadre Mendoza und El prisionero trece legte Fernando de Fuentes mit Vámonos con Pancho Villa den dritten Film seiner Revolutionstrilogie vor. Der Film basierte auf einer Romanvorlage, in ihm inszenierte de Fuentes das große mexikanische Thema der Revolution als ein umwälzendes Ereignis, das seine verständnislosen Teilnehmer überwältigt. Dabei setzte er auch den Zwiespalt zwischen den Idealen der Revolution und ihrer chaotischen, widersprüchlichen Erscheinung in Szene.[1] Damit trug der Film auch zur Bewältigung der immer noch stark präsenten revolutionären Ereignisse und Konflikte in Mexiko bei. Dabei wurde Fernando de Fuentes nicht von der Regierung behindert, was ein Zeichen für das offene Klima dieser Zeit war. Im Gegensatz waren spätere Verfilmungen mit Bezug zu Pancho Villa verklärend und folgten damit der Staatslinie, die ihn zu einem Freiheitskämpfer und Vorbild hochstilisierte.[2] In diesem Sinne war Vámonos con Pancho Villa der letzte Film, der sich ehrlich und unbeeinflusst mit diesem Thema auseinandersetzen konnte,

Die Produktion des Films übernahm die neugegründete Gesellschaft Cinematográfico Latino Americana, die vom Staat subventionierte wurde und 1935 mit der zu diesem Zeitpunkt besten Technik ausgestattet ihre Arbeit aufnahm. Der Staat unterstützte den Dreh etwa durch das Bereitstellen eines kompletten Trains, eines Regiments regulärer Truppen, Artillerie, Uniformen, Pferde und weiteres militärisches Material. Aufgrund der aufwändigen Produktion kostete Vámonos con Pancho Villa eine Million Pesos und war damit der bis dahin teuerste Film Mexikos. Das Studio konnte diese Kosten allein nicht tragen und hätte Konkurs anmelden müssen, wenn nicht die Regierung für diese Summe eingesprungen wäre und somit den Fortbestand des Unternehmens sicherte.[3] Der Film konnte kein großes Zuschauerinteresse auf sich ziehen und war somit ein Flop. Er wurde nur eine Woche im Kino gezeigt und dann aus dem Programm genommen. Erst nach langer Zeit, in den 1989er-Jahren, stieg die Beachtung für ihn und seine Qualität wurde wahrgenommen. Auch ein alternatives Ende wurde zu dieser Zeit gefunden. Heutzutage wird er als ein Meisterwerk des Mexikanischen Films angesehen. Fernando de Fuentes nächster Film Allá en el Rancho Grande wurde im Gegensatz zu Vámonos con pancho Villa ein großer Erfolg beim Publikum.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896–2004: Reflections of a Society, 1896–2004.“ Mcfarland & Co Inc, 2005. ISBN 978-0786420834
  • David R. Maciel, Joanne Hershfield: „Mexico's Cinema: A Century of Film and Filmmakers.“ Sr Books, 1999. ISBN 978-0842026826
  • Andrea Noble: „Mexican National Cinema.“ Taylor & Francis, 2005. ISBN 978-0415230100

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896–2004: Reflections of a Society, 1896–2003.“ Mcfarland & Co Inc, 2005. Seite 44.
  2. Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896–2004: Reflections of a Society, 1896–2003.“ Mcfarland & Co Inc, 2005. Seite 45.
  3. Carl J. Mora: „Mexican Cinema: Reflections of a Society, 1896–2004: Reflections of a Society, 1896–2003.“ Mcfarland & Co Inc, 2005. Seite 43.