Valentinos (Feldherr)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Valentinos (mittelgriechisch Οὐαλεντῖνος, lateinisch Valentinus; † 644) war ein byzantinischer Feldherr, Prätendent auf die Kaiserkrone und unter Kaiser Konstans II. zeitweise Regent des byzantinischen Reiches.

Herkunft[Bearbeiten]

Valentinos war nach Christian Settipani[1] armenischer Herkunft und zwar ein Prinz aus dem ursprünglich parthischen Fürstenhaus der Arsakiden, das von etwa 240 v. Chr. bis 224 nach Chr. das Persische Reich beherrschte und von 54 n. Chr. bis 428 das Königreich Armenien regierte.

Sein Vater war Johannes Mystakon (* 545 in Thrakien; † 591) der im Rahmen der Römisch-Persische Kriege eine wichtige Rolle spielte, da er als byzantinischer Magister militum (Heermeister) von 579 bis 582 in Armenien, von 582 bis 583 im Orient, 587 in Thrakien und von 589 bis 591 neuerlich in Armenien diente.[2]

Seine Mutter war Placida (* c. 560), eine Tochter des Anastasius (* c. 530, † n. 571) - der ein Enkel der Kaiserin Theodora I., der Gemahlin des byzantinischen Kaisers Justinian I. (527–565) aus einer frühen Beziehung war – und der Juliana. Diese Juliana war insoferne bemerkenswert, da sie über ihre Mutter Proba in fünfter Generation von Valentinian III. (Flavius Placidus Valentinianus) abstammte, der von 425 bis 455 als Kaiser das Weströmische Reich regierte.[3]

Leben[Bearbeiten]

Im Frühjahr 641 wurde er vom todkranken Kaiser Konstantin III. beauftragt, Gelder an die Armee zu verteilen, um die Soldaten davon abzuhalten, dessen Stiefmutter Martina und ihren Sohn Heraklonas zu unterstützen. Diese kamen nach Konstantins Tod zwar zunächst an die Macht, doch setzte letztlich die rivalisierende Hofpartei um Valentinos, von Heraklonas zwischenzeitlich zum comes excubitorum ernannt, im Herbst 641 mit militärischem Druck Konstantins Sohn Konstans II. als Thronfolger durch.

Zu diesem Zeitpunkt soll Valentinos erstmals versucht haben, sich eigenmächtig als Mitkaiser (oder Caesar) zu installieren, stieß mit diesem Vorhaben in Konstantinopel jedoch auf massiven Widerstand. Dennoch führte er, geduldet von der Kaisermutter und nominellen Regentin Gregoria, in den Jahren 642 und 643 für den noch minderjährigen Konstans faktisch die Regentschaft und beanspruchte weiterhin quasi-kaiserliche Würden. Seine Tochter Fausta wurde mit Konstans verheiratet und als Augusta proklamiert.

643/644 führte Valentinos als magister militum per Orientem einen Feldzug in Syrien gegen die Araber. Der Misserfolg führte zum Bruch zwischen dem Kaiser und seinem General. Sebeos zufolge erschien Valentinos daraufhin mit einem Teil des Heeres vor der Hauptstadt und verlangte erneut die Kaiserkrone, scheiterte damit aber am Widerstand des Patriarchen Paulos. Das aufgebrachte Volk habe den Usurpator daraufhin getötet.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Von der Ehefrau des arsakidischen Prinzen Valentinos ist weder der Name noch die Herkunft bekannt.

Kinder: Valentinos hatte zumindest eine Tochter:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Settipani Continuité des élites à Byzance durant les siècles obscurs ; Les princes Caucasiens et l´empire du VIe au IXe siècle. De Boccard, Paris, 2006, ISBN 978-2-7018-0226-8 ; S. 126
  2. Christian Settipani, op. cit. S. 125, Anmerkung 3
  3. Christian Settipani, op. cit. S. 126

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]