Vasektomie

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Vasektomie, auch Vasoresektion genannt, bezeichnet im weiteren Sinne das Entfernen von jeglichen Gefäßen oder Gefäßteilen aus dem Körper. Meistens wird damit jedoch ein chirurgischer Eingriff zur Sterilisation des Mannes bezeichnet. Die Operation wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Dabei werden die Samenleiter (Ductus deferens) im Hodensack des Mannes durchtrennt.

Im Gegensatz zur Kastration bleibt die Hormonproduktion in den Hoden erhalten und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst. Da die weiterhin in den Hoden produzierten Spermien nach der Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr abgeführt werden können, werden sie vom Körper resorbiert. Das Ejakulat eines sterilisierten Mannes enthält keine Spermien mehr, ist ansonsten aber bezüglich Volumen, Aussehen, Geruch und Geschmack weitestgehend unverändert.

Die Operation wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Arzt legt mit ein oder zwei kleinen Schnitten am Hodensack die Samenleiter frei, entfernt jeweils ein ca. 1 bis 3 cm langes Stück des Samenleiters und verödet die Schnittstellen. In seltenen Fällen (< 0,1 %) kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Ejakulatproben abgegeben werden, um den kompletten Verschluss nachzuweisen.

[Bearbeiten] Komplikationen

Die Angaben zu der Häufigkeit von Komplikationen variieren in der Fachliteratur und sind abhängig von der angewandten Operationstechnik und wahrscheinlich auch von der Erfahrung und der Operationsfrequenz des durchführenden Arztes[1]. Insgesamt werden Komplikationen selten beschrieben. Am häufigsten kommt es zu Hämatomen (0,9 %) und Infektionen (bis zu 1,5 %)[2]. Eine Übersichtsarbeit über den Zeitraum von 1964 bis 1998 kommt auf eine Quote von frühen Komplikationen wie Hämatom, Infektion, Spermagranulom, Epididymitis und Post-Vasektomie-Syndrom in 1-6 %[3].

Schmerzen werden in der Untersuchung von Sokal[4] erfasst. Mäßige bis starke Schmerzen während des Eingriffs gaben knapp 5 % der Männer an, leichte Schmerzen wurden bei bis zu 35 % beschrieben und werden bei der seit mehreren Jahren bekannten Non-Skalpell Methode [5] etwas seltener beobachtet. Keine Schmerzen geben je nach Methode 60–67 % der Männer an. Als Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom werden dauerhafte Schmerzen im Bereich des Nebenhodens bezeichnet, die nach der Vasektomie auftreten könnten. Wie häufig es zu solchen Beschwerden kommt, ist sehr umstritten. In der europäischen Fachliteratur, in den Informationen großer internationaler Familienplanungsorganisationen und auch von der Deutschen Gesellschaft für Urologie wird diese Komplikation nur sehr selten oder gar nicht erwähnt. In der angloamerikanischen Literatur wird das Schmerz-Syndrom in 2-8 % beschrieben. Die Ursache dieser Schmerzen ist unklar. Diskutiert werden erhöhter Druck im Nebenhoden oder Nervenreizung[1]

Die Versagerrate der Vasektomie wird mit 0 bis 2 % angegeben. In den meisten Studien wurde eine Versagerrate von unter 1 % festgestellt. Sehr selten kann es nach Monaten bis Jahren zu einer Öffnung der Samenleiter mit nachfolgender Schwangerschaft kommen, die Häufigkeit wird mit 1 von 2.000 angegeben [6].

[Bearbeiten] Refertilisierungsoperationen nach Vasektomie

Für eine Rückoperation (Refertilisierungsoperation), die 5 bis 7 % der Patienten anstreben, wird die anschließende Durchgängigkeitsrate mit bis zu 80 % angegeben. Auch 10 Jahre nach der Erstoperation bestehen Chancen auf Erfolg.[7]

Zur Refertilisation werden Vasovasostomie (mikrochirurgische Readaptation des durchtrennten Samenleiters) oder, sofern notwendig, auch die Tubulovasostomie (mikrochirurgische Annaht des Samenleiters an den Nebenhoden) angewandt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Weiske W. Vasektomie, aktueller Stand. In: J Reproduktionsmed Endokrinol 2004; 1: 222–7
  2. Philp, T, Guillebaud J, Budd D: Complications of vasectomy review of 16000 patients. Br J Urol 1984;56: 745-8
  3. Schwingl, PJ, Guess HA, Safety and effektiveness of vasectomy. In: Fertil Steril 2000; 73:923-36
  4. Sokal D, McMullen S, et al. A comparative study of the no scalpel and standard incision approaches to vasectomy in 5 countries. In: Journal of Urology 1999; 162: 1621–5
  5. Pro familia: Familienplanungs-Rundbrief 2/2011. S. 6-7. Als pdf unter http://www.profamilia.de/fileadmin/dateien/fachpersonal/familienplanungsrundbrief/fpr2_2011.pdf
  6. International Planned Parenthood Federation (IPPF). IMAP Statement on voluntary surgical sterilization. In: IPPF Medical Bulletin 2009; 43 (Nr. 4): 1–3
  7. Uni Heidelberg – Refertilisierungsoperationen, zuletzt eingesehen am 21. Juli 2008
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