Vereinigte Bibelgruppen

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Die Vereinigten Bibelgruppen in Schule, Universität und Beruf, abgekürzt VBG sind ein interkonfessioneller christlicher Verein in der Schweiz, der ein ganzheitliches Christsein, das alle Lebensbereiche umfasst, leben und fördern will. Dabei konzentriert sich der Verein auf Schülerbibelkreise, Bibelgruppen für Studierende, und Fachkreise akademischer Berufe (u.a. Architektur, Informatik, Recht, Sozialarbeit und Pädagogik). Daneben bietet er auch Kurse, Seminare, Tagungen und Retraiten an.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Seminarist Hans Ferdinand Bürki (1925-2002) gründete 1944 am Lehrerseminar Küsnacht bei Zürich die erste Bibelgruppe der Deutschschweiz. Die Vereinigten Bibelgruppen entstanden danach in den Vierziger- und Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts als Ableger der Studentenbibelgruppen an den Universitäten der französischsprachigen Schweiz, die sich von Intervarsity ableiteten. Analog zur Studentenmission in Deutschland und Österreichische Studentenmission bilden die Bibelgruppe für Studierende (BGS) zusammen mit ihrer französischsprachigen Partnerorganisation GBEU (Groupes Bibliques des Ecoles et Universités de Suisse Romande), die Schweizer Organisation der International Fellowship of Evangelical Students (IFES). Die VBG vernetzt die einzelnen Gruppen und hilft beim Aufbau von Strukturen. Erster Generalsekretär war Hans Ferdinand Bürki, der auch langjähriger Leiter der Casa Moscia war.[1]

Heute sind die Vereinigten Bibelgruppen an allen Universitäten der deutschsprachigen Schweiz, in vielen Mittelschulen, in rund 200 Unternehmen und im Bundeshaus vertreten.[2]

Organisation[Bearbeiten]

Die Vereinigten Bibelgruppen werden von einem siebenköpfigen ehrenamtlichen Vorstand geleitet. Die Vereinigten Bibelgruppen haben rund dreissig Festangestellte im Bereich Jugend- und Erwachsenenarbeit und je ein festangestelltes Ehepaar für die Gästehäuser. Alle Mitarbeiter arbeiten für einen Bedürfnislohn. Beide Gästehäuser bieten die Möglichkeit zu diakonischen Einsätzen mit geistlicher Begleitung an.

Die VBG finanzieren sich durch Spenden.[3] Sie haben das Gütesiegel "Ehrenkodex der Schweizerischen Allianz".[4][5] Casa Moscia und Campo Rasa haben Einnahmen aus den Übernachtungen, wobei Casa Moscia selbsttragend ist, und Campo Rasa vom Verein unterstützt wird.

Glaube[Bearbeiten]

Theologisch stehen die Vereinigten Bibelgruppen auf dem Boden des apostolischen Glaubensbekenntnisses und des Bekenntnisses von Nizäa und Konstantinopel und dem Glaubensbekenntnis der IFES. Sie vermeiden dabei bewusst eine konfessionelle Ausrichtung und haben ihre theologischen Schwerpunkte bei sechs verschiedenen historischen und gegenwärtigen christlichen Traditionen:[6][7]

Casa Moscia[Bearbeiten]

Seit 1957 gehört der VBG das am Langensee (Lago Maggiore) gelegene Hotel Casa Moscia. In einer ehemaligen Lebensmittelfabrik gründete Lisel Moser 1946 eine Heimstätte und verkaufte sie 1957 an die VBG. Die Casa Moscia umfasst heute 140 Betten und verzeichnete 2007 über 27'000 Übernachtungen. 15 % wurden von VBG-eigenen Camps und Kursen generiert. Die übrigen Übernachtungen kamen von Schulklassen, Konfirmandenlager, Jugendtreffen, Kirchgemeindewochen, Seminarveranstaltungen und zahlreichen Einzelgästen.[8]

Campo Rasa[Bearbeiten]

1962 kauften die Vereinigten Bibelgruppen in Rasa, einem abgelegenen, damals fast verlassenen Dorf im Tessiner Centovalli drei baufällige Häuser von einer auswandernden Tessinerfamilie, die in jahrelanger Freiwilligenarbeit saniert wurden. Es entstanden ein Ferienzentrum für Kurse und Retraiten, ein biologischer Landwirtschaftsbetrieb und eine nachhaltige Forstwirtschaft. Weitere Häuser wurden renoviert, und heute kommt ein beträchtlicher Teil des Einkommens des wiederbelebten Dorfs aus Projekten der Vereinigten Bibelgruppen. Seit 1981 gehört Rasa zu den Schützenswerten Ortsbildern von Nationaler Bedeutung.[9] Das 2001 installierte Sonnenenergie-Konzept ist vom Bundesamt für Energie als Pilot- und Demonstrationsobjekt anerkannt und deshalb mit öffentlichen Geldern unterstützt worden.[10] Das Zentrum wird für eigene Kurswochen und Retraiten genutzt und vermietet Räume an Seminargruppen und an Einzelgäste. Mit 5'600 Übernachtungen kam es 2011 auf eine Auslastung von 60 %.

Literatur[Bearbeiten]

  • Art. Vereinigte Bibelgruppen in Schule, Universität, Beruf (VBG), in: Handbuch der Evangelistisch-missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden. Deutschland - Österreich - Schweiz, herausgegeben von Reinhard Hempelmann, Stuttgart 1997, ISBN 3767577631, S. 326f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Burckhardt: BÜRKI, Hans Ferdinand. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 27, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2, Sp. 203–205.
  2. Lobbying der göttlichen Art Artikel in der NZZ vom 14. Dezember 2002
  3. VBG:Die VBG wird durch Spenden getragen (PDF; 84 kB).
  4. Schweizerische Evangelische Allianz: Ehrenkodex
  5. Schweizerische Evangelische Allianz: Unterzeichner des Ehrenkodex
  6. Was wir glauben
  7. Die sechs spirituellen Traditionen der VBG
  8. Lisel Moser: Rufen – nicht fürchten. Meine Lebensgeschichte. Blaukreuz-Verlag, Bern, 2005. ISBN 3-85580-439-7
  9. Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (PDF; 147 kB)
  10. Bundesamt für Energie: Forschung, Entwicklungund Demonstration im Bereich der Energie in der Schweiz Liste der Projekte 2000/2001

Weblinks[Bearbeiten]