Vernakularsprache
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Als Vernakularsprache oder Vernakulärsprache (lat. vernaculus „einheimisch“) bezeichnet die Sprachwissenschaft jede urwüchsige Sprachvarietät innerhalb eines Sprachgebiets. Vernakularsprache steht damit im Gegensatz zu solchen Sprachen, die – etwa im Zuge des Kolonialismus – in einem Sprachgebiet etabliert wurden, wie zum Beispiel die französische Sprache in weiten Teilen Afrikas. Auch heute noch bezeichnet man etwa in der Biologie die parallel zur offiziellen Taxonomie regional verbreiteten Bezeichnungen für Tier- und Pflanzenarten (Trivialnamen) gelegentlich auch als vernakularsprachlich.
Der Begriff geht zurück auf das christliche Konzept der tres linguae sacrae Hebräisch, Griechisch und Lateinisch, durch welches das Lateinische im Mittelalter und darüber hinaus den Rang der normierten Schriftsprache erhielt. Die jeweiligen Landes- und Nationalsprachen, als lingua vernacula, lingua vulgaris, lingua barbara oder barbarica, lingua rustica bezeichnet, wurden durch das Konzept der „drei heiligen Sprachen“ bis in die Frühe Neuzeit hinein als Literatursprachen unterdrückt oder behindert, da sie als minderwertig galten.