Verteilnetzbetreiber

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Ein Verteilnetzbetreiber (auch Verteilungsnetzbetreiber, in Deutschland nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) auch Verteilernetzbetreiber (VNB); engl. Distribution System Operator (DSO)) ist ein Unternehmen, das Strom-, bzw. Gasnetze zur Verteilung an Endverbraucher (private Haushalte und Kleinverbraucher) betreibt.

Hintergrund[Bearbeiten]

In der Strom- und Gaswirtschaft weisen Verteilnetze in der Regel einen hohen Grad an Vermaschung mit einer stark verästelten Struktur und relativ geringe Energieflüsse auf. Ihr Betrieb ist deshalb spezifisch, d.h. bezogen auf die verteilte Energiemenge, kostenintensiver als der Betrieb von Übertragungs- oder Ferngasnetzen.

Verteilnetzbetreiber müssen ihre Netze diskriminierungsfrei allen Lieferanten gegen Nutzungsentgelt zur Verfügung stellen. Gemäß Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) muss der Betrieb von Verteilnetzen ab einer bestimmten Größe durch eine rechtlich eigenständige Gesellschaft erfolgen (sog. Entflechtung, auch unbundling) und somit von der Handels- und Erzeugungsfunktion eines Energieversorgers abgespalten werden. Rechtlich besteht kein Anspruch (mehr), dass ein Verteilnetzbetreiber in einem bestimmten Gebiet ausschließlich Verteileranlagen betreibt.

Verteilnetzbetreiber im Strommarkt[Bearbeiten]

Ein Verteilnetzbetreiber unterhält Stromnetze im Nieder-, Mittelspannungs-Bereich und abschnittsweise auf oberen Netzebenen im Hoch- und Höchstspannungsbereich (110 kV, in städtischen Bereichen teilweise auch 380 kV) zur regionalen Stromversorgung.

Ein Verteilnetzbetreiber ist somit das Ergänzungsstück zum Übertragungsnetzbetreiber (engl. Transmission System Operator, kurz TSO), der Strom über große Entfernungen in Hochspannungsnetzen überträgt, für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Niederspannungsnetze und Mittelspannungsnetze in einem bestimmten Gebiet und für die Verbindung mit anderen Stromnetzen verantwortlich ist, soweit es sich um ein Energieversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung nach § 3 Nr. 17 EnWG handelt.

Verteilnetzbetreiber im Gasmarkt[Bearbeiten]

Auch in der Gaswirtschaft bezeichnet VNB den Betreiber eines Netzes zur Endkundenversorgung. Die Endabnehmer sind typischerweise überwiegend private Haushalte und Kleinverbraucher, die in Niederdruck angeschlossen sind. Das Netz selbst wird je nach Größe und räumlicher Ausdehnung des VNB mit einem Druck von typischerweise 4 bar, bei großen VNB bis zu 16 bar betrieben. Industriekunden und Kraftwerke können jedoch auch in Mittel- oder Hochdruck angeschlossen sein. Gegenbegriff zum VNB ist der Fernleitungsnetzbetreiber (kurz FNB), der Gas mit hohem Druck von bis zu 100 bar über große Entfernungen transportiert. Mittelgroße Netzbetreiber werden je nachdem, ob der Schwerpunkt in der Verteilung von Gas an Endkunden oder im Transport von Gas zu nachgelagerten VNB liegt, auch als regionale VNB oder regionale FNB bezeichnet.

Typologie der Betreiber[Bearbeiten]

Verteilnetzbetreiber gehören typischerweise zu einem lokalen bzw. kommunalen Energieversorgungsunternehmen wie z.B. einem Stadtwerk, teilweise aber auch einem der großen Energiekonzerne, die solche Netze oft im Zuge von Privatisierungen erworben haben. Im Rahmen der sog. Rekommunalisierung planen jedoch einige Kommunen den Rückkauf der Strom-/Gasnetze. Da für den Betrieb eines Verteilnetzes nicht nur die Verfügungsgewalt über ein Netz, sondern auch eine Konzession zu dessen Betrieb notwendig ist, können Kommunen als Vergeber ebendieser Konzessionen bei Auslaufen bestehender Konzessionsverträge Einfluss auf den Inhaber der Konzession ausüben. Im Ergebnis kann dies zu einer Rückübereignung ehemals verkaufter Netze führen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]