Übertragungsnetzbetreiber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
DACHlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB, engl. Transmission System Operator, kurz TSO) sind Dienstleistungsunternehmen, die die Infrastruktur der überregionalen Stromnetze zur elektrischen Energieübertragung operativ betreiben, für bedarfsgerechte Instandhaltung und Dimensionierung sorgen und Stromhändlern/-lieferanten diskriminierungsfrei Zugang zu diesen Netzen gewähren. Darüber hinaus haben sie die Aufgabe, bei Bedarf Regelleistung zu beschaffen und dem System zur Verfügung zu stellen, um Netzschwankungen, die sich durch ein Missverhältnis zwischen zu einem Zeitpunkt erzeugter und verbrauchter elektrischer Energie ergeben, möglichst gering zu halten.

Übertragungsnetzbetreiber betreiben Übertragungs- bzw. Transportnetze mit Höchstspannung (380 bzw. 220 kV). Diese Netze sind an die engmaschigeren und niederspannigere Netze der Verteilnetzbetreiber (VNB) angeschlossen, die in der Regel die Versorgung der Endkunden gewährleisten.[1]

Der Begriff Übertragungsnetzbetreiber wird teilweise auch für Betreiber von Ferngasnetzen benutzt; der korrektere Begriff hierfür ist Fernleitungsnetzbetreiber.

Inhaltsverzeichnis

Staatliche Regulierung [Bearbeiten]

Übertragungsnetze stellen natürliche Monopole dar und deren Betreiber unterliegen im Allgemeinen staatlicher Aufsicht.

In Deutschland trat 2005 mit der zweiten Novelle des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) das Modell des "regulierten Netzzugangs" in Kraft. Es ermächtigt die Bundesnetzagentur, Übertragungsnetzbetreiber zu regulieren.[2] Mit den Vorgaben 3. EU-Binnenmarktpaketes, die mit der Novellierung des EnWG im November 2010 rechtlich gültig wurden und die bis spätestens März 2012 umzusetzen waren, kam es zu weitgehenden Entflechtungsauflagen, die die Umwandlung von integrierten Netzbetreibern zu so genannten "eigentumsrechtlich entflochtenen Transportnetzbetreibern" (ownership unbundled) oder „unabhängigen Transportnetzbetreibern“ (Independent Transmission Operator, ITO) mit diskriminierungsfreien Netzzugang für alle Marktteilnehmer erforderten. Dazu gehört auch die Anforderung, sich in Namen und Außenauftritt komplett von den Handelsaktivitäten der Konzernmütter abzugrenzen. Diese Bestimmungen führten in der Praxis in Deutschland zu weitgehenden Verkäufen der Netzbetreiber durch die integrierten Stromkonzerne (E.ON, RWE und Vattenfall).

In Österreich ist E-Control die Regulierungsbehörde für Übertragungsnetzbetreiber.

Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, Österreich und der Schweiz [Bearbeiten]

Deutsche Übertragungsnetze von 50Hertz Transmission, Amprion, TransnetBW und Tennet TSO

In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber:

In Österreich und der Schweiz sind Austrian Power Grid (APG) bzw. Swissgrid die einzigen nationalen ÜNB.

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Einzelne Grosskunden in der Industrie können auch direkt an das übertragungsnetz angeschlossen sein.
  2. Aufgaben der Bundesnetzagentur