Vertrag von Fontainebleau (1807)

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Am 27. Oktober 1807 schlossen Frankreich und Spanien im Geheimen den Vertrag von Fontainebleau. In diesem vereinbarten sie die Eroberung und Teilung Portugals. Damit die französischen Truppen Portugal auf dem Landweg erreichen konnten, gewährte Spanien den Franzosen den Durchmarsch durch Spanien.

Die angestrebte Teilung Portugals[Bearbeiten]

Portugal sollte laut Vertrag in drei Teile geteilt werden.

  • Die Provinz Entre-Douro-e-Minho mit der Hauptstadt Porto sollte das Königreich Nordlusitanien (Reino Lusitânia Setentrional) werden und dem König von Etrurien zufallen.
  • Der Alentejo und die Algarve sollten zum Fürstentum Algarve (Principado dos Algarves) werden und an den spanischen Staatsmann Godoy gehen. Dieser hatte den Vertrag von Fontainebleau mit Napoleon I. eingefädelt.
  • Über den Rest Portugals sollte entschieden werden, wenn wieder Frieden herrschte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Portugals wichtigster Handelspartner war Großbritannien. Deswegen konnte und wollte Portugal sich nicht der Kontinentalsperre Napoleons anschließen, die britische Waren vom französisch kontrollierten Kontinentaleuropa fernhalten sollte. So war Portugal ein Einfalltor für britische Waren und Schmuggel. Dieses Loch in der Kontinentalsperre wollte Napoleon mit der Eroberung Portugals stopfen.

Folgen[Bearbeiten]

Portugal[Bearbeiten]

Die Eroberung Portugals vollzog sich ohne großen Widerstand. Am 30. November 1807 marschierte der französische General Junot mit seinen Truppen in Lissabon ein. Portugal blieb bis zum Sommer 1808 von den Franzosen besetzt. Am 21. August 1808 schlug eine britisch-portugiesische Armee unter Wellington die französische Armee unter Junot in der Schlacht von Vimeiro. Anschließend wurde in der Konvention von Cintra der Abzug der Franzosen vereinbart.

Spanien[Bearbeiten]

Napoleon nutzte die im Vertrag von Fontainebleau gewährten Durchmarschrechte, um viel mehr Truppen als im Vertrag vorgesehen nach Spanien zu schicken. Mit diesen brachte er Teile Spaniens unter seine Kontrolle, bemächtigte sich der spanischen Herrscherfamilie, zwang diese zum Thronverzicht und setzte seinen Bruder Joseph Bonaparte als spanischen König ein. Dadurch löste er den Spanischen Unabhängigkeitskrieg aus, der eine Menge seiner Truppen auf der Iberischen Halbinsel binden und letztlich einen wesentlichen Beitrag zu seinem Sturz liefern sollte.