Porto

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Porto (Begriffsklärung) aufgeführt.
Porto
Wappen Karte
Wappen von Porto
Porto (Portugal)
Porto
Basisdaten
Region: Norte
Unterregion: Grande Porto
Distrikt: Porto
Concelho: Porto
Koordinaten: 41° 10′ N, 8° 35′ W41.166666666667-8.5833333333333Koordinaten: 41° 10′ N, 8° 35′ W
Einwohner: 237.559 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 41,29 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 5753 Einwohner pro km²
Kreis Porto
Flagge Karte
Flagge von Porto Position des Kreises Porto
Einwohner: 237.559 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 41,29 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 5753 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 15
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Porto
Praça General Humberto Delgado

4049-001 Porto
Präsident der Câmara Municipal: Rui Moreira
Webpräsenz: www.cm-porto.pt/


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Porto (port. Aussprache ['poɾtu]) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes in Portugal und liegt am Douro vor dessen Mündung in den Atlantischen Ozean. Mit circa 237.000 Einwohnern (port. portuenses; dt. Portuenser genannt) ist sie nach Lissabon und ihrer Nachbarstadt Vila Nova de Gaia die drittgrößte Stadt des Landes. Der rund 1,29 Millionen[3] Einwohner zählende Ballungsraum Grande Porto rangiert landesweit jedoch an zweiter Stelle. Porto ist eine der ältesten europäischen Städte, sie wird gern als die „Hauptstadt des Nordens“ bezeichnet. Seit Langem sieht sich Porto als heimliche Hauptstadt Portugals, weil sie immerhin die Namensgeberin des Landes ist. Porto ist bis heute eine Handelsstadt mit einer alteingesessenen Kaufmannschaft, in der sich Wirtschaftsmacht und Reichtum konzentrieren. In Porto sagt man, dass hier das Geld verdient wird, das in Lissabon mit vollen Händen ausgegeben werde.

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde die Stadt auf Deutsch nicht selten Oporto genannt. Das vorgestellte O ist der männliche bestimmte Artikel der portugiesischen Sprache. O Porto bedeutet also „Der Hafen“.

Geographie[Bearbeiten]

Porto 1999 / der Douro im Abendlicht

Die Stadt Porto befindet sich strategisch günstig an der Mündung des Douro in den Atlantischen Ozean in der nordportugiesischen historischen Region Douro Litoral.

Klima[Bearbeiten]

Die Klimaklassifikation nach Lauer und Frankenberg (1987) ordnet das Klima Portugals dem maritimen und semihumiden Klima der subtropischen Klimazone zu. Aufgrund seiner Lage direkt am Atlantik wird es vom Temperaturverhalten des Meeres geprägt: Nicht zu heiße Sommer und verhältnismäßig milde Winter. Die Temperaturen fallen nur selten unter 0 °C. Noch seltener sind Schneefälle zu verzeichnen.

Die Monate mit den höchsten Niederschlagswerten sind Oktober bis April. Entscheidend ist die Lage am kühlen Kanarenstrom, der in südlicher Richtung an der Küste Portugals entlangstreicht. Er bewirkt in der warmen Jahreszeit häufig Küstennebel. Im Winter liegt Porto oft im Einflussbereich atlantischer Tiefausläufer, die im Küstenbereich viel Regen bringen. Das jährliche Niederschlagsmittel beträgt 1267 mm.

Porto
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Porto
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 13,5 14,3 16,2 17,5 19,6 22,7 24,7 25,0 24,0 20,9 16,7 13,9 Ø 19,1
Min. Temperatur (°C) 5,1 5,9 6,8 8,3 10,6 13,5 15,0 14,6 13,9 11,4 7,9 5,9 Ø 9,9
Niederschlag (mm) 171 169 112 112 89 53 16 22 64 131 152 176 Σ 1.267
Sonnenstunden (h/d) 4,0 4,6 6,2 7,2 8,3 9,1 9,9 9,5 7,5 5,9 4,6 4,0 Ø 6,7
Regentage (d) 14 13 11 10 9 6 2 3 6 10 12 12 Σ 108
Wassertemperatur (°C) 14 13 13 14 15 16 17 18 18 17 15 14 Ø 15,3
Luftfeuchtigkeit (%) 81 80 75 74 74 74 73 73 76 80 81 81 Ø 76,8
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22,7
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Geschichte[Bearbeiten]

Die Sé do Porto, Portos Kathedrale aus der Zeit der Reconquista.

Altertum und Mittelalter[Bearbeiten]

Menschen haben an dieser Stelle seit der Castrokultur gesiedelt. Die Griechen errichteten hier einen kleinen Handelsplatz und nannten ihn Kalos (griech. schön). Den Namen übernahmen die Römer als Portus Cale für eine Keltensiedlung kurz vor der Mündung des Douro in den Atlantik. 540 machten die Westgoten die Stadt zur Festung und zum Bischofssitz. Die Stadt wurde 716 bis 868 und 997 bis 1050 von den Mauren beherrscht. 797 wurde die Stadt von Almansor erobert und ausgebaut. Im Zuge der sogenannten Reconquista fiel das Gebiet 1092 endgültig unter christliche Herrschaft, zunächst an das Königreich León. Dessen Grafschaft Portucale wurde 1096/97 dem Kreuzfahrer Heinrich von Burgund als erbliches Lehen gewährt – der Beginn der Geschichte Portugals. Porto wurde zu einem der Ausgangspunkte der von Afonso I. Henriques, dem ersten portugiesischen König, vorangetriebenen Reconquista.[4] 1370, während der Herrschaft von König Ferdinand I., wurde die neue, erweiterte und verstärkte Stadtbefestigung, die Muralhas Fernandinas (Ferdinandinische Mauern), fertiggestellt.

Neuzeit[Bearbeiten]

1703 schlossen England und England den Methuenvertrag, der u.a. England den zollfreien Export von Wolltuch nach Portugal einräumte. Im Gegenzug wurde für portugiesische Weine bei der Einfuhr in England ein um ein Drittel niedrigerer Zoll festgesetzt als für französische.[5] Dies beflügelte den Anbau des schon vom römischen Historiker Marcus Terentius Varro gerühmten Weins aus dem Hinterland von Porto und dessen Ausfuhr über den Hafen Porto. Im 18. Jahrhundert konnte in England mehr und mehr Portwein abgesetzt werden; ab 1717 errichteten zahlreiche englische Handelshäuser Niederlassungen in Porto. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren zeitweilig bis zu 15 % der 60.000 Einwohner Portos Engländer. Heute erinnern noch die Boote der Portweinkellereien auf dem Douro an diese Zeit, die Boote haben jedoch nur noch touristische Funktionen.

Heute ist Porto mit seiner Textil-, Lederwaren-, Metall-, Genussmittel- und chemischen Industrie, der Erdölraffinerie, dem Überseehafen Leixões und einem internationalen Flughafen wichtigste Industrie- und Handelsstadt und bedeutendes Verkehrszentrum des Landes. Eine Universität, Kunstakademie, Museen, Theater und eine Oper heben Portos Stellung eines bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Zentrums Portugals heraus. Das historische Zentrum von Porto am Nordufer des Douro ist seit 1996 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen. Bekanntheit erlangte die Stadt durch dessen Exportartikel, den Portwein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altstadt[Bearbeiten]

Panorama der Stadt Porto; rechts die Ponte Dom Luís I; links der Bildmitte das historische Altstadtzentrum (Ribeira) mit dem Torre dos Clérigos im Hintergrund; auf der äußersten linken Seite die Arrábida-Brücke; außerdem sind auf dem Bild die oft für den Portwein-Transport benutzten Rabelo-Boote zu sehen. (Juni 2006)

Wegen ihrer zahlreichen barocken Kirchen wird Porto auch als „Barockstadt“ bezeichnet. Niccolò Nasoni, Architekt italienischer Herkunft, sind alle wichtigen Barockbauten der Stadt zu verdanken. Das Bild der historischen Altstadt wird weniger von besonderen Einzelbauwerken geprägt als vielmehr von dem Gesamtgefüge einer erhaltenen Innenstadt. Charakteristisch sind die zahlreichen Bauten aus Granit. Das älteste bestehende Hotel ist das Grande Hotel do Porto, das 1880 eröffnet wurde. Das älteste Beton-Hochhaus der Stadt ist das Hotel Dom Henrique.

Enge, gewundene Gassen mit dichter Häuserbebauung bilden ausgehend vom Ufer des Douro an einem Hang die terrassenartige Struktur der Altstadt Ribeira, die seit 1996 als Weltkulturerbe der UNESCO eingetragen ist. Durch den regen Handel in den Geschäften wirkt die hügelige Altstadt am Tage sehr belebt.

Foz Velha, Portos historisches Viertel direkt am Wasser, mit den charakteristischen engen, gewundenen Gassen wurde 2002 vom portugiesischen Institut für das Architekturerbe unter Denkmalschutz gestellt.

Dennoch ist dieses Gebiet problembehaftet, da ein Großteil der denkmalgeschützten Häuser leer steht oder lediglich im Erdgeschoss mit Geschäften bezogen ist. Die Mieten und Instandhaltungskosten für die teilweise verfallenen Gebäude sind hoch. Da deswegen zahlreiche Einwohner Wohnungen am Stadtrand bevorzugen, ist das Altstadtviertel – in Ufernähe zum Douro ausgenommen – am Abend kaum belebt.

Kathedrale und Kirchen[Bearbeiten]

Torre dos Clérigos

Über der Ribeira auf dem Hügel Pena Ventos thronend, auf dem Terreiro da Sé, befindet sich die zweitürmige Kathedrale von Porto (Sé do Porto). Im 12. Jahrhundert als romanische Wehrkirche erbaut und daraufhin im gotischen Stil verändert, erfuhr sie im 17. und 18. Jahrhundert einen vollständigen Umbau. Trotz dieser Umbauten blieb ihr ursprünglicher wehrhafter Charakter erhalten. Reich ausgestattete Altäre, unter anderem der vergoldete Hauptaltar von Niccolò Nasoni im Chor sowie der silberne Altar im linken Querschiff, befinden sich in dem durch Schlichtheit auszeichnenden Innenraum. Charakteristisch für den gotischen Kreuzgang am rechten Seitenschiff sind die im 18. Jahrhundert angebrachten Azulejos. In unmittelbarer Nähe der Kathedrale befindet sich der Bischofspalast.

Das Stadtbild wird zudem von zahlreichen Kirchen bestimmt, die die Prägekraft des noch heute tiefverwurzelten Katholizismus erkennen lassen:

  • Torre dos Clérigos: Der markante Glockenturm wurde zwischen 1754 und 1763 vom italienischen Architekten Niccolò Nasoni erbaut. Mit fast 76 Metern Höhe diente der Turm einst den Seefahrern als Orientierungshilfe, heute ist er das Wahrzeichen der Stadt. Die dazugehörige, zwischen 1732 und 1750 erbaute, ovale „Igreja de São Pedro dos Clérigos“ strahlt mit ihrer zweistöckigen Fassade für einen Barockbau beinahe schlichte Eleganz aus.
  • Igreja Santa Clara: Fast vollständig mit brasilianischem Edelholz und Blattgold ausgestattete Barockkirche mit schlichter gotischer Fassade; in einem unscheinbaren Innenhof am Largo 1° Dezembro gelegen.
  • Igreja do Carmo: Zwischen 1756 und 1768 erbaute Barockkirche; die Azulejos an der Seitenfassade stellen die Gründung des Karmeliterordens dar; gegenüber der Universität gelegen.
  • Igreja da Trindade: Erbaut im 19. Jahrhundert im neoklassischen Stil; unmittelbar hinter dem Rathaus gelegen.
  • Igreja São Francisco: Wegen der überschwänglichen Golddekoration aus dem 17./18. Jahrhundert im Inneren auch als „Goldene Kirche“ bezeichnet; ursprünglich Teil des Franziskanerklosters, neben der Börse gelegen.
  • Igreja de Santo Ildefonso: Mit Azulejos geschmückte Außenfassade; im 18. Jahrhundert erbaut; nahe dem Theater gelegen.
  • Die Capela Carlos Alberto als Gedächtniskapelle für den sardischen König Karl Albert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Avenida dos Aliados: Die Prachtstraße der Stadt, etwa in der Mitte befindet sich die Marmorskulptur des Bildhauers Henrique Moreira (1890-1979), „A Juventude“, eine Allegorie auf die Jugend aus dem Jahr 1929.[6] Die Skulptur stellt ein nacktes Mädchen in sitzender Position dar. Mit den Armen stützt sie sich auf einem Sockel mit vier Gargoyle-Fratzen ab, die Wasser in ein kleines Becken speien. Von der Avenida dos Aliados gehen die Haupteinkaufsstraßen ab. Parallel dazu, 300 Meter östlich, verläuft die Prachtstraße Rua de Santa Catarina; zwischen der Avenida dos Aliados erstreckt sich das traditionelle Einkaufszentrum Mercado do Bolhão; nah der Avenida dos Aliados befinden sich auch die Igreja dos Clérigos mit dem Torre dos Clérigos und weitere Monumente.
  • Paços de Concelho: Das Rathaus wurde 1916 vom englischen Architekten Barry Parker im neoklassischen Stil entworfen; vor dem Gebäude befindet sich das Almeida-Garrett-Denkmal und die Praça do General Humberto Delgado.
  • Praça da Liberdade: Platz am unteren Ende der Avenida dos Aliados mit Reiterstatue des portugiesischen Königs Pedro IV.
  • Palácio da Bolsa: Der Börsenpalast aus dem Jahre 1844 repräsentiert die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Der Bau wurde von den Mitgliedern des portuensischen Wirtschaftsclubs „Associação Comercial do Porto“ finanziert. Ein Glanzpunkt ist der neomaurische Festsaal Salão Árabe.
  • Casa do Infante: Vermutlich das Geburtshaus des Infanten Heinrichs des Seefahrers, beherbergt heute das Stadtarchiv; nur wenige Meter weiter befindet sich vor der Börse seine Statue.
  • Buchhandlung Livraria Lello & Irmão: Mit ihrer neogotischen Außenfassade und einer hölzernen Innenausstattung im Jugendstil aus dem Jahre 1906 gilt sie als eine der schönsten Buchhandlungen Europas. Der Schriftsteller Enrique Vila-Matas beschreibt sie als die schönste.
  • Café Majestic: ein Jugendstil-Kaffeehaus in der Rua Santa Catarina mit Original-Innenausstattung aus den 1920er Jahren
  • Sinagoga Kadoorie der Israelitischen Gemeinde Porto: größte Synagoge der Iberischen Halbinsel, errichtet in den 1930er Jahren
  • Stadtmauer aus der Römerzeit
  • Almeida-Garrett-Denkmal
  • Palácio da Justiça, (1961)

Museen, Konzerthäuser, Theater[Bearbeiten]

Konzerthalle Casa da Música

Der kulturelle Reichtum von Porto zeigt sich nicht zuletzt in den vielen Museen, Konzerthäusern, Theatern, Kinos, Kunstgalerien, Bibliotheken und Buchgeschäften. Die wohl bekanntesten Museen von Porto sind das Nationalmuseum Museu Nacional de Soares dos Reis im Palácio dos Carrancas aus dem 18. Jahrhundert, das sich der portugiesischen Kunst vom 16. zum 20. Jahrhundert gewidmet und das Museu de Arte Contemporânea da Fundação Serralves (Museum für Moderne Kunst der Stiftung Serralves) in einem von Portugals Star-Architekten Álvaro Siza Vieira entworfenen Museumsgebäude.

Die Stadt beherbergt die verschiedensten Theater, darunter das 1794 errichtete Teatro Nacional São João. Ebenso finden sich elegante Konzerthäuser wie den Coliseu do Porto, der vom portugiesischen Architekten Cassiano Branco entworfen wurde. Seit 2005 gibt es einen neues, bedeutendes Konzerthaus in Porto, das Casa da Música, entworfen von den niederländischen Architekten Rem Koolhaas und Ellen van Loon. Es fällt durch seine ungewöhnliche Architektur sofort ins Auge. Neben dem Großen Saal, der 1.200 Zuhörern Platz bietet, beherbergt dieses Gebäude noch einen weiteren kleinen Saal für 350 Zuhörer. Der Jardim do Passeio Alegre ist seit seiner Eröffnung im Jahre 1888 einer der beliebtesten Parks der Stadt.

  • Museu do Carro Eléctrico (Straßenbahnmuseum)
  • Museu do Vinho do Porto (Portweinmuseum)
  • Museu dos Transportes e Comunicações (Verkehrs- und Kommunikationsmuseum) in der Alfândega Nova
  • Museu Nacional da Imprensa, Jornais e Artes Gráficas (Pressemuseum)
  • Museu Militar do Porto (Militärmuseum)

Essen und Trinken[Bearbeiten]

Portos bekanntester Exportartikel ist der Portwein. Die Weinberge, auf denen die Trauben für diesen speziellen Süßwein angebaut werden, erstrecken sich entlang des Rio Douro. Seit 1756 dürfen nur Trauben aus einem per Gesetz genau definierten Gebiet zur Herstellung des Portweins verwendet werden. Die Região Demarcada do Douro (DOC) ist in drei Subregionen, Baixo Corgo, Cima Corgo und Douro Superior, unterteilt.

Das typische Gericht der Stadt sind die „Tripas à Moda do Porto“, Innereien oder Kutteln nach Porto-Art, ein Eintopf mit weißen Bohnen. Der berühmte Caldo verde, eine Suppe mit in feine Streifen geschnittenen Kohlblättern und „Bacalhau à Gomes de Sá“ sind zwei Gerichte, die für Portugal typisch sind und die Portuenser gerne servieren.

Des Weiteren ist Porto für seine Francesinha in ganz Portugal bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Art Sandwich mit viel Fleisch und würzigen Zutaten. Die Zubereitung geht auf Napoleons Zeiten zurück, als Porto belagert und eine schnelle Mahlzeit zur Versorgung der Soldaten gebraucht wurde.

Nachtleben[Bearbeiten]

Die Bars schließen am Wochenende um 4 Uhr früh.

Sport[Bearbeiten]

Veranstaltungshalle Pavilhão Rosa Mota, umbenannt 1991 zur Ehre der Marathonläuferin Rosa Mota

Neben den bekannten Fußballvereinen FC Porto in der höchsten portugiesischen Liga und Boavista Porto, inzwischen in die dritte Liga zwangsabgestiegen, kommt auch der SC Salgueiros aus Porto. Das Estádio do Dragão (erbaut 2003), in dem mehrere Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2004 stattfanden, ist das Heimstadion des Fußballclubs FC Porto. Das Fußballstadion Bessa Século XXI, in dem ebenfalls mehrere Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2004 stattfanden, ist jenes des Fußballclubs Boavista Porto.

2007 wurde ein Lauf zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC in der Stadt ausgetragen.

Seit 2004 findet im Herbst der Porto-Marathon statt. Er startet vom Pavilhão Rosa Mota im Garten des Kristallpalastes (Jardins do Palácio de Cristal): Die Veranstaltungshalle wurde 1952 an der Stelle des ehemaligen Kristallpalastes erbaut. Sie umfasst 10.000 Sitzplätze und wird vor allem für Basketballspiele und als Konzerthalle genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Porto ist der wichtigste Wirtschafts- und Industriestandort des Landes und neben dem am gegenüberliegenden Ufer gelegenen Vila Nova de Gaia das Zentrum der Portweinproduktion.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Ponte Dom Luís I
Ponte Maria Pia
Ponte São-João

Porto ist durch mehrere Autobahnen (pt. Auto-estrada) mit anderen größeren Städten Portugals und einigen Städten Spaniens direkt verbunden. So führen die Autobahnen A29 und A1 Richtung Süden nach Aveiro, letztere bis Lissabon, die A4 nach Osten bis Amarante, die A3 über Braga nach Nordwestspanien, bspw. nach Vigo und die A28 Richtung Norden bis Viana do Castelo. Daneben durchziehen eine Reihe weiterer autobahnähnlicher Schnellstraßen von einem die Stadt umschließenden Schnellstraßenring ausgehend das Umland.

Schiene[Bearbeiten]

Bahnhof Porto Campanhã
Die mit Azulejos ausgestattete Vorhalle des Bahnhofs São Bento

Porto verfügt über die zwei großen Bahnhöfe Campanhã und São Bento. Der Bahnhof São Bento (Estação de São Bento) wurde 1906 fertiggestellt und liegt unterhalb der Kathedrale (). Die Vorhalle wurde 1930 mit außergewöhnlichen Azulejo-Bildern gestaltet, die historische Szenen wie die Eroberung Ceutas aber auch das Alltagsleben auf dem Land oder die Geschichte des Transportwesens darstellen. Mit dem außerhalb der Innenstadt liegenden Bahnhof Campanhã erfolgt der Anschluss an eine der beiden Hochgeschwindigkeitstrassen Portugals, die mit dem Alfa Pendular befahren werden. Somit sind auf der Strecke mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h die südlich von Porto liegenden Städte Lissabon, Entroncamento, Coimbra, Aveiro, Vila Nova de Gaia sowie Braga in Nordportugal direkt erreichbar. Der Bahnhof bildet den Anfangs- bzw. Endpunkt der Linha do Norte, welche die wichtigste Bahntrasse Portugals darstellt. Vom Bahnhof Campanhã gehen des Weiteren Intercidades-Linien Richtung Norden und Süden aus. Eine Reihe weiterer Regionalverbindungen führen zudem nach Nordostportugal. Vier Vorortbahnlinien (pt. Comboios Suburbanos) mit dem gemeinsamen Endpunkt São Bento führen via Campanhã nach Braga, Guimarães, Caíde und Aveiro.

Die Linie 18 beim Wenden
Die Metro von Porto

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe Portos STCP betreiben ein großes Busnetz, das auch die Vorstädte mit Porto verbindet. Darüber hinaus verkehren noch drei Straßenbahnlinien (Linien 1, 18 und 22), die allerdings eher für den Touristenverkehr bedient werden. Ihre Wagen sind noch „uriger“ als die alten Triebwagen der Straßenbahn Lissabons und stammen aus den 1940er Jahren. Insbesondere die Fahrt den Douro entlang mit der Linie 1 von Rua do Infante D. Henrique nach Jardim do Passeio Alegre ist für Porto-Besucher empfehlenswert. Ihre Geschwindigkeit ist auf ebener Strecke vergleichsweise gering. In der Zeit der Umstellung großer Teile des Netzes von Straßenbahn auf Bus um 1980 zeigte sich jedoch, dass auf starken Steigungen die alten Trams den neuen Bussen überlegen waren.

Das als Metro bezeichnete Stadtbahnsystem mit unterirdischen Streckenabschnitten umfasst fünf Linien mit 66 Haltestellen. Die Züge der Linien A, B, C und E befahren eine gemeinsame Strecke von der Station Senhora da Hora im Nordwesten bis Estádio do Dragão im Osten der Stadtregion. Hinter Senhora da Hora führen die Linien weiter über vier verschiedene Streckenäste. Die Linie D befährt eine Nord-Süd-Trasse, unter anderem auch die Dom-Luís-Brücke. Umsteigepunkte zum Eisenbahnnetz bestehen an den Stationen São Bento, Campanhã und General Torres. Das Liniennetz wird in Zukunft weiter ausgebaut.

Des Weiteren gibt es eine Reihe weiterer Busterminals für Überlandbusse, die den Endpunkt zahlreicher Buslinien verschiedener Gesellschaften darstellen. Die bekannte Busgesellschaft Rede Expressos verfügt über drei Busterminals an der Rua Alexandre Herculano für Linien aus Regionen südlich des Douro, an der Praça Filipa de Lencastre für Linien aus nördlichen Städten sowie Campo 24 de Agosto für Linien aus unterschiedlichen Gebieten. Alle diese Busbahnhöfe liegen recht zentrumsnah.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Flughafen Porto Francisco Sá Carneiro

Porto verfügt mit dem Flughafen Porto Francisco Sá Carneiro, besser bekannt unter der früheren Bezeichnung Pedras Rubras, über einen der fünf portugiesischen Flughäfen. Er liegt ca. zehn Kilometer nordwestlich des Zentrums von Porto im Gebiet der Gemeinde Maia. Vom Flughafen mit dem IATA-Code OPO fliegt Lufthansa täglich dreimal nonstop nach Frankfurt, TAP bietet diese Verbindungen täglich dreimal via Lissabon an. TAP fliegt zudem täglich 13-mal nach Lissabon mit zahlreichen Anschlussflügen und zwei Direktflügen nach Hamburg. Ryanair und Easy Jet bieten weitere Flüge, unter anderem nach Frankfurt-Hahn, Basel/Mulhouse/Freiburg, Bremen, Karlsruhe/Baden-Baden, Memmingen, Flughafen Nürnberg, Weeze, Lübeck sowie Genf, London-Stansted und Paris. Air Berlin fliegt (2011/2012) nur die Verbindung Porto - Mallorca, Umsteigeverbindungen nach Deutschland ermöglichen verschiedene europäische Fluggesellschaften. Beim Thema Service ist er aus Sicht der Gesellschaft Airports Council International (ACI) sehr gut, in einer 2008 veröffentlichten Umfrage unter Passagieren belegte er den ersten Platz in Europa und den vierten Platz weltweit in der Kategorie Servicequalität von Flughäfen mit weniger als 5 Millionen Passagieren.

Seeverkehr[Bearbeiten]

In Nähe zur Stadt liegt der Überseehafen in Leixões, der zum Aufstieg Portos zur Handelsmetropole beitrug.

Bildung[Bearbeiten]

Rektorat der Universität Porto

Die älteste Hochschule in Porto ist die 1911 gegründete, staatliche Universität Porto. Sie umfasst 14 Fakultäten und zählt etwa 28.000 Studierende. Außerdem haben die Universität Portucalense und die Universität Fernando Pessoa ebenso wie das Polytechnische Institut Porto ihren Hauptsitz in der Stadt. Die Universität Lusíada sowie die Katholische Universität Portugal unterhalten größere Niederlassungen in Porto.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Porto

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Porto

Partnerschaften[Bearbeiten]

Porto ist die Zwillingsstadt von:

Porto unterhält internationale Städtepartnerschaft[7] mit:

Porto unterhält Partnerschaften zur Zusammenarbeit und Entwicklung mit:

Município Porto[Bearbeiten]

Porto ist Sitz des gleichnamigen Município (Gemeindebezirk) mit einer Fläche von 41,66 km², der dem Stadtgebiet entspricht und in die folgenden 15 Stadtviertel (Freguesias) eingeteilt ist:

Die benachbarten Gemeindebezirke von Porto sind Matosinhos, Maia, Gondomar, Vila Nova de Gaia.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Porto – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Porto – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. Instituto Nacionalde Estatística, Resident population by place of resident (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2010
  4. Monica Blöcker-Walter: Alfons I. von Portugal. Studien zu Geschichte und Sage des Begründers der portugiesischen Unabhängigkeit. Fretz und Wasmuth, Zürich 1966, S. 151–161.
  5. Alan David Francis: John Methuen and the Anglo-Portuguese Treaties of 1703. In: The Historical Journal, Jg. 3 (1960), S. 103–124.
  6. http://sigarra.up.pt/up_uk/web_base.gera_pagina?P_pagina=18345
  7. a b c d e f g h i j k International Relations of the City of Porto (PDF; 81 kB) © 2006–2009 Municipal Directorate of the Presidency Services International Relations Office. Abgerufen am 10. Juli 2009.
  8. Bristol City – Town twinning. © 2009 Bristol City Council. Abgerufen am 17. Juli 2009.
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