Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte

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Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
Beschreibung Fachzeitschrift
Fachgebiet Zeitgeschichte
Sprache Deutsch
Verlag Oldenbourg Wissenschaftsverlag (Deutschland)
Erstausgabe 1953
Erscheinungsweise quartalsweise
Chefredakteur Hans Woller
Herausgeber Andreas Wirsching (Direktor des IfZ)
Helmut Altrichter
Horst Möller
Weblink Die VfZ beim R. Oldenbourg Verlag
Artikelarchiv 1953–2008
ISSN 0042-5702

Die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (abgekürzt VfZ oder seltener VfZG) sind ein bedeutendes fachwissenschaftliches, zeitgeschichtliches Periodikum in Deutschland. Sie werden im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) von herausragenden Historikern herausgegeben. Die aktuellen Herausgeber sind Andreas Wirsching als Direktor des IfZ sowie Helmut Altrichter und Horst Möller. Zum erweiterten Herausgeberkreis gehören Elisabeth Harvey, Hélène Miard-Delacroix, Herfried Münkler, Alan E. Steinweis und Margit Szöllösi-Janze.

Chefredakteur ist derzeit Hans Woller; als sein Stellvertreter fungiert Jürgen Zarusky. Weitere Redaktionsmitglieder sind Magnus Brechtken, Johannes Hürter, Thomas Raithel und Thomas Schlemmer. Die Zeitschrift erscheint quartalsweise.

Die Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte sind eine referierte Zeitschrift, deren Beiträge in der Regel ein dreistufiges Begutachtungsverfahren zur Qualitätssicherung durchlaufen: Nach einer Sichtung und Bewertung der anonymisierten Beiträge durch die Redaktion werden externe Gutachten im In- und Ausland eingeholt (Double Blind Peer Review). Dann entscheiden Herausgeber und Redaktion nach eingehender Diskussion über die Veröffentlichung.

Das erste Heft der Zeitschrift erschien 1953. In ihm gab der damalige Herausgeber Hans Rothfels mit einem wegweisenden Aufsatz[1] eine noch Jahrzehnte später gültige Definition des historischen Forschungsbereiches Zeitgeschichte, der in dieser Form in Deutschland bis dato keine Tradition besaß. In den Folgejahren entwickelte sich die Zeitschrift zum wichtigsten Forschungsperiodikum zur Geschichte des Nationalsozialismus.[2]

Die fachwissenschaftliche Bedeutung der Zeitschrift lässt sich auch daran ermessen, dass zahlreiche ihrer Beiträge als Klassiker der Geschichtswissenschaft gelten oder paradigmatische Debatten nicht nur in der deutschen Zeitgeschichtsforschung angestoßen haben. Erwähnenswert sind hier beispielsweise Hans Mommsens Beitrag über den Reichstagsbrand von 1964[3] oder Martin Broszats Auseinandersetzung mit den revisionistischen Thesen des Holocaustleugners David Irving.[4]

Nachdem jedoch die Zeitgeschichte – im Sinne von Rothfels' Definition als „Epoche der Mitlebenden“[5] – zunehmend über die Zeit des Nationalsozialismus hinausreichte, verbreiterte sich seit den 1970er Jahren auch die Themenpalette der Vierteljahrshefte. Mehr und mehr nahm der Anteil an Forschungsbeiträgen beispielsweise zur Geschichte der DDR und der Bundesrepublik Deutschland zu. Größere Beachtung fand zunehmend auch die Geschichte Europas in ihren globalen Bezügen.

Neben der eigentlichen Zeitschrift existiert noch eine Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Hier erscheinen überwiegend aktuelle monographische Forschungsbeiträge mittleren Umfangs sowie Tagungs- und Sammelbände.

Seit Dezember 2003 arbeitet die Redaktion der VfZ mit dem Rezensionsjournal sehepunkte zusammen. Ziel dieser Kooperation ist es, den Bereich der Zeitgeschichte in den sehepunkten zu stärken.

Die Jahrgänge bis 2008 stehen zum kostenfreien Download bereit; ebenso lässt sich das Inhaltsverzeichnis der Jahrgänge 1953 bis 2012 herunterladen. Die Jahrgänge ab 2009 sind online kostenpflichtig.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Graml, Hans Woller: Fünfzig Jahre Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1953-2003. Was hat die Zeitschrift seit 1953 bewegt? In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jahrgang 51. 2003, Heft 1, S. 51–88 Online (PDF; 5,35 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Rothfels: Zeitgeschichte als Aufgabe, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Jahrgang 1 (1953), Heft 1, S. 1–8. Online (PDF; 5,4 MB)
  2. Siehe etwa Andreas Hillgruber: Hitlers Entschluss zum Angriff auf Russland (Eine Entgegnung) in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2 (1954), S. 240–254; Hugh Trevor-Roper: Hitlers Kriegsziele, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8 (1960), S. 121–133; Gotthard Jasper: Über die Ursachen des Zweiten Weltkrieges; Zu den Büchern von A. J. P. Taylor und David L. Hoggan, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 10 (1962), S. 311–340; Andreas Hillgruber: Die ‚Endlösung‘ und das deutsche Ostimperium als Kernstück des rassenideologischen Programms des Nationalsozialismus, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 20 (1972), S. 133–153.
  3. Hans Mommsen: Der Reichstagsbrand und seine politischen Folgen, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 12 (1964), S. 351–413.
  4. Martin Broszat: Hitler und die Genesis der „Endlösung“. Aus Anlaß der Thesen von David Irving, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1977, S. 739–775 (pdf, Seite 318-354; 22,4 MB)
  5. Hans Rothfels: Zeitgeschichte als Aufgabe, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Jahrgang 1 (1953), Heft 1, S. 1–8. Online (PDF; 5,4 MB)
  6. Übersicht der Jahrgänge