Walter Amelung

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Walter (auch: Walther) Oskar Ernst Amelung (* 15. Oktober 1865 in Stettin; † 12. September 1927 in Bad Nauheim) war ein deutscher klassischer Archäologe.

Leben[Bearbeiten]

Amelung studierte von 1884 bis 1888 klassische Altertumswissenschaften an den Universitäten Tübingen, Leipzig und München. In Tübingen wurde Amelung 1884 Mitglied des Corps Borussia Tübingen. Als Schüler von Heinrich Brunn, bei dem er 1888 in München promoviert wurde, empfing er prägende Anregungen für seine wissenschaftliche Laufbahn. Bis 1890 arbeitete Amelung, der aus einer zu Beginn des 19. Jahrhunderts berühmten Schauspielerfamilie gehörte, als Schauspieler in München und Berlin. Erst dann wandte er sich vollständig der Archäologie zu und unternahm von 1891 bis 1893 ausgedehnte Reisen im Mittelmeerraum. Hier erwarb er umfassende Kenntnisse der antiken Plastik, die er in die Reihe Einzelaufnahmen antiker Skulpturen (mit Paul Arndt, fortgeführt von Georg Lippold) einfließen ließ. Die Reihe war als Vorarbeit für ein Corpus Statuarum Antiquarum gedacht, das jedoch nicht zustande kam.

Amelung lebte seit 1895 in Rom als Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Er verfasste zahlreiche Kunstführer und leistete wesentliche Beiträge zur Rekonstruktion vieler antiker Statuen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Amelung 1921 die Leitung und damit der Wiederaufbau des DAI in Rom aufgetragen. 1927 starb er im 62. Lebensjahr in Bad Nauheim. Er ist auf dem evangelischen Friedhof in Rom in unmittelbarer Nähe von Goethes Sohn Karl August begraben.

Neben seinen Verdiensten um die Archäologie ist Amelung auch als Übersetzer aus dem Griechischen und Lateinischen bekannt. Er war Ehrenmitglied der Society for the Promotion of Hellenic Studies.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Walter Amelung – Quellen und Volltexte