Walther Siegmund-Schultze

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Walther Siegmund-Schultze (* 6. Juli 1916 in Schweinitz, Provinz Sachsen; † 6. März 1993 in Halle, Sachsen-Anhalt) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Bürgermeisters von Schweinitz besuchte 1921–1925 die Grundschule in Schweinitz, 1925–1928 das Domgymnasium in Magdeburg, danach das Johanneum in Liegnitz und legte 1935 das Abitur ab. Er studierte anschließend bis 1939 Musikwissenschaft, Germanistik und Alte Sprachen an der Universität Breslau, wo er auch 1940 mit einer Dissertation über Mozarts Vokal- und Instrumentalmusik in ihren motivisch-thematischen Beziehungen zum Dr. phil. promoviert wurde. Siegmund-Schultze trat am 10. April 1934 als Rottenführer in die SA ein. 1935 wurde er in Breslau Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes[1] und 1937 Mitglied der NSDAP.[2] Nach seiner Promotion leistete er Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg und geriet in Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war Siegmund-Schultze 1946 bis 1948 Lehrer an den Franckeschen Stiftungen in Halle, bis er 1949 einem Ruf der Regierung des damaligen Landes Sachsen-Anhalt als Referent im Ministerium für Volksbildung des Landes Sachsen-Anhalt folgte. Im Jahr 1948 trat er der SED bei, 1951 habilitierte er sich mit der Schrift Untersuchungen zum Brahmsstil und Brahmsbild. Siegmund-Schultze war von 1954 bis zu seiner Emeritierung 1981 Professor für Musikwissenschaften und Musikerziehung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit 1956 auch Direktor des Instituts für Musikwissenschaften.

In den Jahren 1954 bis 1981 war er Abgeordneter des Bezirkstages Halle, 1955 bis 1988 wissenschaftlicher Sekretär der Händelgesellschaft der DDR und 1988 bis 1991 ihr Präsident. Zudem war Siegmund-Schultze Mitgründer der Händelfestspiele in Halle und künstlerischer Leiter der Hallischen Musiktage.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Neben zahlreichen Aufsätzen, Texten für Schallplattentaschen, Werkanalysen, Gestaltungen von Sendungen für Hörfunk und Fernsehen, Rezensionen, Opern- und Konzertkritiken verfasst Walther Siegmund-Schultze folgende Bücher:

  • Die Musik Bachs (1953)
  • Georg Friedrich Händel. Leben und Werk (1954)
  • Mozarts Melodik und Stil (1958)
  • Georg Friedrich Händel (1959)
  • Über den Begriff der Volkstümlichkeit in der Kunst (1960)
  • Zu einigen Fragen der Musikästhetik (1962)
  • Johannes Brahms (1966)
  • Ludwig von Beethoven. Eine Monographie (1975)
  • Johann Sebastian Bach (1976)
  • Georg Friedrich Händel (1980)
  • Georg Philipp Telemann (1980)
  • Wolfgang Amadeus Mozart. Eine kleine Biographie (1991)
  • Wolfgang Amadeus Mozart. Ideal – Idol – Idee (1994)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gabriele Baumgartner; Dieter Hebig: Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Bd. 2. Maassen–Zylla. München, K. G. Saur Verlag 1997, S. 862, ISBN 3-598-11130-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olaf Kappelt: Braunbuch DDR. Nazis in der DDR. Berlin historica, 2009, S. 523-524, ISBN 978-3939929123
  2. Harry Waibel: Diener vieler Herren : Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Lang, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-631-63542-1 S. 314