Wam Kat

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Wam Kat auf der Bühne von „Wendland Reloaded“ in Hannover (2010)

Pieter Jan Herman Fredrik (Wam) Kat (* 23. November 1956 in Zeist) ist ein niederländischer Politaktivist, der seit 1995 in Deutschland lebt. Überregional ist er mit seiner Friedensarbeit im Balkankonflikt und als mobiler Koch für Demonstranten bekannt geworden.

Leben[Bearbeiten]

Wam Kat ist der Sohn des niederländischen Bildhauers[1] Frits Kat (1922–1975)[2] und wuchs in Zeist auf.

Kat war Mitgründer der niederländischen rollenden vegetarischen Küche Rampenplan, die seit Beginn der 1980er Jahre Politaktivisten bei längeren Aktionen mit Essen und anderen Diensten versorgt.[3]

Er arbeitete während der Jugoslawienkriege beim Za Mir Network mit.[4] („Netzwerk für Frieden“). Die von ihm verfassten Zagreb Diaries (Zagreb-Tagebücher) veröffentlichte er zuerst auf Englisch in Form eines Blogs, dann als gedrucktes Buch, das übersetzt auf Deutsch und auf Finnisch erschien.[5] 1995 zog er ins ZEGG, eine Kommune im brandenburgischen Bad Belzig im Fläming. In Belzig startete er das Info-Café Der Winkel[6], ein Zentrum für Toleranz und besseres Verständnis unterschiedlicher Kulturen, und Beispiel lokaler Aktionen gegen rechte Gewalt.

1999 war Kat Mitgründer von Balkan Sunflowers („Balkan-Sonnenblumen“), einer humanitären und sozialen Freiwilligenorganisation während und nach dem Kosovokrieg, die Freizeitaktivitäten, Schulen und Sozialprogramme für Kriegsflüchtlinge in Flüchtlingslagern in Kroatien und Bosnien organisierte.[7]

Nach einem Interview in der taz 2008[8] publizierte er im selben Jahr das Kochbuch 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung. Der Rezensent der ZEIT nannte 24 Rezepte ein „linkes und ein ziemlich interessantes [Kochbuch], wenn man es schafft, sich von der bürgerlichen Schimäre des Wohlgeschmacks zu lösen und das Essen als politischen Akt zu begreifen“.[9]

2008 wurde Wam Kat mit 444 Stimmen in die Stadtverordnetenversammlung von Bad Belzig gewählt, wo er seitdem der vierköpfigen Fraktion der Linken angehört.[10] Er war 2010 mit zehn anderen Personen an der Vorbereitung des Sommerfestivals Ecotopia beteiligt.[11]

2011 gründete Wam Kat die mobile Küche Fläming Kitchen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Wam Kat mit seinem Kochbuch 24 Rezepte (2010)
  • Wam Kat: Zagreb-Tagebuch, aus dem Englischen von Heidi und Georg Schimpf. In: Der Pazifist, ZDB-ID 1065494-x, Jg. 2 (1992), Nr. 6/7, 78 Seiten.
  • Wam Kat: 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung. Orange Press, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 3-936086-36-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wam Kat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lenz Koppelstätter: Wam Kat, der Demo-Koch. In: Die ZEIT vom 4. Oktober 2010.
  2. Eintrag zu Kat, Frits, Eintrags-Nr. 43581, in der Datenbank RKD artists des Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, Den Haag.
  3. kollektieframpenplan.nl (abgerufen am 25. Dezember 2011)
  4. Wired-Artikel über ZaMirNET und Suncokret
  5. Wam Kat: Zagrebin päiväkirja, ins Finnische übertragen von Anu Kantola. Helsinki, Kirjastopalvelu 1993.
  6. http://derwinkel.de/
  7. Samia Zeitoun: Seeing them grow (PDF; 28 kB). In: Al-Ahram Weekly, 2.–8. März 2000.
  8. Daniel Schulz: „Die Sex Pistols liebten frittierte Wurst“ : Der Johannes B. Kerner der Anti-Atombewegung. In: tageszeitung vom 2. Juli 2008.
  9. Michael Allmaier: Rosenkohl süß. In: Die ZEIT Nr. 2008/42 vom 9. Oktober 2008.
  10. Bekanntmachung des Wahlergebnisses der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 28.09.2008 auf der Website von Belzig
  11. Preparation Team Ecotopie