Weißenborn-Lüderode

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil Weißenborn-Lüderode in der Gemeinde Sonnenstein; zur Ortslage in der Gemeinde Liebenburg siehe Lüderode (Liebenburg)

51.53138888888910.420555555556234Koordinaten: 51° 31′ 53″ N, 10° 25′ 14″ O

Weißenborn-Lüderode
Landgemeinde Sonnenstein
Wappen von Weißenborn-Lüderode
Höhe: 234 m
Fläche: 26,2 km²
Einwohner: 1399 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 37345
Vorwahl: 036072
Weißenborn-Lüderode (Thüringen)
Weißenborn-Lüderode

Lage von Weißenborn-Lüderode in Thüringen

Weißenborn-Lüderode ist ein Dorf im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Seit dem 1. Dezember 2011 ist die vormals selbständige Gemeinde Ortsteil der Landgemeinde Sonnenstein. Im Ort befindet sich der Sitz der Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am nordöstlichen Rand des Eichsfeldes in einem Talkessel der oberen Geroder Eller. Südlich liegt der Winkelberg (415 m), ein Ausläufer des Ohmgebirges und nördlich der Iberg (306 m) und der Tellenberg (337 m), die kartographisch dem Silkeroder Hügelland zugerechnet werden können. Zur Ortslage gehört noch der etwa ein Kilometer südlich gelegene Ortsteil Gerode mit dem ehemaligen Benediktinerkloster Gerode.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung Weißenborns erfolgte im Jahr 874 (Wizzanbrunno). Im „Fuldaer Summarium“ aus dem Jahre 874 wurde der Zehnte, den viele Thüringer Ortschaften an das Kloster Fulda zu zahlen hatten, vom König Ludwig bestätigt. Ludwig hatte im Vertrag zu Verdun 843, bei der Aufteilung des großen Frankenreiches, Ostfrankreich erhalten. Dass das Gebiet um Weißenborn-Lüderode zum Gau „Onefeld“ gehörte, geht vor allem daraus hervor, dass Weißenborn, wenn es auch nicht direkt ausgesprochen ist, sondern nur durch Rückschlüsse aus Urkunden zu ersehen ist, als im Gau „Onefeld“ gelegen bezeichnet wird. In seiner „Summa Tradit. Fuld. cap. 11 Nr. 60“ teilt Eberhardus mit, dass Bernhere und Rihmut ihre Güter, im Gau Ohmfeld gelegen, dem Stift Fulda übergeben haben. Das es sich dabei, trotz vieler Anzweifelungen, um unser heutiges Weißenborn handelt, geht aus einer anderen Urkunde hervor. 1157 tauschten, nach einer Urkunde aus diesem Jahr, der Abt Eberhard aus dem Kloster Gerode und der Abt Marcward aus dem Kloster Fulda fulda'sche Güter gegen andere an das Kloster Gerode (vergl. Johann Wolf: Politische Geschichte des Eichsfeldes, Urkundenbuch des 1. Bandes, S. 9). Es handelt sich dabei ohne Frage um die Güter, welche dem Stift Fulda „in pago Onefeld“ geschenkt worden waren. Das Klosterdorf gehörte bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. 1802 bis 1807 wurde Weißenborn-Lüderode preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. Von 1815 bis 1945 war Weißenborn-Lüderode Teil der preußischen Provinz Sachsen.

1945 wurde der Ort Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Weißenborn-Lüderode von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört Weißenborn-Lüderode zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Am 1. Dezember 2011 schloss sich die Gemeinde Weißenborn-Lüderode mit den sieben anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfeld-Südharz zur Landgemeinde Sonnenstein zusammen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot mit einem dreifach gewellten silbernen Schildfuß ein schwebendes silbernes sechsspeichiges Rad, darüber gekreuzt ein nach schrägrechts unten zeigendes Flammenschwert und eine nach rechts oben weisende Rodehacke in Silber. Die Gemeinde Weißenborn- Lüderode mit dem Ortsteil Gerode führt im Wappen ein silbernes sechsspeichiges Rad, das auf die frühere territoriale Zugehörigkeit zum Erzbistum und Kurstaat Mainz verweist. Der silberne Wellenschildfuß gibt als redendes Element den Ortsnamen Weißenborn wieder und steht symbolisch für den Quellbereich des Weißenborns und der Geroder Eller. In gleichfalls redender Art erinnert die Rodehacke an die durch Rodung entstandenen Ortsteile Lüderode und Gerode. Das Flammenschwert als Attribut des Erzengels Michael versinnbildlicht den Schutzpatron des Benediktinerklosters Gerode, das die Entwicklung der Gemeinde begleitet und mitgeprägt hat.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 1520.
  • 1995: 1538.
  • 1996: 1557.
  • 1997: 1560.
  • 1998: 1557.
  • 1999: 1544.
  • 2000: 1546.
  • 2001: 1545.
  • 2002: 1537.
  • 2003: 1516.
  • 2004: 1513.
  • 2005: 1521.
  • 2007: 1469.
  • 2008: 1441.
  • 2009: 1424.
  • 2010: 1399.
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister vor der Eingemeindung Heinrich Brodhun (CDU) wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Apotheke
Ärztehaus

Weißenborn-Lüderode ist der Kernort der Region Eichsfeld-Südharz. Angesiedelt sind hier verschiedene Gewerbebetriebe. Einrichtungen zur medizinischen Versorgung sind unter anderem ein Ärztehaus im Ortsteil Weißenborn und die sich unmittelbar daneben befindende Apotheke. Einkäufe des täglichen Bedarfs erhalten die Einwohner beim örtlichen Edeka-Markt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Weißenborn-Lüderode lag an der Bahnstrecke Bleicherode–Herzberg. Diese ist inzwischen stillgelegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Innenansicht der Kirche St. Michael in Weißenborn
  • Katholische Kirche St. Michael in Weißenborn
  • Katholische Kirche St. Martin in Lüderode (älteste erhaltene Kirche der Umgebung)
  • Evangelische Kirche St. Michaelis
  • Ehemaliges Kloster Gerode

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißenborn-Lüderode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien