WestLicht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

WestLicht. Schauplatz für Fotografie ist ein Museum für Fotografie und Fotokunst im 7. Wiener Gemeindebezirk Neubau.

Das Museum beherbergt eine umfangreiche Sammlung historischer Kameras. Seit der Gründung im Jahre 2001 haben im privat geführten Museum mehr als 90 Ausstellungen stattgefunden.

Geschichte[Bearbeiten]

WestLicht wurde 2001 als gemeinnütziger Verein gegründet, der sich seinen Statuten nach für die Förderung der Fotografie einsetzt. Gegründet wurde das Fotomuseum aus einer Privatinitiative von Liebhabern und Kamerasammlern rund um den Sammler von Fotografie und Kameras Peter Coeln.

Foto- und Kameramuseum[Bearbeiten]

Das Architektenteam Eichinger oder Knechtl betreuten den Umbau eines 50er Jahre-Lofts, ehemals Glasfabrik, das vor dem Umbau als Fotostudio genutzt wurde. Heute beherbergt es auf über 800m2 das Fotomuseum und die historische Kamerasammlung.

Das Fotomuseum[Bearbeiten]

Das Museum zeigt im Jahr sechs bis acht Ausstellungen, wobei das Spektrum von aktuellen Tendenzen der Fotografie über Klassiker des Mediums bis hin zu Gruppen- und Themenausstellungen reicht. Präsentiert werden Fotografen wie Henri Cartier Bresson, Elliott Erwitt, Herbert List, Inge Morath, Ansel Adams, Nobuyoshi Araki, Franz Hubmann, Rene Burri und viele mehr. Seit 2001 ist mit World Press Photo jährlich die größte Ausstellung zum Thema Bildjournalismus zu Gast.

Die Fotosammlung[Bearbeiten]

Die Fotosammlung umfasst rund 40.000 Objekte in den unterschiedlichsten fotografischen Herstellungstechniken, von Plattenfotografien und Glasdiapositiven bis zu den verschiedenen Printverfahren auf Papier. Die Bandbreite umfasst historische und klassische Fotografie aus dem Museumsbestand, sowie Werke zeitgenössischer Fotokunst, beheimatet im OstLicht. Zwei Interessen haben diese Sammlung im Besonderen geprägt: zum Einen das Bewusstsein für die apparativen Voraussetzungen fotografischer Bilder, wie historische Kameras und Betrachtungsgeräte sowie neuere Technologien, zum Anderen ein Zugang zur Fotografie, der neben künstlerischen und dokumentarisch-zeitgeschichtlichen Gesichtspunkten auch ihre populärkulturellen Aspekte im Blick hat und die wahrnehmungspolitischen Effekte fotografischer Bilder reflektiert.

Schwerpunkte der Sammlung sind Daguerreotypien, frühe Papierabzüge, internationaler Fotojournalismus, Aktfotografie, Österreichische Fotografie der Zwischenkriegszeit, des Wiener Aktionismus sowie der Siebziger Jahre. Neben einzeln angekauften Objekten beinhaltet die Sammlung eine Reihe von Teilnachlässen und größeren Werkblöcken (Studio Manassé, Olga Wlassics, Photo Simonis, Gustav Schikola, Udo Proksch , Roland Pleterski, Stefan Kruckenhauser, Walter Henisch, Trude Fleischmann). Darüber hinaus konnten mit der Übernahme von Konvoluten aus internationalen Sammlungen wertvolle Bestände erworben werden, etwa die japanischen Pentax-Collection oder eine Polaroid-Collection.

Polaroid Sammlung[Bearbeiten]

2011 erwarb die Sammlung WestLicht den europäischen Teil der einzigartigen Polaroid Collection [1], bestehend aus mehr als 4400 Kunstwerken der berühmtesten Fotografen, die mit Polaroid zwischen 1960 und 1990 gearbeitet haben. Darunter finden sich renommierte Namen wie Ansel Adams, Luigi Ghirri, David Leventhal, Helmut Newton, Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Lucas Samaras, William Wegman, Robert Mapplethorpe etc. [2]

Kameramuseum

Das Kameramuseum[Bearbeiten]

Das Museum besitzt eine Sammlung historisch und technisch bedeutender Kameras. Die permanente Kameraausstellung, bestehend aus privaten Leihgaben und der eigenen Sammlung, umfasst rund 500 Apparate aller Epochen. Sie präsentiert in chronologischer Abfolge die Meilensteine der Kameratechnik, beginnend mit der Vorgeschichte der Fotografie (Zeichen- und Projektionsapparate) bis hin zu den Anfängen der digitalen Fotografie. Besondere Schwerpunkte sind die Sammlung von 300 verschiedenen Leica-Sucher, eine umfangreiche Sammlung an Spionage- und Miniaturkameras und Kameras vor dem 20. Jahrhundert.

Kamera-Auktion

Auktionshaus[Bearbeiten]

Zweimal jährlich findet im Museum die WestLicht Photographica Auction statt. Seit 2009 kommt im Rahmen der Auktion auch eine Auswahl an hochwertigen Fotografien zur Versteigerung, der Großteil davon Vintage-Abzüge. Das Programm umfasst Arbeiten von bedeutenden nationalen und internationalen Fotografen und Fotografinnen.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Peter Coeln, Anna Auer (Hrsg.): Ferdinand Schmutzer. The unknown photographic work. Wien: WestLicht. Schauplatz für Fotografie, 2001.
  • Peter Coeln (Hrsg.): Franz Hubmann. Waldviertel. Katalog anlässlich der Ausstellung im Westlicht. Schauplatz für Fotografie. Wien: WestLicht. Schauplatz für Fotografie, 2005.
  • Peter Coeln (Hrsg.): Roland Pleterski. Drawn by the light. Katalog anlässlich der Ausstellung im WestLicht. Wien: Christian Brandstätter Verlag, 2007.
  • Uwe Schögl (Hrsg.): Photo Simonis, Prominente und Werbung 1960er & 70er. Katalog anlässlich der Ausstellung im WestLicht. Wien: Christian Brandstätter Verlag, 2010.
  • Rebekka Reuter; Achim Heine, Ulrike Willingmann (Hrsg.): From Polaroid to Impossible, Masterpieces of instant photography – the WestLicht Collection. Katalog anlässlich der Ausstellung im Westlicht. Ostfildern: Hatje Cantz Verlag, 2012.
  • Peter Coeln, Verena Kaspar-Eisert (Hrsg.): Nacht. Katalog anlässlich der Eröffnungsausstellung der OstLicht-Galerie für Fotografie. OstLicht, Wien 2012, ISBN 978-3-9503353-0-9.
  • Marie Röbl (Hrsg.): Heinz Cibulka. Im Takt von Hell und Dunkel. Katalog anlässlich der Ausstellungen im Museumszentrum Mistelbach und im WestLicht. Weitra: Bibliothek der Provinz, 2012.
  • Peter Coeln, Marie Röbl (Hrsg.): Rudolf Schwarzkogler. Aktionsfotografie. Verkaufskatalog Paris Photo. Wien: WestLicht 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: WestLicht. Schauplatz für Fotografie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Coeln von WestLicht rettet Polaroid Collection fotointern.ch, 28. März 2011
  2. WestLicht übernimmt historische Polaroid-Sammlung Kleine Zeitung, 27. März 2011