Westdeutsche Blindenhörbücherei

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Westdeutsche Blindenhörbücherei
Deutsche Blindenbücherei Gebäude Münster autostitch.jpg

Westdeutsche Blindenhörbücherei

Gründung Herbst 1955
Bestand 18.000
Bibliothekstyp Blindenbücherei
Ort Münster (Westfalen)
Website www.wbh-online.de

Die Westdeutsche Blindenhörbücherei e. V. (WBH) wurde gegründet, um Blinden und hochgradig Sehbehinderten Bücher und Zeitschriften zugänglich zu machen. Als größte Bibliothek ihrer Art in Deutschland ist sie im flächendeckenden Netz der Blindenbüchereien primär für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig, beliefert ihre Hörerinnen und Hörer aber auch in anderen Bundesländern und im Ausland. Der Vorsitzende ist Siegfried Volkert.

Verfahren[Bearbeiten]

Die Texte werden von geschulten Sprechern in eigenen Tonstudios aufgezeichnet und nach erfolgter Anmeldung an die Nutzer verschickt. Technisch geschah dies bis in die 1970er Jahre auf Tonbändern und danach auf Kompaktkassetten. Seit 2004 wird nur noch digital produziert, dann als sogenanntes DAISY-Hörbuch im MP3-Format auf CDs gespeichert und versandt. Aktuell steht ein Titelbestand von circa 18.000 DAISY-Hörbüchern zur Verfügung; die etwa 18.500 Titel auf Hörkassetten standen nur noch bis zum 30. Dezember 2009 zur Ausleihe zur Verfügung, danach stellten alle Hörbüchereien in Deutschland die Belieferung mit Kassetten ein. Etwa 9.000 Hörer werden mit literarischen Werken aus allen Bereichen der Literatur sowie Zeitungen und Zeitschriften versorgt.

Die Anmeldung und der Bezug von Hörbüchern sind kostenlos, die Abonnements der Hörzeitschriften sind kostenpflichtig. Erforderlich ist immer der Nachweis über die Sehbehinderung, zum Beispiel mittels Schwerbehindertenausweis in Kopie, ärztlichem Attest, Bescheinigung des örtlichen Blindenvereins. Vielerorts hilft auch der lokale Blindenverein bei der Anmeldung.

Rechtsträgerschaft und Organisation[Bearbeiten]

Die WBH ist eine Institution der „Blindenselbsthilfe“. Träger sind demgemäß die Vereine und Verbände der Kriegs- und Zivilblinden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Betriebskosten der WBH werden durch Mitgliedsbeiträge der tragenden Vereine und durch Spenden der Nutzer selbst finanziert. Dazu kommen Zuschüsse der öffentlichen Hand.

Die WBH ist Mitglied des „Medibus e.V. (Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen)“ und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Sie ist vom Finanzamt Münster-Außenstadt als gemeinnützig anerkannt.

Die WBH beschäftigt 17 hauptamtliche Mitarbeiter in den Arbeitsbereichen Hörerberatung, Bücherauswahl, Katalogisierung, Kopie und Reparatur, Versand, Kontrolle, Rückbuchung, Verwaltung und circa 30 freiberuflich tätige Sprecherinnen und Sprecher.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Volkert und François Van Menxel (Hrsg.): Lesen fürs Hören in Münster: 50 Jahre Westdeutsche Blindenhörbücherei e.V. 1955–2005. Westdeutsche Blindenhörbücherei, Münster 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

51.9238888888897.5620833333333Koordinaten: 51° 55′ 26″ N, 7° 33′ 43″ O