White Sands National Monument

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White Sands National Monument
Gipsdüne
Gipsdüne
White Sands National Monument (USA)
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32.780833333333-106.3275Koordinaten: 32° 46′ 51″ N, 106° 19′ 39″ W
Lage: New Mexico, Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Alamogordo
Fläche: 581,7 km²
Gründung: 18. Januar 1933
Map of White Sands National Monument.png
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Das White Sands National Monument [waɪt ˌsændz -] (deutsch Weißer Sand) ist ein rund 25 km südwestlich von Alamogordo (New Mexico) gelegenes Naturschutzgebiet am nördlichen Ende der Chihuahua-Wüste. Es umfasst in einem weiten Tal - dem Tularosa-Becken (Tularosa Basin) - den südlichen Teil eines 712 km² großen Gipsfeldes, auf dem sich riesige Dünen gebildet haben.

Tularosa Basin[Bearbeiten]

Der Gips, aus dem der White Sands besteht, lag auf dem Grund eines flachen Meeres, das diese Region vor 250 Millionen Jahren bedeckte. Schließlich wurde der Gips zu - mit Meeresablagerungen angereichertem - Stein, der vor rund 70 Millionen Jahren, als die Rocky Mountains sich formten, zu einer gigantischen Kuppel aufgeworfen wurde. Vor rund zehn Millionen Jahren begann die Mitte dieser Kuppel einzustürzen und bildete fortan das Tularosa Basin. Die verbliebenen Ränder der abgesackten Kuppelformation bilden heute die San Andres- sowie Sacramento Mountains.

Genese[Bearbeiten]

White Sands[Bearbeiten]

Der Gips (dihydriertes Kalziumsulfat) ist ein Mineral, das weit oben in den San Andres- und den Sacramento Mountains vorkommt. Durch die Hebung der Berge wurde er im Laufe der Zeit durch Schnee und Regen aus den Felsen gelöst. Anschließend gelangte er in das Tularosa Basin und wurde dort sukzessive als Sediment abgelagert. Dieses würde von Flüssen normalerweise in das Meer getragen werden, doch da es im Tularosa-Becken keinen Abfluss gibt, ist der Gips und andere gelöste Sedimente innerhalb des Tals gefangen. Nachdem das Wasser aus dem Sediment verdunstete, kristallisierte der Gips aus. Die Kristalle zerbrachen wiederum zu Körnern, die durch den Wind zu riesigen weißen, staubigen Dünen aufgetürmt wurden.

Einer der tiefsten Punkte des Tals ist ein großer ausgetrockneter See, der sich zeitweilig mit Wasser füllt: der Lake Lucero. Sobald dessen Wasser wieder verdunstet, sammelt sich gelöster Gips auf der Oberfläche.

Während der letzten Eiszeit gab es noch mehr Gipsablagerungen, da ein großer See - der Lake Otero - den größten Teil des Tals bedeckte. Er trocknete aus und hinterließ eine große Alkali-Ebene.

Dünen[Bearbeiten]

Während feuchter Wetterperioden, in denen das Wasser langsam verdunstet, lagert sich der Gips am Grund des trockenen Sees in kristalliner Form ab, bekannt als Selenit. Entlang der Küste des Lake Lucero und der Alkali-Ebene bedecken Lagen aus Selenitkristallen den Boden, manche bis zu einem Meter lang. Die Kräfte der Natur, Kälte und Wärme sowie Feuchte und Trockenheit zerbrechen die Kristalle schließlich zu kleinen Sandpartikeln, die leicht genug sind, um vom Wind davongetragen zu werden.

Starke Winde blasen über den trockenen See, nehmen Gipspartikel auf und tragen sie mit sich. Wenn sich die Sandkörnchen zu Dünen aufhäufen, prallen sie gegen die sanftgeschwungene, windwärts gelegene Seite der Düne und produzieren kleine Wellen auf deren Oberfläche. Am steilen Kamm der Düne baut sich der Sand solange auf, bis ihn die Schwerkraft abrutschen lässt; dadurch bewegt sich die Düne vorwärts.

In White Sands gibt es vier verschiedene Arten von Dünen:

  • Kuppelförmige Dünen: Die ersten Dünen, die sich windwärts von Lake Lucero bilden, sind niedrige Sandhügel, die sich bis zu zehn Meter jährlich fortbewegen.
  • Barchandünen: Halbmondförmige Dünen bilden sich in Gebieten mit starkem Wind, der nur begrenzt neuen Sand mit sich bringt.
  • Diagonale Dünen: In Gebieten, die ausreichend mit Sand versorgt werden, verbinden sich halbmondförmige Dünen miteinander und bilden lange Bergketten aus Sand.
  • Parabelförmige Dünen: Entlang der Ränder des Dünenfeldes verankern Pflanzen die Ausläufer der halbmondförmigen Dünen miteinander und kehren ihre Form um.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Sogar Pflanzen und Tiere, die gut für das Leben in der Wüste ausgerüstet sind, haben Probleme, in der veränderlichen Welt der Dünen zu überleben. Eine kleine Anzahl von Pflanzen hat sich auf erstaunliche Art und Weise verändert und angepasst und kann so verhindern, ständig unter Sand begraben zu werden. Die Soap Tree Yucca verlängert ihren Stamm, damit sich ihre Blätter immer über dem Sand befinden und wächst auf diese Weise bis zu 30 cm pro Jahr. Andere Pflanzen halten einen Teil der Düne mit ihren Wurzeln fest und können auf dem so verankerten Sandsockel weiterwachsen, während sich die Düne fortbewegt.

Wie in anderen Wüsten auch, halten sich die meisten Tiere, die hier leben, während der Hitze des Tages in ihren Bauen unter der Erde auf und kommen erst nachts zum Vorschein. Am Morgen kann man im Sand die Spuren von Nagetieren, Kaninchen, Füchsen, Kojoten, Baumstachlern und anderen Nachttieren finden. Eidechsen, Käfer und Vögel sind tagaktiv und können in den Pflanzenbereichen beobachtet werden. Einige wenige Tierarten wie eine Taschenmaus, zwei Eidechsenarten und verschiedene Insekten haben eine weiße Tarnfarbe entwickelt, die sie vor ihren Feinden schützt.

Video aus dem Schutzgebiet (ca. 11 MB)

National Monument[Bearbeiten]

Ausgehend vom Besucherzentrum am Eingang des National Monuments führt der Dunes Drive zwölf Kilometer mitten in die Dünen hinein, von wo aus sie über vier markierte Wege zu Fuß erkundet werden können. Im Sommer werden von den Rangern zudem auch geführte Touren angeboten. Etwa ein- bis zweimal in der Woche wird der Park jedoch aus Sicherheitsgründen gesperrt, wenn in der dem Park umgebenden White Sands Missile Range (White-Sands-Raketenbasis) Raketentests durchgeführt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: White Sands National Monument – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  • Sir Ranulph Fiennes, Sebastian Junger, u.a. : Extreme der Erde, National Geographic Deutschland, Hamburg 2004, ISBN 3-936559-31-7, Seite 62