William Wilson (Ingenieur)

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William Wilson
Tafel am Grab Wilsons

William Wilson (* 18. Mai 1809 in Walbottle, England; † 17. April 1862 in Nürnberg) war ein britischer Maschineningenieur und Lokführer der ersten deutschen Eisenbahn.

Leben[Bearbeiten]

William Wilson war ab 1829 bei George Stephenson als Mechaniker angestellt. Für die am 7. Dezember 1835 eröffnete erste Bahnstrecke in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth wurde die erste Dampflokomotive von Stephenson geliefert, da in Deutschland zu diesem Zeitpunkt keine geeignete Lokomotive rechtzeitig und zu einem akzeptablen Preis verfügbar war. Auf Wunsch der Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft wurde von Stephenson zudem befristet auf acht Monate auch der Lokführer und Ingenieur in Person von Wilson gestellt. Dieser sollte das Personal im Betrieb der Lokomotive unterweisen sowie Nachfolger ausbilden und erhielt dafür einen befristeten Arbeitsvertrag über acht Monate. Stephenson machte eine maximale Arbeitszeit von 12 Stunden pro Tag zur Bedingung. Die Reisekosten wurden von der Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft getragen. Außerdem übernahm er die Einrichtung und später die Leitung einer Bahnwerkstatt. Er erhielt ein seiner Qualifikation entsprechendes hohes Gehalt, das den Verdienst des Generaldirektors der Eisenbahngesellschaft überschritt.[1] Sein Gehalt betrug anfangs 1500 Gulden im Jahr, dazu kam eine Remuneration von 240 Gulden. Am 7. Dezember 1835 schließlich fuhr William Wilson als Lokführer die erste deutsche Eisenbahn mit der Lokomotive Adler auf der neugebauten Strecke der Ludwigsbahn. Nach acht Monaten machte er keinerlei Anstalten zur Abreise. Sowohl aufgrund des sicheren Auftretens bei dieser Fahrt als auch wegen seiner hohen Qualifikation wurde der Vertrag mit Wilson schließlich immer wieder verlängert. Die Fahrgäste wollten mit keinem anderen als mit dem langen Engländer fahren. Wenn er nicht selbst die Lokomotive fuhr, sanken die Einnahmen. Ab 1842 wechselte er sich mit seinem zweiten Gehilfen Bockmüller als Lokführer ab. Seine Gesundheit war durch seine Tätigkeit schwer geschädigt, da er bei jedem Wetter in Rock und Zylinder aber ohne Wetterschutz auf der Lokomotive stand. Erst ab dem Winter 1845/46 erhielten die Lokführer Ledermäntel als Wetterschutz, acht Jahre später wurden die Lokomotiven mit Schutzdächern versehen. Trotz verlockender Angebote der Bayerischen Staatsbahn blieb er bei der Ludwigs-Eisenbahn. Ab 1859 konnte er seinem Dienst wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nicht mehr regelmäßig nachkommen.[2] Bei der 25-Jahr-Feier der Ludwigs-Eisenbahn wurde er hoch geehrt. Am 17. April 1862 starb er an den Folgen seiner Krankheit.[1] Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Nürnberger Johannisfriedhof begraben, wo sich sein Grab noch heute befindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Alois Schmid / Katharina Weigand: Bayern mitten in Europa. C.H.Beck, 2005, ISBN 9783406528989, S. 274.
  2. Mück, Wolfgang: Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft. Die kgl. priv. Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth. (Dissertation an der Universität Würzburg). Fürth 1985 (2. neubearb. Auflage), S. 156-157

Literatur[Bearbeiten]