Wilson-Zyklus
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Unter Wilson–Zyklus versteht man das gesamte Geschehen der Plattentektonik, wie es der kanadische Geowissenschaftler John Tuzo Wilson 1970 beschrieben hat. Demnach wiederholt sich das Geschehen, es entsteht ein Zyklus.
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[Bearbeiten] Die Phasen
- Ruhephase: An den Anfang der Entwicklung stellt Wilson eine kontinentale Platte in Ruhe. Als Begründer der Hotspot–Hypothese äußert er die Vermutung, dass Hotspots für das Zerbrechen der Lithosphäre und die Riftbildung verantwortlich sind. Ein Hotspot ist ein im Erdmantel befindlicher Schmelzbereich. Befindet sich ein solcher Hotspot unter der ozeanischen Erdkruste, so können sich Berge eines ozeanischen Vulkanismus bilden. (zum Beispiel Hawaii)
- Graben– oder Rift–Stadium: Die Kontinentalplatte wird durch divergierende Ströme aufgewölbt – es entstehen Gräben (Ostafrikanischer Graben). Entlang der Verwerfungen kommt es zu Vulkanausbrüchen.
- Ozeanisches Jungstadium (Rotes–Meer–Stadium): Der innerkontinentale Graben hat sich so stark erweitert und vertieft, dass das Meer eindringen kann. Basaltischer Schmelzfluss tritt im Spaltenbereich des Rifts aus und bildet eine neue ozeanische Kruste zwischen den auseinander driftenden kontinentalen Platten. So entsteht ein neuer Ozean.
- Ozeanisches Reifestadium (Atlantik–Stadium): Magma steigt als unterozeanischer Vulkan an die Meeresoberfläche und dehnt sich zur Seite aus. Die neu entstandene Kruste drückt die Platten auseinander. Das Magma kann sich zu Gebirgen auftürmen, die bis weit über den Meeresspiegel reichen (zum Beispiel Island)
- Ozeanisches Schrumpfungsstadium (Pazifik–Stadium): Wenn eine neue ozeanische Erdkruste gebildet wird, muss an anderer Stelle die ozeanische Erdkruste unter die kontinentale Erdkruste untertauchen (Subduktion). Es entstehen Tiefseerinnen und Küstengebirge. Diese Vorgänge sind von starkem Vulkanismus begleitet (zum Beispiel Pazifischer Feuerring).
- Ozeanisches Endstadium (Mittelmeer–Stadium): Der Ozean wird durch kontinentale Platten, die sich aufeinander zubewegen, eingeengt.
- Kollisionsstadium (Himalaya–Stadium): Es gibt eine totale Kollision der kontinentalen Platten. Diese kann so weit führen, dass sich die Platten übereinander schieben. Es entstehen Deformationen, Faltungen und Deckenbildung.
- Plattentektonische Ruhepause: Aufgetürmte Kollisionsgebirge werden abgetragen. Das Ergebnis ist ein zusammenhängender Kontinent. Ein neuer Zyklus kann beginnen oder hat schon begonnen.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Volker Kaminske, Christian Keipert (2006): Bau und Dynamik der Erde. Geologisches Grundwissen von Alpenentstehung bis Zechstein. Braunschweig: Westermann, S. 80-81.
- Andrew Goudie (2004): Physische Geographie. Eine Einführung. (Herausgegeben von Lorenz King und Elisabeth Schmitt) München: Spektrum Akademischer Verlag, S. 23-24.
- Wolfgang Frisch, Martin Meschede (2009): Plattentektonik und Gebirgsbildung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 3. Auflage, S. 153-164