Windsurf World Cup Sylt
Der Windsurf World Cup Sylt ist mit mehr als 200.000 Zuschauern der weltweit größte und höchstdotierte Wettkampf der Windsurf-Profis auf der PWA-Worldtour. Er findet seit 1984 jährlich jeweils Ende September in Westerland am Brandenburger Strand statt.
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Geschichte [Bearbeiten]
Die Veranstaltung ist die Einzige der Serie, bei der alle drei PWA-Disziplinen ausgetragen werden und somit ein „Super Grand Slam“.
Als letzter Event der PWA-Worldtour stellt der Windsurf World Cup Sylt das offizielle Saisonfinale dar.[1] 2011 fand aufgrund der sonnigen, aber nahezu windstillen Wetterlage in keiner der drei Disziplinen eine Wertung statt. Gleichzeitig führte ebendiese Wetterlage mit 230.000 Besuchern zu einem neuen Rekord. Auf dem Wasser sorgten Tow-in-Sessions der Freestyler, Stehpaddel-Contests und eine „Tow-In Night Surf Session“ für Unterhaltung.[2] 2012 reisten 132 Starter aus 28 Nationen nach Westerland. Bei guten Windbedingungen konnten alle Wettbewerbe ausgetragen werden, was zuletzt 2009 möglich gewesen ist.
Disziplinen [Bearbeiten]
In der Disziplin Wave (dt.: Wellenreiten) werden sowohl die Sprünge über die Wellen, als auch das Abreiten der Wellen durch Kampfrichter bewertet. Entscheidend sind Höhe, Rotation und die Landung der Sprünge, sowie die Technik und die Dauer der Wellenritte. Pro Lauf („Heat“) treten zwei Teilnehmer gegeneinander an. Jeder Heat dauert gemäß den PWA-Regeln und nach Vorgabe der Kampfrichter zwischen acht und fünfzehn Minuten. Diese Disziplin kann erst ab 5 Windstärken durchgeführt werden.
Beim Freestyle bewerten fünf Kampfrichter die Vielfalt, Originalität und Ausführung artistischer Elemente wie Loopings, Drehungen und Sprünge. Die Freestyle-Disziplin wird nur zwischen 5 und 7 Windstärken ausgetragen.
In der Disziplin Slalom 42 (früher Race) muss ein fester Kurs umrundet werden. Acht Fahrer treten gleichzeitig mit einem fliegenden Start gegen die Uhr an. Die vier besten Fahrer schaffen es in die nächste Runde. Diese Disziplin kann bereits ab einer Windgeschwindigkeit von sieben Knoten ausgetragen werden. Dass das Material für den Erfolg eine entscheidende Rolle spielt, zeigt der Namenszusatz „42“. Die Rennregeln schreiben vor, dass sich jeder Teilnehmer vor dem Start auf 4-Segel und 2-Surfbretter festlegen muss.
Hintergrund [Bearbeiten]
Um den 10-tägigen Wettbewerb, mit 120.000 Euro das höchste Preisgeld der PWA-Worldtour und das Rahmenprogramm sicherstellen zu können, ist die finanzielle Unterstützung durch lokale und überregionale Sponsoren notwendig.[1] Von 2006 bis 2011 war der multinationale Konzern Colgate-Palmolive Hauptsponsor und Namensgeber der Veranstaltung, die damals offiziell Colgate World Cup Sylt hieß.[3] Seit 2011 ist Reno Hauptsponsor und Namensgeber des Events.
Das Windsurfmaterial der Teilnehmer wiegt zusammen über 25 Tonnen und wird zentral am Hamburger Flughafen gesammelt. Von dort wird es mit mehreren Lastkraftwagen nach Sylt transportiert.[3]
Der Race Director legt anhand der Wetterbedingungen jeden Morgen um 9 Uhr beim so genannten "Skippersmeeting" fest, welche Wettbewerbe an diesem Tag ausgefahren werden. Der erste Start erfolgt jeweils frühestens um 10 Uhr. Die Wettkämpfe selbst dauern in der Regel bis 16 Uhr, je nach Wetter- und Sichtbedinungen aber auch länger.
2008 fand als PWA-Weltpremiere die „Night Surf Session“ bei Flutlicht statt, die von Robby Naish und Kai Lenny im aktuellen sportstudio kommentiert wurde.[4] Sie gehört seitdem zum festen Bestandteil des sportlichen Rahmenprogramms. 2009 musste die Night Surf Session aufgrund des extrem stürmischen Wetters, aus Sicherheitsgründen, abgesagt werden. Am letzten Sonntag des Wettbewerbes findet die „Expression Session“ statt, die nicht in die PWA Wertung eingeht. Sie dient vor allem zur Unterhaltung der Zuschauer und bietet jedem Teilnehmer, egal in welcher Disziplin er gemeldet ist, die Möglichkeit sich im Vergleich zu anderen zu zeigen.
Das Rahmenprogramm findet täglich von 10 bis 18 Uhr auf der Kurpromenade statt. In der Boxengasse präsentieren verschiedene Ausstatter ihre Produkte, die man direkt vor Ort testen kann und laden zum Meet and Greet mit ihren Teamfahren ein. In der „Citywave“ haben die Besucher die Möglichkeit trockenen Fußes auf einer 5 Meter langen Endloswelle, die durch einen rotierenden Bürstenteppich erzeugt wird, ihre Standfestigkeit beweisen. Weitere sportliche Herausforderungen bieten unter anderem ein Surfsimulator, der einem mechanischen Bullen ähnelt und der „Quattro High Jump“, ein Bungeetrampolin.
Das Surf Radio Westerland informiert täglich ab 10 Uhr über alles, was während eines World Cup Tages passiert. Die „Open Hour-Party“ die im großen Veranstaltungszelt ab 18 Uhr stattfindet, beendet das offizielle Tagesprogramm.[3]
Impressionen [Bearbeiten]
- Fotos vom Windsurf World Cup Sylt 2009
Liste der Sieger [Bearbeiten]
2000 und 2011 erreichte der Wind über die gesamte Veranstaltungsdauer nicht die notwendige Stärke um die Wettbewerbe austragen zu können. Es fand daher keine Wertung statt. Bis zum Jahr 2001 wurde sowohl für Damen als auch Herren nur die Disziplin Wave ausgetragen. 2002 wurde für die Männer die PWA-Disziplin Race / Slalom 42 aufgenommen. Der Freestyle-Wettbewerb wird seit 2006, ebenfalls nur bei den Herren, ausgetragen.[5]
| Jahr[5] | Damen | Herren |
|---|---|---|
| 1984 | Nathalie LeLievre | Robby Naish |
| 1985 | Nathalie LeLievre | Robby Naish |
| 1986 | Martina von Soolingen | Robby Naish |
| 1987 | Britt Dunkerbeck | Robby Naish |
| 1988 | Nathalie LeLievre | Anders Bringdal |
| 1989 | Britt Dunkerbeck | Bjørn Dunkerbeck |
| 1990 | Britt Dunkerbeck | Robby Naish |
| 1991 | Natalie Siebel | Bjørn Dunkerbeck |
| 1992 | Britt Dunkerbeck | Ralf Bachschuster |
| 1993 | Jutta Müller | Bjørn Dunkerbeck |
| 1994 | Jutta Müller | Robby Naish |
| 1995 | Jutta Müller | Bjørn Dunkerbeck |
| 1996 | Jutta Müller | Bjørn Dunkerbeck |
| 1997 | Andrea Hoeppner | Bjørn Dunkerbeck |
| 1998 | Karin Jaggi | Bjørn Dunkerbeck |
| 1999 | Karin Jaggi | Bjørn Dunkerbeck |
| 2000 | ohne Wertung (Wind) | ohne Wertung (Wind) |
| 2001 | Karin Jaggi | Jason Polakow |
| 2002 | Dorota Staszewska (Race) Wave: ohne Wertung |
Kevin Pritchard (Race) Wave: ohne Wertung |
| 2003 | Daida Ruano Moreno (Wave) | Micah Buzianis (Race) Josh Angulo (Wave) |
| 2004 | ohne Wertung (Wind) | Antoine Albeau (Race) Wave: ohne Wertung |
| 2005 | ohne Wertung (Wind) | Bjørn Dunkerbeck (Slalom 42) Wave: ohne Wertung |
| 2006 | ohne Wertung (Wind) | Micah Buzianis (Slalom 42) Freestyle: ohne Wertung Wave: ohne Wertung |
| 2007 | Nayra Alonso (Wave) | Antoine Albeau (Slalom 42) Jose Estredo (Freestyle) Wave: ohne Wertung |
| 2008 | Daida & Iballa Rueno Moreno (Wave) | Bjørn Dunkerbeck (Slalom 42) Antxon Otaegui (Freestyle) Victor Fernandez Lopez (Wave) |
| 2009 | Iballa Ruano Moreno (Wave) | Antoine Albeau (Slalom 42) Taty Frans (Freestyle) Alex Mussolini (Wave) |
| 2010 | ohne Wertung (Wind) | Bjørn Dunkerbeck (Slalom 42) Jose Estredo (Freestyle) Wave – ohne Wertung (Wind) |
| 2011 | ohne Wertung (Wind) | ohne Wertung (Wind) |
| 2012 | Iballa Moreno (Wave) | Antoine Albeau (Slalom 42) Jose Estredo (Freestyle) Philip Köster (Wave) |
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website
- YouTube-Kanal, mit Archiv ab 2006
- Berichte über den Windsurf World Cup Sylt, The-Daily-Dose.COM
Fußnoten [Bearbeiten]
- ↑ a b Pressemappe, Windsurf World Cup Sylt 2011 (Deutsch, PDF; 2,3 MB) Sven Kaatz, Pressesprecher des Windsurf World Cup Sylt. 1. Oktober 2011. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
- ↑ Rückblick auf den Reno Windsurf World Cup 2011 (Deutsch) Pressestelle des Windsurf World Cup Sylt. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
- ↑ a b c Pressemappe, Colgate World Cup Sylt 2009 (Deutsch, PDF; 2,9 MB) Sven Kaatz, Pressesprecher des Windsurf World Cup Sylt. 9. Oktober 2009. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
- ↑ Night-Session bei Windstärke neun, Bericht zum 25. Windsurf World Cup Sylt (Deutsch) vivasylt.com. 9. Oktober 2009. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
- ↑ a b Hall of Fame Sylt (Deutsch) Pressestelle des Windsurf World Cup Sylt. Abgerufen am 7. Oktober 2011.