das aktuelle sportstudio
das aktuelle sportstudio ist eine wöchentliche Sportsendung des ZDF am Samstagabend. Sie wurde erstmals am 14. August 1963 ausgestrahlt. Von 1999 bis 2005 trug die Sendung den Namen ZDF SPORTstudio.
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[Bearbeiten] Sport im ZDF
Da das ZDF im Jahre 1963 mit bescheidenen Mitteln seinen Sendebetrieb aufnehmen musste, versuchte man die Publikumsrenner besonders zu forcieren, worunter insbesondere der Sport fiel. So begann man mit einer ungewöhnlich großen Sport-Redaktion von 42 Mitarbeitern, der es tatsächlich gelang, die ARD eine ganze Zeit lang bei der Sehbeteiligung zu überbieten. Dieses Vorhaben begünstigte die gerade neu eingeführte Fußball-Bundesliga, welche den Fußball mit ihrem Punktesystem wesentlich attraktiver gestaltete. Dazu schuf man eine maßgeschneiderte Sendung.
[Bearbeiten] Aufbau der Sendung
[Bearbeiten] Konzept
Die erste Sendung des aktuellen sportstudios wurde am 24. August 1963 ausgestrahlt, dem ersten Spieltag der Fußballbundesliga. Zwar ging es – insbesondere in der spielfreien Zeit – auch um andere Sportarten, einen Großteil des Programms nahm aber stets der Fußball ein. Damit begann gewöhnlich auch die Sendung, lediglich Harry Valérien begann mitunter mit einer Randsportart.
In der Anfangszeit entstand die Sendung noch während ihrer Ausstrahlung. Weil das ZDF überhaupt keine Einspielstationen besaß, mussten sämtliche 16-mm-Filme von den Stadien nach Eschborn gebracht, dort entwickelt und geschnitten werden. Der Reporter musste ebenfalls nach Eschborn eilen, da er nur dort den Live-Kommentar sprechen konnte. Dabei handelte man stets nach dem Grundsatz: Lieber eine interessante Panne als eine langweilige Sendung. Dem Publikum führte man dieses Vorgehen stets vor Augen, damit es mitzittern konnte.
[Bearbeiten] Torwand
Ein Markenzeichen des aktuellen sportstudios ist die Torwand, die auf eine Anregung des Moderators Werner Schneider zurückgeht und seit 1964 im Einsatz ist. Erfunden wurde die Torwand von Heinrich Klein.[1][2] [3]Anfänglich befanden sich die beiden Löcher links unten und rechts oben, ferner besaßen sie nur einen Durchmesser von 50 cm (einige Quellen sprechen von 49 cm). Seit 1966 existiert die auch heute noch bekannte Version der Torwand (B: 2,70 m, H: 1,83 m, Löcher links oben und rechts unten mit einem Durchmesser von 55 cm). Zwar hatte man in den 1970er Jahren versucht, sie aus dem Programm zu nehmen, Zuschauerproteste führten aber zur schnellen Wiedereinführung. Es handelt sich um eine bemalte Holzplatte mit zwei Löchern, eins links oben und eins rechts unten, die 55 cm Durchmesser aufweisen. Bisher konnte noch kein Studiogast mit den je drei Versuchen pro Loch sechs Treffer erzielen. Selbst fünf Treffer sind ausgesprochen selten.
- Günter Netzer erzielte am 18. Mai 1974 erstmals fünf Treffer. Dies gelang später zudem Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Matthias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost.
- Franz Beckenbauer gelangen bisher maximal vier Treffer. Vier Treffer konnten – neben anderen – auch der Comedian Mike Krüger, die Fußballspielerin Aylin Yaren, Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton, Oliver Bierhoff, Jérôme Boateng und Christian Träsch erzielen.
- Am 19. August 2006, übertragen aus dem Aachener Reitstadion anlässlich der Reit-WM, erzielte Ludger Beerbaum mit Reitstiefeln zwei Treffer.
- Franz Beckenbauer ist es wiederum gelungen, den Ball von einem Weißbierglas in das untere Loch der Torwand zu schießen.
- Die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj erzielte am 6. Oktober 2007 zwei Treffer in das untere Loch in Pumps mit 7-Zentimeter-Absätzen.
- Dem Komiker Otto Waalkes ist es gelungen, den Ball rückwärts mit der Hacke in das obere Loch der Torwand zu schießen.
- Der Handball-Nationalspieler Florian Kehrmann schoss einem Mann die Brille vom Kopf, weil der harte Schuss von der Kante des Torwandkasten abprallte.
[Bearbeiten] Vorspann
Die – immer noch aktuelle – Titelmusik „Up to date“ wurde von Thomas Reich komponiert und mit der Big Band von Max Greger eingespielt. Ursprünglich begann die Sendung immer mit einer Bahnhofsuhr, um die Aktualität zu unterstreichen, dann folgte eine von Hand gedrehte Litfaßsäule, auf der die Themen der Sendung plakatiert waren. Inzwischen ist man zu einer modernisierten Bahnhofsuhr zurückgekehrt.
[Bearbeiten] Namensänderung
Der ursprüngliche Sendetitel Das aktuelle Sport-Studio wurde am 4. Dezember 1999 in ZDF SPORTstudio geändert und der Sendeplatz wurde 2004 dauerhaft auf 23 Uhr verlegt. Der Grund dafür: Bislang hatte man stets live gesendet, was mit dem Wort „aktuell“ im Titel zum Ausdruck kam. Nunmehr handelte es sich nur noch um eine aus Kostengründen zuvor aufgezeichnete Sendung. Ab dem 6. August 2005 wurde die Sendung in der Regel live und unter dem Namen das aktuelle sportstudio auf dem alten Sendeplatz um 22 Uhr ausgestrahlt. Bei Sendebeginn nach 22 Uhr wurde das aktuelle Sportstudio in Ausnahmefällen zeitversetzt gesendet. Seit 17. Juli 2010 wird das Sportstudio wieder um 23 Uhr ausgestrahlt als Konserve. Die Live-on-Tape-Aufzeichnung beginnt gegen 22 Uhr.
[Bearbeiten] Besondere Ereignisse
Während der Live-Sendungen kam es auch immer wieder zu besonderen Vorkommnissen. So riss in einer Sendung ein Schimpanse der Frau des ehemaligen Schwimm-Olympiasiegers und Tarzan-Darstellers Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf. In die Geschichte ging auch das Interview mit dem Boxer Norbert Grupe ein, der bei den Fragen von Rainer Günzler beharrlich schwieg, sich am Ende aber freundlich für das Interesse am Boxsport bedankte.
Der protokollarisch höchstrangige Studiogast war am 13. Juli 1985 der damals amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker.
[Bearbeiten] Moderatoren
Einige Moderatoren waren selber zuvor Leistungssportler, beispielsweise Eiskunstläufer (Rudi Cerne), Fußballer (Michael Steinbrecher) oder Leichtathleten (Wolf-Dieter Poschmann und Bernd Heller).
Mit Carmen Thomas moderierte am 3. Februar 1973 erstmals eine Frau eine deutsche Sportsendung. Damit sind zwei weitere Ereignisse der deutschen Fernsehgeschichte verbunden: In ihrer zweiten Sendung konnte sie schon zu Beginn der Sendung die Ausgabe der Bild am Sonntag des folgenden Tages zeigen und daraus die Kritik zu ihrer Sendung vorlesen. Wesentlich bekannter machte sie aber am 21. Juli 1973 der Versprecher „Schalke 05“, auf den sie selbst heute noch nahezu wöchentlich[4] angesprochen wird. Über dreißig Jahre später, beim Heimspiel am 28. August 2004 gegen den FC Hansa Rostock, entschuldigte sie sich in der Arena für ihren Lapsus offiziell bei allen anwesenden Schalker Fans.
Derzeitig wird die Sendung von Michael Steinbrecher (seit 29. Februar 1992), Katrin Müller-Hohenstein (seit 28. Januar 2006) und Sven Voss (seit der Saison 2011/2012) moderiert.
[Bearbeiten] Derzeitige und ehemalige Moderatoren
Die in der Ausgangsansicht alphabetisch nach Name sortierte Tabelle ist durch Klick auf die Symbole bei den Spaltenüberschriften sortierbar.
| Moderator/-in |
männlich/ weiblich |
von |
bis |
|
|---|---|---|---|---|
| Arnim Basche | m | 1972 | bis | 1974 |
| Helmuth Bendt | m | 1963 | bis | 1981 |
| Rudi Cerne | m | 1999 | bis | 2006 |
| Hanns Joachim Friedrichs | m | 1971 | bis | 1981 |
| Rainer Günzler | m | 1963 | bis | 1969 |
| Joan Haanappel | w | 1980 | bis | 1981 |
| Bernd Heller | m | 1980 | bis | 1993 |
| Günther Jauch | m | 1988 | bis | 1997 |
| Johannes B. Kerner | m | 1997 | bis | 2006 |
| Norbert König | m | 1992 | bis | 1994 |
| Gerd Krämer | m | 1964 | bis | 1968 |
| Dieter Kürten | m | 1967 | bis | 2000 |
| Sissy de Mas | w | 1980 | bis | 1981 |
| Heribert Meisel | m | 1963 | bis | 1964 |
| Katrin Müller-Hohenstein | w | 2006 | bis | |
| Doris Papperitz | w | 1984 | bis | 1990 |
| Wolf-Dieter Poschmann | m | 1994 | bis | 2011 |
| Christine Reinhart | w | 1993 | bis | 1995 |
| Werner Schneider * | m | 1964 | bis | 1973 |
| Karl Senne | m | 1981 | bis | 1992 |
| Michael Steinbrecher | m | 1992 | bis | |
| Wim Thoelke | m | 1963 | bis | 1970 |
| Carmen Thomas | w | 1973 | bis | 1974 |
| Harry Valérien | m | 1963 | bis | 1988 |
| Sven Voss | m | 2011 | bis |
(* nicht zu verwechseln mit dem Kabarettisten Werner Schneyder, der unter „Gastmoderatoren“ geführt wird
[Bearbeiten] Gastmoderatoren
Vor allem in den 1970er Jahren gab es verschiedene Prominente, die ein oder mehrere Male Moderator oder Co-Moderator im aktuellen Sportstudio waren. Dies sind: Bruno Moravetz, der Eisschnellläufer Erhard Keller (je viermal), Kurt Lavall (* 1923, † 1977) (dreimal), Walter Schmieding, Alfons Spiegel, Willi Krämer (je zweimal), Jochen Bouhs/Volker Tietze, Udo Hartwig, Robert Seeger, Dieter Thomas Heck, Frank Elstner, Kurt Jeschko (je einmal) sowie mehrmals der Kabarettist Werner Schneyder.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Der Erfinder der ZDF-Torwand ist tot. In: sueddeutsche.de vom 3. August 2011
- ↑ A. Westhoff: Heinrich Klein. Torwand-Erfinder gestorben. In: FAZ.net vom 3. August 2011
- ↑ ZDF.de: Der Erfinder der Torwand ist tot
- ↑ http://www.zeit.de/2005/02/Schalke_05