Winterlinge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Winterlinge
Winterling (Eranthis hyemalis)

Winterling (Eranthis hyemalis)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Actaeeae
Gattung: Winterlinge
Wissenschaftlicher Name
Eranthis
Salisb.

Winterlinge (Winterling) (Eranthis) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) mit etwa sieben Arten. Sie kommen in Eurasien vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Illustration von Eranthis hyemalis, mit Rhizom, grundständigen Laubblättern, Blütenstandsschaft, Hochblättern, Blüte und Balgfrüchten

Winterlinge wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden ein Rhizom[1] mit einem Durchmesser von etwa 1 cm und mehreren knolligen Segmenten[2] als Überdauerungsorgan aus. Für Eranthis hyemalis ergaben genaue Untersuchungen, dass eine Hypokotylknolle gebildet wird.[3][4] Es sind höchstens ein oder zwei grundständige Laubblätter vorhanden; sie bestehen aus einem langen Blattstiel und einer handförmig geteilten Blattspreite mit unregelmäßig gezähnten Blattrand.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der Blütenstandsschaft ist stets unverzweigt und endet in einer endständigen, einzelnen Blüte. Unter der Blüte sitzt ein Wirtel aus waagerechten Hochblättern in je nach Art wechselnder Anzahl. Die Blüte ist zwittrig und radiärsymmetrisch. Die Schauorgane der Blüte bilden fünf bis acht gelbe, weiße oder rosarote, kronblattähnliche Kelchblätter enthält, die eine längliche, elliptische oder eiförmige Form besitzen. Es sind fünf bis acht kleine und röhrenförmige Nektarien vorhanden, die manchmal sterile Staubbeutel besitzen. Es sind zehn bis viele (bis 36) Staubblätter vorhanden mit einnervigen, schmal linealen Staubfäden und ellipsoiden oder kreisförmigen Staubbeuteln. [1] Je Blüte sind vier bis neun, selten mehr freie Fruchtblätter vorhanden, die in einer deutlich erkennbaren Narbe enden. Jedes Fruchtblatt enthält sechs bis neun Samenanlagen [2].

Geöffnete Balgfrüchte von Eranthis hyemalis

Es stehen vier bis neun, selten mehr Balgfrüchte zusammen, die 2 bis 3 mm lang, gerade oder im oberen Bereich gekrümmt sind, in einem Schnabel enden und jeweils viele Samen enthalten. Die etwas abflachten, eiförmigen bis ellipsoiden Samen besitzen eine oliv-braune, glatte oder netzartig skulpturierte Oberfläche.[2][1]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x=8. Alle Pflanzenteile sind giftig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Eranthis kommt in Eurasien vor.

Die Gattung Eranthis wurde 1807 durch Richard Anthony Salisbury mit der Typusart Eranthis hyemalis erstbeschrieben.[5] Der Gattungsname Eranthis leitet sich von den griechischen Wörtern er für Frühling und anthos für Blüte ab.[2] Ein Synonym für Eranthis Salisb. ist Cammarum Hill, nom. rej. Die Gattung Eranthis gehört zur Tribus Actaeeae in der Unterfamilie der Ranunculoideae[6] innerhalb der Familie der Ranunculaceae.

Hochblätter und Blüte von Eranthis pinnatifida

Die Gattung Eranthis gliedert sich in zwei Sektionen [7] mit etwa sieben Arten:

Eranthis sect. Eranthis:

  • Winterling (Eranthis hyemalis (L.) Salisb., Syn. Eranthis cilicica Schott & Kotschy, Eranthis × tubergenii Hoog (E. cilicica × E. hyemalis)) [7][8][9][2]: Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa bis Afghanistan. Sie dient als Zierpflanze und tritt in Europa und Nordamerika verwildert auf.
  • Eranthis longistipitata Regel : Diese Art ist im nordöstlichen Iran und im südlichen Zentralasien verbreitet.

Eranthis sect. Shibateranthis (Nakai) Tamura: Sie wird von manchen Autoren auch als eigene Gattung Shibateranthis Nakai abgetrennt:

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Li Liangqian, Michio Tamura: Eranthis. In:  Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9, S. 148. PDF-Datei, online.
  2. a b c d e Bruce D. Parfitt: Eranthis in  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1997, ISBN 0-19-511246-6, S. 183–184. (online).
  3. Wilhelm Troll: Vergleichende Morphologie der höheren Pflanzen. Teil 1: Vegetationsorgane. Borntraeger, Berlin-Zehlendorf 1937–1943; Nachdruck Koeltz, Königstein 1967.
  4. Theodor Arzt: Über die Embryobildung von Pseudomonokotylen (Podophyllum Emodi und Eranthis hiemalis). Heinrich, Dresden 1933 (zugleich Dissertation, Universität Göttingen 1929).
  5. Richard Anthony Salisbury: Observations on the Genera of Trollius, Eranthis, Helleborus, Coptis, and Isopyrum. In: Transactions of the Linnean Society of London. Band 8, 1807, S. 300–307, hier: S. 303, Digitalisat.
  6. Eintrag bei GRIN.
  7. a b Michio Tamura: Eranthis. In: Adolf Engler, Karl Prantl (Begr.), Paul Hiepko (Hrsg.): Die natürlichen Pflanzenfamilien nebst ihren Gattungen und wichtigeren Arten insbesondere der Nutzpflanzen. Band 17a, Teil 4: Angiospermae: Ordnung Ranunculales, Fam. Ranunculaceae. 2. stark vermehrte und verbesserte Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-07980-9, S. 253–255.
  8.  Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Guy Long (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 4: Dicotyledones (Lauraceae – Rhamnaceae), Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5, S. 408. (online)
  9.  Peter Hadland Davis (Hrsg.): Flora of Turkey and the East Aegean Islands. Vol. 1 (Pteridophyta to Polygalaceae). Edinburgh University Press, Edinburgh 1965, ISBN 0-85224-159-3, S. 97 (Nachdruck 1997).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winterlinge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien