Wolaytta (Volk)

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Die Wolaytta (amharisch ወላይታ; andere Bezeichnungen: Walaytta, Welaytta, Welayta, Wolaita) sind eine Ethnie in Äthiopien. Nach Angaben der Volkszählung von 2007 leben in Äthiopien insgesamt etwa 1,7 Millionen Wolaytta, die 2,31 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Von diesen leben 289.707 in Stadtgebieten.[1] Die Wolaytta leben hauptsächlich in der Welayta-Zone in der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker.

Sie sprechen die omotische Sprache Wolaytta. Sie sind größtenteils protestantische Christen, es gibt aber auch eine nennenswerte Minderheit von äthiopisch-orthodoxen Christen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wolaytta hatten ein eigenes Königreich Wolaytta, welches im 19. Jahrhundert in das expandierende Kaiserreich Äthiopien eingegliedert wurde. Administrativ gehörten sie seit der Zeit des Derg-Regimes zum Gebiet Nord-Omo, das auch andere omotischsprachige Volksgruppen umfasste. Wolaytta-Führungspersönlichkeiten betonten jedoch die sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit der Wolaytta und forderten ein eigenständiges Verwaltungsgebiet.[2]

Nach der Machtübernahme der EPRDF 1991 wurde bei der Neuordnung der Verwaltungsgliederung Äthiopiens zunächst eine eigene Region 9 für die Wolaytta geschaffen, im weiteren Verlauf wurde diese jedoch mit den Regionen 7, 8, 10 und 11[3] zur Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNPR) zusammengeschlossen. Die Wolaytta wurden dabei wiederum der Zone Nord-Omo zugeordnet. Die Regionalregierung der SNNPR war der Ansicht, dass die Wolaytta den anderen Gruppen in dieser Zone so nahe stünden, dass eine eigene Zone für sie nicht gerechtfertigt sei. 1998 versuchte sie eine künstliche Sprache, die auf den verschiedenen nordomotischen Einzelsprachen basierte, als Bildungs- und Verwaltungssprache der Nord-Omo-Zone zu etablieren. Nach gewaltsamen Protesten der Wolaytta wurde dieser Versuch abgebrochen. Im November 2000 setzten die Wolaytta schließlich die Gründung einer eigenen Welayta-Zone innerhalb der SNNPR durch.[2]

Bekannte Wolaytta[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Zentrale Statistikagentur: "Zensus 2007" (PDF-Datei; 4,53 MB), erster Draft, Tabelle 5.
  2. a b Lovise Aalen: Ethnic Federalism and Self-Determination for Nationalities in a Semi-Authoritarian State:the Case of Ethiopia, in: International Journal on Minority and Group Rights 13, 2006, S. 285–260
  3. Thomas Zitelmann: Nation der Oromo. Kollektive Identitäten, nationale Konflikte, Wir-Gruppenbildungen, 1994, ISBN 9783860930366 (S. 177)