Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (* 11. März 1939 in Friedberg (Hessen)) ist ein deutscher Philosoph. Von 1971 bis 2007 war er Professor für Philosophie an der Universität Kassel.

Leben[Bearbeiten]

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik ist der jüngste Sohn des österreichischen Philosophen Walther Schmied-Kowarzik und der deutschbaltischen Schriftstellerin Gertrud von den Brincken. Bis 1945 wuchs er in Mödling bei Wien auf, danach in der Oberpfalz. Nach dem Abitur 1959 in Regensburg studierte er an der Universität Wien Philosophie, Ethnologie und Psychologie und wurde 1963 mit der Dissertation Sinn und Existenz in der Spätphilosophie Schellings promoviert.

Ab 1964 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bonn, wo er sich 1970 habilitierte. 1966 heirateten Wolfdietrich Schmied-Kowarzik und die Lehrerin Iris von Gottberg. Der Ehe entstammen drei Kinder.

Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 2007 war Schmied-Kowarzik Professor für Philosophie und Pädagogik mit den Schwerpunkten Dialektische Philosophie und Praktische Philosophie an der Universität Kassel. Von 1977 bis 2006 war er im Vorstand der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für philosophische Grundlagenprobleme der Universität Kassel. In diesem Rahmen initiierte er internationale Tagungen zur Philosophie der Praxis (1982, 1984, 1993); internationale Kongresse zur Religionsphilosophie von Franz Rosenzweig (1986 und 2004) und zur Philosophie von Richard Hönigswald (1995) sowie zur Interkulturellen Philosophie (2001 und 2006).

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik leitete von 1983 bis 1988 Kurse zu Marxismus und Existenzphilosophie am Inter University Centre in Dubrovnik und nahm Gastvorlesungen in Polen (1984, 1987, 1988, 1990, 2001), Brasilien (1990, 1999), in Estland und Lettland (1991, 1994, 1999), Israel (2000, 2006) und China (2007) wahr. Er ist Mitherausgeber der Schriftenreihe Kasseler Philosophische Schriften sowie Herausgeber der Studien zur Philosophie der Praxis und seit 1990 im Mitherausgeberbeirat des Wiener Jahrbuchs für Philosophie. 2004 wurde in Kassel die Internationale Rosenzweig-Gesellschaft gegründet, zu deren ersten Präsidenten er gewählt wurde. Seit 2011 lebt er erneut in Wien.

Schriften[Bearbeiten]

  • Sinn und Existenz in der Spätphilosophie Schellings (Diss.), Wien 1963.
  • Bruchstücke zur Dialektik der Philosophie. Studien zur Hegel-Kritik und zum Problem von Theorie und Praxis, Ratingen/Kastellaun/Düsseldorf 1974.
  • Dialektische Pädagogik. Vom Bezug der Erziehungswissenschaft zur Praxis, München 1974. [Pedagogia Dialéctica. De Aristoteles a Paulo Freire, Sao Paulo 1983. (Portugiesische Übersetzung), 2. Aufl. 1988].
  • Die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis. Zur Genesis und Kernstruktur der Marxschen Theorie, Freiburg/München 1981. [Die gesellschaftliche Praxis, Natur und Dialektik (Koreanische Übersetzung), Seoul 1992].
  • Das dialektische Verhältnis des Menschen zur Natur. Eine philosophiegeschichtliche Studie zur Naturproblematik bei Karl Marx, Freiburg/München 1984. [Die philosophische Untersuchung der Natur (Koreanische Übersetzung), Seoul 1994].
  • (gemeinsam mit Hans Immler) Marx und die Naturfrage. Ein Wissenschaftsstreit, Hamburg 1984.
  • Kritische Theorie und revolutionäre Praxis. Konzepte und Perspektiven marxistischer Erziehungs- und Bildungstheorie, Bochum 1988.
  • Franz Rosenzweig. Existentielles Denken und gelebte Bewährung, Freiburg/München 1991.
  • Bildung, Emanzipation und Sittlichkeit. Philosophische und pädagogische Klärungsversuche, Weinheim 1993.
  • Richard Hönigswalds Philosophie der Pädagogik, Würzburg 1995.
  • „Von der wirklichen, von der seyenden Natur“. Schellings Ringen um eine Naturphilosophie in Auseinandersetzung mit Kant, Fichte und Hegel, Stuttgart-Bad Cannstatt 1996.
  • Denken aus geschichtlicher Verantwortung. Wegbahnungen zur praktischen Philosophie, Würzburg 1999. [Práxis e responsabilidade (Coleção filosofia 151), (Portug. Übersetzung) Porto Alegre 2002].
  • Rosenzweig im Gespräch mit Ehrenberg, Cohen und Buber, Alber, Freiburg / München 2006. ISBN 978-3-495-48244-5
  • Hrsg. mit Jens Flemming und Dietfrid Krause-Vilmar:  Juden in Deutschland – Streiflichter aus Geschichte und Gegenwart. kassel university press, Kassel 2007, ISBN 978-3-89958-265-9 (PDF; 551 KB).
  • Das dialektische Verhältnis von Theorie und Praxis in der Pädagogik, (Kasseler Philosophische Schriften – Neue Folge 1), Kassel 2008. ISBN 978-3-89958-412-7 [1]
  • (gemeinsam mit Hans Immler) Marx und die Naturfrage. Ein Wissenschaftsstreit um die Kritik der politischen Ökonomie, (Kasseler Philosophische Schriften – Neue Folge 4), Kassel 2011. ISBN 978-3-89958-566-7. [2]
  • Hrsg.: Der Philosoph Franz Rosenzweig (1886-1929). Internationaler Kongreß Kassel 1986. Alber, Freiburg / München 1988. ISBN 3-495-47655-5; Band I: Die Herausforderung jüdischen Lernens; Band II: Das neue Denken und seine Dimensionen
  • Hrsg.: Franz Rosenzweigs „neues Denken“. Internationaler Kongreß Kassel 2004. Alber, Freiburg / München 2006. ISBN 3-495-48185-0; Band I: Selbstbegrenzendes Denken – in philosophos; Band II: Erfahrene Offenbarung – in theologos

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Eidam, Frank Hermennau, Dirk Stederoth (Hg), Kritik und Praxis. Zur Problemantik menschlicher Emanzipation, Festschrift für Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, Lüneburg 1999.
  • Rudolf Messner (Hg), Wolfdietrich Schmied-Kowarzik – Akademischer Abschied am 2. Februar 2007, Kassel 2007 (PDF)
  • Heinz Paetzold, Helmut Schneider (Hg.), Schellings Denken der Freiheit. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik zum 70. Geburtstag, (Kasseler Philosophische Schriften – Neue Folge 3), Kassel 2010 [3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]