Mödling

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Mödling
Wappen von Mödling
Mödling (Österreich)
Mödling
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 9,95 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 17′ O48.08555555555616.283055555556246Koordinaten: 48° 5′ 8″ N, 16° 16′ 59″ O
Höhe: 246 m ü. A.
Einwohner: 20.457 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 2056 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2340 (Hauptpostamt),
2342 (ehemaliges Bahnhofspostamt)
Vorwahl: 02236
Gemeindekennziffer: 3 17 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrgasse 9,
2340 Mödling
Website: www.moedling.at
Politik
Bürgermeister: Hans Stefan Hintner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(41 Mitglieder)
19 L.ÖVP, 9 L.SPÖ, 8 Grüne, 3 FPÖ, 1 WIR, 1 BMK
Lage der Stadt Mödling im Bezirk Mödling
Achau Biedermannsdorf Breitenfurt bei Wien Brunn am Gebirge Gaaden Gießhübl Gumpoldskirchen Guntramsdorf Hennersdorf Hinterbrühl Kaltenleutgeben Laab im Walde Laxenburg Maria Enzersdorf Mödling Münchendorf Perchtoldsdorf Vösendorf Wiener Neudorf Wienerwald NiederösterreichLage der Gemeinde Mödling im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Mödling - an der Grenze zwischen Wienerwald und Wiener Becken
Blick auf Mödling - an der Grenze zwischen Wienerwald und Wiener Becken
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Kupferstich (1650) aus Topographia Austriacarum
Altes Rathaus Mödling im Schrannenplatz
Stadtzentrum, Fußgängerzone Mödling
Mödling und Umgebung um 1872(Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Mödling und Umgebung um 1790, Josephinische Landesaufnahme
Mödling (Mitte oben links) um 1900
St. Othmar (15. Jh.) in Mödling

Mödling ist eine Stadt im Industrieviertel in Niederösterreich 16 km südlich von Wien mit 20.457 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013).

Mödling ist auch Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks Mödling. Als ehemaliger Sitz einer Babenbergerlinie hat sie den Beinamen Babenbergerstadt. Die historische Altstadt mit alten Bürgerhäusern ist Fußgängerzone.

Geografie[Bearbeiten]

Mödling liegt am Rande des Wiener Beckens. Durch Mödling fließt der Mödlingbach, der im Wienerwald entspringt und bei Achau in die Schwechat mündet. Ein Großteil des Gemeindegebietes ist bewaldet. Es gehört zum Naturpark Föhrenberge. An den Hängen des Wienerwaldes sind zahlreiche Weingärten mit den zugehörigen Heurigen in der Stadt. Das Weinbaugebiet gehört zur Thermenregion.

Nachbargemeinden: Im Norden und Osten ist es mit den Gemeinden Maria Enzersdorf und Wiener Neudorf zusammengewachsen. Im Süden grenzt es an Guntramsdorf, von dem es aber vom Eichkogel, der eine besondere Fauna und Flora aufweist, getrennt wird. Bei der Fahrt über den Eichkogel ist zwar Gumpoldskirchen der nächste bewohnte Ort. Dazwischen befindet sich allerdings Gemeindegebiet von Guntramsdorf, sodass Mödling nicht an Gumpoldskirchen grenzt. Im Westen führt eine Straßenverbindung durch die Vorderbrühl,[1] die früher ein eigener Ort war, in die Hinterbrühl. Die Brühlerstraße führt durch ein enges Tal, die so genannte Klausen[1], wo oberhalb auf der einen Seite die Burgruine Mödling steht. Die andere Seite der Klausen wird vom Kalenderberg gebildet, wo sich auf der Rückseite die Burg Liechtenstein erhebt. Am Beginn wird die Klausen von der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung mittels eines gemauerten Aquäduktes überquert. Auf den schroffen Felsen stehen die für Mödling typischen seltenen Schirmföhren (Pinus nigra var. austriaca).

Maria Enzersdorf
Hinterbrühl Nachbargemeinden Wiener Neudorf
Gaaden Guntramsdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname wandelte sich im Laufe der Zeit von medilihha über Medelikch und Medling zu Mödling. Die Wurzeln des Namens stammen aus dem Slawischen und bezeichnen ein langsam rinnendes Gewässer.

Die ersten Siedlungsfunde gehen bis in die Jungsteinzeit zurück, wie ein Grabfund einer Doppelbestattung zeigt. Der Ort ist namengebend für die Mödling-Zöbing/Jevišovice-Gruppe. Viele Funde wurden auch auf dem Kalenderberg und dem Jennyberg aus der Hallstattzeit gemacht. In der Nähe des Bahnhofs fand man römische Münzen und ein Grab. Unweit entfernt fanden sich ostgermanische Gräber, die auf die Bewohner der Region nach dem Rückzug Roms verweisen. Ein Langobardisches Gräberfeld im Süden von Mödling zeugt von der Besiedlung durch die Langobarden, die sich hier gegen Ende der Völkerwanderungszeit niederließen, bevor die Masse dieses Volkes nach Pannonien und schließlich Italien abzog und den Awaren das Karpatenbecken überließ. Das Stadtgebiet Mödlings blieb während dieser Zeit besiedelt. Dies zeigten Ausgrabungen eines awarenzeitlichen Gräberfeldes mit über 500 Gräbern an der goldenen Stiege. Grabbeigaben und vollständig erhaltene Skelette sind im Museum der Stadt Mödling ausgestellt. Nach dem Sieg Karls dem Großen über die Awaren im Jahr 803 setzte die Besiedlung aus dem bayrisch-fränkischen Raum ein.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 8. September 903 im Zuge eines Gutstausches zwischen zwei Bischöfen als MEDILIHHA ULTRA MONTEM COMMIGENUM. Die Siedlung dürfte aber im Jahr 907 schon wieder zerstört worden sein. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld dürfte die endgültige Besiedlung durch die Bayern begonnen haben.

Danach war Mödling auch einige Zeit Sitz einer Nebenlinie der Babenberger auf der heutigen Burgruine Mödling. Im Jahr 1177 erhält Heinrich der Ältere, der Sohn von Heinrich II. Jasomirgott, die Herrschaft, die ein Gebiet von Liesing bis zur Piesting und Bruck umfasste. Das bezeugen Unterlagen, die sich im Stift Heiligenkreuz befinden. Nachdem das Interesse auf der Burg Mödling mehr auf Kunst und Kultur als auf dem Herrschen lag, war hier des Öfteren auch Walther von der Vogelweide zu Gast. Die Spitalskirche und die heutige St. Othmarkirche wurden im 15. Jahrhundert erbaut, der Karner wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. Bereits in dieser Zeit war Mödling ein bedeutender Weinort, neben Langenlois einer der bedeutendsten in ganz Niederösterreich.

Unter Herzog Albrecht II. wurde Medlich, wie es damals hieß, im Jahre 1343 zum Markt erhoben.

Bei der ersten Türkenbelagerung 1529 wurde ein großer Teil der Stadt ein erstes Mal zerstört. Auch 1679 starben viele Einwohner an der Pest. Bei der zweiten Türkenbelagerung wurde ein Großteil der Bewohner niedergemetzelt. Es gelang jedoch eine Wiederbelebung durch Siedler aus der Steiermark, woran bis heute der Steirische Panther im Wappenschild erinnert. Da bei der zweiten Pestepidemie 1713 nur 22 Bewohner starben, wurde als Dank die Dreifaltigkeitssäule oder Pestsäule, wie sie heute genannt wird, erbaut.

Am 18. November 1875 wurde der Markt Mödling zur Stadt erhoben.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde der Ort in die Stadt Wien zum 24. Bezirk eingemeindet. Erst 1954 wurde der Ort wieder eigenständig und fiel wieder an Niederösterreich zurück.

Zum Gedenken an die ermordeten Opfer der NS-Zeit, unter ihnen auch Sr. Restituta, wurden am 14. August 2006 Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt.

Siehe auch: Geschichte Niederösterreichs, Geschichte des Wienerwalds.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 59,4 % der Einwohner römisch-katholisch und 8,4 % evangelisch. 3,1 % sind Muslime, 4,1 % gehören orthodoxen Kirchen an und 0,1 % sind israelitisch. 19,0 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Mandatsverteilungen bei Gemeinderatswahlen
Wahl ÖVP SPÖ Grüne WfM1 FPÖ LIF M 20002 WIR3 BMK4
2010 19 9 8 3 1 1
2005 18 12 7 2 2 - -
2000 15 10 5 5 4 1 1
1995 16 8 2 7 4 4 -
1990 17 11 1 10 2 - -
1 Wir für Mödling, vormals Liste Pepi Wagner
2 Mödling 2000
3 Wir für Mödling - Eva Maier
4 Bürgerliste Michael Kanyka

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die gut erhaltene und renovierte Altstadt steht unter dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

Im Rathaus ist auch das Standesamt untergebracht. Aufgrund des schönen Ambientes hat sich Mödling auch einen Ruf als Hochzeitsstadt erworben. Mit der Kaiserin Elisabethstraße und dem Schrannenplatz errichtete Mödling im Jahr 1976 eine Fußgängerzone, wobei erstmals eine durch die Stadt führende Bundesstraße zur Fußgängerzone erklärt wurde.

Neben der geschützten Stadt selbst gibt es noch das Naturschutzgebiet am Eichkogel, der auf seinen Halbtrockenrasen seltene Pflanzen, wie das vom Aussterben bedrohte Knollen-Brandkraut (Phlomis tuberosa) und andere beherbergt. Aber auch in den Felsen der Klausen wachsen seltene Pflanzen, wie die Mödlinger Feder-Nelke (Dianthus plumarius subsp. neilreichii), die erst Mitte des 19. Jh. von dem Botaniker August Neilreich entdeckt wurde oder der Deutsche Alant (Inula germanica). Hier gibt es außerdem große Bestände der seltenen Schwarz-Föhre (Pinus nigra subsp. nigra) und zahlreiche romantische Ruinen des Fürsten Johann I. Josef. Dazu gehört auch die Burgruine Mödling, die auf den Resten der ehemaligen herzoglichen Burg Mödling steht. Letztere zählt zu den drei von Walther von der Vogelweide besungenen Orten, an denen er besonders gefördert wurde. Wegen der malerischen Umgebung war Mödling im Biedermeier ein von Künstlern viel besuchtes Ausflugsziel. Bis 30. November 1967[2] war Mödling von Wien aus mit einer Straßenbahnlinie (Nr. 360) zu erreichen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mödling

Museen[Bearbeiten]

  • Museum Mödling im Thonetschlössl
  • Volkskundemuseum
  • Stadtverkehrsmuseum (Straßenbahnmuseum)
  • Essinger-Haus
  • Beethoven-Gedenkstätte im Hafnerhaus
  • Schönberghaus

Theater[Bearbeiten]

  • Stadttheater Mödling
  • Bühne Mayer
  • Mödlinger Puppenkiste
  • Theater im Bunker, befindet sich in einem ehemaligen Luftschutzstollen in der Vorderbrühl
  • Komödienspiele, Sommertheater im Stadttheater
  • Shakespeare, Sommertheater im Konzerthof der Stadtgemeinde Mödling
  • Jedermann-Aufführungen, Sommertheater am Platz vor der Kirche St. Othmar

Bildung[Bearbeiten]

Die HTL Mödling ist mit rund 3500 Schülern die größte Schule Europas

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Waren früher etliche Großbetriebe in Mödling vor allem wegen der Bahnverbindung angesiedelt, so ist heute die Wirtschaft eher von Kleingewerbe geprägt. Die Großbetriebe sind eher nach Wiener Neudorf in das Industriezentrum Niederösterreich Süd abgewandert.

Energieversorgung: Mödling ist im dicht verbauten Gebiet fast vollständig mit biogener Fernwärme, welche im Biomasseheizkraftwerk Mödling erzeugt wird, aufgeschlossen. Die öffentlichen Gebäude, wie Schulen, Ämter und Kranken- und Pflegeanstalten, als auch großvolumige Wohnbauten werden mit Fernwärme versorgt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Mödling von der Überfahrtsbrücke aus gesehen.

Die Stadt wird von der Südbahn durchquert, die mit der Schnellbahn und der Regionalbahn eine schnelle Verbindung nach Wien, Baden und Wiener Neustadt ermöglicht. Der Bahnhof ist für die zahlreichen Pendler auch mit einer großzügig angelegten Park&Ride-Anlage ausgestattet.

Außerdem führen von Mödling aus in alle Richtungen des Bezirkes Buslinien.

Weiters gibt es einen Citybus mit vier Linien, (1, 2a, 2b, 3) welcher vom ÖBB-Postbus betrieben wird.

Die Autobahnanschlussstelle Mödling an die Südautobahn A2 ist zugleich die Anschlussstelle für die Shopping City Süd außerhalb der Stadt. Das Kurzparksystem ist Mitglied bei m-parking.

Von historischem Interesse ist in Bezug auf Verkehr noch

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mödling pflegt Städtepartnerschaften und eine Städtefreundschaft mit[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Schöffeldenkmal am Schrannenplatz, gegenüber dem Rathaus

Söhne und Töchter

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mödling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorbereitung der Vereinigung von Mödling, Klausen und Vorderbrühl. — (Mödling-Klausen-Vorderbrühl.). In: Die Presse, Local-Anzeiger, 28. September 1876, S. 9 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/apr
  2. Dann war der 360er endgültig tot…. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 2. Dezember 1967, S. 7.
  3. Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling; abgerufen am 26. Mai 2011
  4. Hellmuth R. Figlhuber: Die Straßenbahnlinie 360 von Mauer nach Mödling 1921-1967. Bezirks-Museums-Verein Mödling, Mödling 1988.
  5. Website Mödlong: Jumelage
  6. www.schoenberg.at abgerufen am 10. Mai 2010
  7. http://www.usti-aussig.net/autori/karta/jmeno/117-karl-lehrmann