Wolfsburg (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Wolfsburg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Christian Petzold
Drehbuch Christian Petzold
Produktion Bettina Reitz für teamWorx
Musik Stefan Will
Kamera Hans Fromm
Schnitt Bettina Böhler
Besetzung

Wolfsburg ist ein preisgekrönter deutscher Spielfilm von Christian Petzold aus dem Jahr 2003 mit Benno Fürmann und Nina Hoss in den Hauptrollen. Die Filmpremiere war am 11. Februar 2003 im Panorama der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der im Auftrag des ZDF produzierte Film lief ab 25. September 2003 auch in einigen deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Der junge Autohändler Phillip Wagner verursacht fahrlässig einen Verkehrsunfall, als er mit seinem Auto auf einer Landstraße nahe Wolfsburg unterwegs ist. Dabei verletzt er ein Kind auf seinem Fahrrad schwer. Wagner nimmt davon Notiz, begeht jedoch Fahrerflucht. Er wird später jedoch von Schuldgefühlen geplagt, die ihn in das Krankenhaus treiben. Dort gibt er sich nicht als Unfallverursacher zu erkennen und hat eine Begegnung mit der Mutter des Jungen. Der Junge erwacht aus dem Koma und gibt der Polizei Hinweise, die die Polizei jedoch nicht weiterführen.

Wagner setzt sein Leben fort und versucht seine kriselnde Beziehung durch eine Hochzeit zu retten. Mit seiner Verlobten fährt er in den Urlaub. Wagner erfährt bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub, dass der von ihm verletzte Junge aufgrund des Unfalls gestorben ist. Die Mutter des Jungen versucht verzweifelt, den Täter zu finden, und durchstreift Schrottplätze und Werkstätten. Wagner selbst sucht ihre Nähe und rettet sie sogar bei einem Selbstmordversuch. Sie verliebt sich in ihn, findet jedoch später heraus, dass Wagner der Verursacher des Todes ihres Sohnes ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden 2002 in Wolfsburg und Umgebung sowie an der Ostsee statt.[1] Der Film erreichte 2003 etwa 9000 Kinozuschauer in Deutschland.[2] Die TV-Erstausstrahlung war am 25. Juni 2004 beim ebenfalls an der Produktion beteiligten Sender Arte.[1]

Kritik[Bearbeiten]

„Konzentriert erzählter Film, dessen einfache moralische Geschichte durch die elegante Inszenierung, komplexe Subtexte sowie einen stupenden soziologischen Reichtum zur tiefgreifenden Reflexion über Erkennen und Verkennen, Schuld und Sühne, Sprechen und Schweigen wird.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Petzolds Bilder schaffen eine Stimmung der Ruhe und Konzentration, die den Betrachter gerade durch ihre Zurückgenommenheit zu erschüttern vermögen.“

Begründung der Jury: Adolf-Grimme-Preis[4]

„Christian Petzolds Wolfsburg ist ein Film, der zum Erzählen einlädt, weil er selbst immer nur das Allernötigste erzählt, das Unverzichtbare.“

Andreas Kilb: Frankfurter Allgemeine Zeitung[5]

„Glänzend inszeniert Petzold seine Geschichte über Autos und Liebe. Psychologisch kristallklar und konsequent, in ruhigen, nüchternen, so intensiven wie enthaltsamen Bildern, konzentrierter Leere.“

Rüdiger Suchsland: artechock[6]

„Christian Petzold ist ein Regisseur, dessen ungeheure filmische Intelligenz in den Bildern steckt, in den Figuren, im kunstvollen Einsatz unscheinbarer Motive – und in der Erzählstruktur.“

Ekkehard Knörer: Jump Cut Magazin[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wolfsburg bei filmportal.de, abgerufen am 4. April 2013
  2. Wolfsburg in der Lumiere Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa, abgerufen am 4. April 2013
  3. Wolfsburg im Lexikon des Internationalen Films
  4. Begründung der Jury Adolf-Grimme-Preis
  5. Christian Petzold erzählt einen klassischen Novellenstoff in Filmbildern: Wolfsburg Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. September 2003
  6. Autos, Liebe und der Rest artechock
  7. Christian Petzold: Wolfsburg Jump Cut Magazin