Wolziger See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den Wolziger See auf dem Gebiet der Gemeinde Heidesee. Für den gleichnamigen See auf dem Gebiet der Stadt Zossen (Lkr. Teltow-Fläming) siehe Wolziger See (Zossen).
Wolziger See
Mole im Wolziger See
Mole im Wolziger See
Geographische Lage Mitteleuropa, Deutschland, Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald
Zuflüsse Storkower Kanal, Mühlenfließ
Abfluss Blossiner Fließ zum Langen See
Daten
Koordinaten 52° 15′ 23″ N, 13° 49′ 15″ O52.25638888888913.82083333333333.7Koordinaten: 52° 15′ 23″ N, 13° 49′ 15″ O
Wolziger See (Brandenburg)
Wolziger See
Höhe über Meeresspiegel 33,7 m
Fläche 5,79 km²f5
Länge 3,2 kmf6
Breite max. 2.5 kmdep1f7
Volumen 32.000.000 m³dep1f8
Umfang 10 kmf9
Maximale Tiefe 13 mf10
Mittlere Tiefe 5,5 mf11

Der Wolziger See ist ein 597 Hektar umfassender Binnensee im Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald im Naturpark Dahme-Heideseen und der größte See der Gemeinde Heidesee. An seinem Ufer liegen der namensgebende Ortsteil Wolzig sowie Blossin, Kolberg und Görsdorf b. Storkow. Er ist Bestandteil der gut 33 Kilometer langen Bundeswasserstraße Storkower Gewässer (SkG)[1] mit der Wasserstraßenklasse I; zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der etwa kreisförmige See hat einen Durchmesser von etwa 3,2 Kilometer, die Fläche beträgt 579 Hektar. Die größte Tiefe liegt bei etwa 13 Metern.[2] Er ist in der Eiszeit entstanden und liegt in einer Mulde des Berliner Urstromtals.

Der See erhält seinen Zufluss vom Storkower Kanal im Nordosten und im Südosten vom Mühlenfließ, das die Groß Schauener Seenkette mit dem Wolziger See verbindet. Sein Abfluss führt im Südwesten durch das kanalartig ausgebaute 1,35 Kilometer lange Blossiner Fließ zum Langen See und von dort über die Dahme zur Spree.

Das Ufer ist über weite Strecken mit Schilf bewachsen. Der Grund besteht überwiegend aus Sand, der aber auch mit Steinen durchsetzt ist. Er weist mehrere Erhebungen und stark abfallende Scharkanten auf. Eine markante Stelle des Sees bildet eine Schilfinsel im südlichen Teil des Sees. Vor dieser Insel fällt die Scharkante steil von rund 1 Meter auf 8 Meter ab.

Am Wolziger See liegen fünf öffentliche Häfen:

  • Fischereihafen am Westufer in Blossin, Tiefgang 2 Meter
  • Yachthafen des Jugendbildungszentrum am Westufer in Blossin, Tiefgang 2 Meter
  • Sportboothafen des Jugendbildungszentrums Blossin am Westufer, Tiefgang 1,8 Meter
  • Bootshaus Erkner am Nordufer in Wolzig, Tiefgang 1,5 Meter
  • Naturhafen am Südufer in Kolberg, Tiefgang 1,4 Meter

Ersterwähnungen und Namengebung[Bearbeiten]

Blick vom Südostufer in Görsdorf an der Einmündung des Köllnitzer Fließes/Mühlenfließes

Das Gewässer wurde erstmals 1514 im Erbregister der Herrschaft Beeskow urkundlich als vf den See woltzigk erwähnt.[3] Die im von Adolph Friedrich Riedel zusammengestellten Codex diplomaticus Brandenburgensis wiedergegebene Urkunde enthält im Abschnitt Woltzigk die Angabe:

„Item Valten Mertten ist Fischer Richter vf den See woltzigk, siehet zue neben dem Schultzen, das es Recht zuegehet, davor hat er frey fischen mit waten und Puferten.“

Codex diplomaticus Brandenburgensis, XX. Band (A 20), 1861, S. 474.[4]

1518 findet sich im Erbregister Beeskow die Schreibweise auff dem Woltziger … und andere sehe und 1643 in einer Storkower Urkunde die Angabe auf dem Woltziger See.[3] Laut Brandenburgischem Namenbuch wurde der See ehemals auch als Blossiner See bezeichnet, beispielsweise im königlich-preußischen Urmesstischblatt von 1844.[5] Die Namenbildung mit dem Suffix -lsk- deutet gemäß Namenbuch darauf hin, dass hier der Ortsname auf den See übertragen wurde.[3] Den Namen des 1443 erstmals als Wolzck erwähnten Ortes Wolzig führt der Sprachwissenschaftler und Slawist Reinhard E. Fischer auf die altsorbische Bedeutung für Ort, wo Erlen wachsen zurück.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10. Die Gewässernamen Brandenburgs. Begründet von Gerhard Schlimpert, bearbeitet von Reinhard E. Fischer. Herausgegeben von K. Gutschmidt, H. Schmidt, T. Witkowski. Berliner Beiträge zur Namenforschung im Auftrag des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996 ISBN 3-7400-1001-0.
  • Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004. Kapitel 1.37 Wolziger See S. 155–158 PDF

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolziger See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis E, Lfd. Nr. 4 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Vgl. Hartwig Krumbeck, Ute Mischke (Hrsg.): Gewässerreport (Nr. 6): Entwicklungen der Gewässer im Scharmützelseegebiet und angewandte Probleme des Gewässerschutzes, Tab. 1, S. 99
  3. a b c Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10. Die Gewässernamen Brandenburgs, S. 309.
  4. Codex diplomaticus Brandenburgensis, Erster Hauptteil, Band VIII, Berlin 1847, S. 474.
  5. Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10. Die Gewässernamen Brandenburgs, S. 36.
  6. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436. S. 185.