Women Against Pornography

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Women Against Pornography - WAP (engl. Frauen gegen Pornographie) war eine radikalfeministische anti-pornographische Aktivistinnengruppe, die 1978 in New York City, USA gegründet wurde. Diese Vereinigung war eine sehr einflussreiche Gruppierung in der Anti-Pornographie-Bewegung der späten 1970er und 1980er Jahre.

Überblick[Bearbeiten]

WAP war die bekannteste einer ganzen Reihe von feministischer anti-pornographischer Gruppen die in den USA und dem anglophonen Sprachraum aktiv waren, überwiegend während der späten 1970er bis zu den frühen 1990ern. Nachdem etliche Versuche eine umfassende Gruppe anti-pornographischer und feministischer Aktivistinnen ins Leben zu rufen, wurde die WAP im Jahre 1978 gegründet. Vorangegangen waren etliche Bemühungen und öffentliche Debatten über die Ziele der radikalen Feministinnen in New York. Erst nach einer anti-pornographischen Konferenz 1978, bei der Susan Brownmiller für die New Yorker Gruppe Lynn Campbell[1] von Women Against Violence in Pornography and Media (WAVPM) aus San Francisco gewinnen konnte, begann die eigentliche Organisationsarbeit. Gründungsmitglieder waren unter anderen Adrienne Rich, Grace Paley, Gloria Steinem, Shere Hite und Andrea Dworkin[2].

Sie gewannen schnell breitgefächerte Unterstützung für ihre Anti-Porno-Kampagne und organisierten Ende 1979 einen Protestmarsch zum Times Square mit über 5000 Unterstützern. Ihre anti-pornographischen Aktivitäten brachten ihnen auch unverhoffte finanzielle Unterstützung aus dem Büro des Bürgermeisters, von Kinobesitzern und anderen Parteien, die ein Interesse an einer sozialen Aufwertung des Times Square hatten. Nach dem Protestmarsch zum Times Square beendete Campbell die Mitarbeit aus gesundheitlichen Gründen und während Brownmiller sich ebenfalls zurückzog, um ihr Buch Feminity[3] zu beenden, übernahm Dorchen Leidholdt neue Führungsaufgaben.

WAP wurdet durch seine anti-pornographischen Informationsveranstaltungen und Besuche in Sexshops und Pornokinos am Times Square bekannt. In den 1980ern konzentrierte sich WAP mehr auf die Lobbyarbeit und Gesetzesinitiativen gegen Pornographie, überwiegend durch Unterstützung einer bürgerrechtsorientierten und anti-pornographischen Gesetzgebung. In den späten 1980ern konzentrierte sich die Führung der WAP vor allem auf internationalen sexuell konnotierten Menschenhandel und waren mitbegründender Teil der Koalition gegen den Menschenhandel mit Frauen[4] Nachdem Leibholdt als Vorstand zurücktrat, um sich für diese Koalition einzusetzen, übernahm Norma Ramos die Leitung der Gruppe[5] Während der 1990er wurden die Aktivitäten der Gruppe weniger und sie erlosch Mitte der 1990er vollständig.

Die Standpunkte der Gruppierung waren kontrovers, die bürgerlichen Liberalen stellten sich gegen die WAP und ähnliche Gruppen, die angestrebten Gesetzesänderungen waren nach Auffassung der Liberalen Zensur. Sex-positive Feministinnen hielten die feministischen Kampagnen für fehlgeleitet und für eine Bedrohung der sexuellen Freiheit und der freien Meinungsäusserung, die sich letztendlich gegen die Frauen selbst, Homosexuelle und sexuelle Minderheiten wenden würde. WAP wurde Teil einiger sehr erbitterter Debatten mit sex-positiven Feministinnen, später wurde dieser Schlagabtausch als Feminist Sex Wars der späten 1970er und 1980er bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susan Brownmiller: In Our Time: Memoir of a Revolution. The Dial Press, 1999. ISBN 0-385-31486-8
  • Dorchen Leidholdt: Demand and the Debate. Coalition Against Trafficking in Women. 2004
  • Dorchen Leidholdt und Janice Raymond: The Sexual Liberals and the Attack on Feminism, Pergammon Press 1990, ISBN 0-08-037457-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lynn Campbell
  2. Brownmiller, Susan (1999). In Our Time: Memoir of a Revolution. New York: The Dial Press. p 298-299. ISBN 0-385-31486-8
  3. Susan Brownmiller: Feminity
  4. Leidholdt, Dorchen. (2004). Demand and the Debate. Coalition Against Trafficking in Women (website).
  5. "A Conversation About Pornography" with Norma Ramos and Nadine Strossen vom 19. January 1995. (Englisch, Video)