Yankee

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Wort Yankee als Bezeichnung für US-Amerikaner. Weitere Bedeutungen unter Yankee (Begriffsklärung)

Der Ausdruck Yankee wurde ursprünglich als Spitzname für die Bewohner Neuenglands im Norden der Vereinigten Staaten verwendet, beispielsweise von Mark Twain in A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court (1889). Während des von 1861 bis 1865 dauernden Sezessionskriegs wurde der Begriff von den Südstaatlern im Süden der Vereinigten Staaten abfällig für die Truppen der verfeindeten Nordstaaten verwendet. Diese reagierten darauf, indem sie den Yankee Doodle zu ihrem Schlachtlied und zu ihrer inoffiziellen Nationalhymne machten.[1]

Heute wird er in den Vereinigten Staaten überwiegend in dieser Bedeutung verwendet, während der Begriff „Yankee“ außerhalb der Vereinigten Staaten, meist mit abschätzigem Unterton, auf US-Amerikaner angewandt wird. Besonders in romanischen Ländern fand die antiamerikanische Parole „Yankee Go Home“ Verbreitung, die sich gegen die Anwesenheit von US-Truppen oder die Dominanz des American Way of Life überhaupt richtete.

Der Name leitet sich möglicherweise vom Spitznamen der niederländischen Einwanderer ab, die verächtlich „Jan Kees“ genannt wurden – Jan und Kees sind in den Niederlanden häufige Vornamen.[2] Es wurde aber auch vermutet, dass es sich um eine Amerikanisierung des Wortes „Engländer“ aus der Sprache der Wyandot (Huronen) handelt, deren Aussprache des übernommenen französischen Wortes „L’anglais“ ähnlich klingt: „Y’n-gee“. Es gibt noch einige weitere Theorien, so zum Beispiel, dass sich die Bezeichnung über die englische Verballhornung „Yanke“ vom häufigen niederländischen Spitz- und Nachnamen „Janke“ ableitet, der während der Kolonialzeit zur Bezeichnung von niederländisch sprechenden Kolonisten und Siedlern im Nordosten der späteren Vereinigten Staaten verwendet wurde (siehe auch Nieuw Nederland).[3]

Aus der Bezeichnung entstand auch der Teamname der New York Yankees.

Um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts wurden die Japaner auf Grund ihrer Unternehmungslust bei der Modernisierung ihres Landes als „Yankees des Ostens“ bezeichnet.[4][5] In Japan selber bezeichnet der Begriff (transkribiert als ヤンキー, yankī) seit dem Zweiten Weltkrieg einen jugendlichen Delinquenten.

Literatur[Bearbeiten]

  •  William R. Taylor: Cavalier and Yankee: The Old South and American National Character. Harvard University Press, Cambridge, MA 1961.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Irwin Silber, Jerry Silverman: Songs of the Civil War. Courier Dover Publications, 1995, ISBN 0486284387, S. 203.
  2.  Friedrich Kluge, Elmar Seebold, Walter de Gruyter (Hrsg.): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.. 24. Auflage. alter de Gruyter, 2002, ISBN 3110174731, S. 1001.
  3.  Michael Quinion, World Wide Words (Hrsg.): Port Out, Starboard Home. (http://www.worldwidewords.org/reviews/re-por1.htm, abgerufen am 18. August 2008).
  4.  Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg. Band 18, 1902, S. 308 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  William Eleroy Curtis: The Yankees of the East, Sketches of Modern Japan. New York 1896.