Yetholmschild

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Yetholmschild im British Museum

Der Yetholmschild, (engl. Yetholm-type shield; benannt nach Kirk Yetholm in der Borderregion in Schottland, wo in einem Torfmoor drei Schilde gefunden wurden) ist ein unverwechselbarer Schild aus der Bronzezeit (1200-800 v. Chr.) Nordwesteuropas.

Yetholmschilde kommen in Großbritannien und Irland (Bronzeschild vom Lough Gur) und mit einer Ausnahme in Dänemark vor. 22 Schilde sind bekannt, von denen einige nur fragmentarisch erhalten und weitere sieben oder acht aus schriftlichen Quellen bekannt, aber heute verloren sind. Die Schilde variieren in der Größe, sind aber ansonsten identisch. Felsritzungen aus dem südlichen Skandinavien zeigen Schilde mit konzentrischen oder gepunkteten Ringen deren Ähnlichkeit frappierend ist. Die eindrucksvollen Schilde sollten einen hohen sozialen Status der Besitzer angezeigt haben.

Die Rundschilde sind aus einer Kupferlegierung mit 11–14 % Zinnanteil. Sie sind mit einer zentralen Bosse versehen. Die Schildfläche aus erhabenen Rippen in konzentrischen Ringen ist durch Treiben von der Rückseite erstellt. Zwischen den Rippenringen befinden sich Ringe aus halbkugelförmigen Bossen von etwa 4 mm Durchmesser. Der äußere Rand des Schildes wurde umgehämmert, um einen starke Rand zu bilden. Ein Handgriff aus einem dickeren Stück Bronzeblech ist von innen über die Bosse genietet. Beigefügt sind auch ein Paar Metalllaschen für den Tragegurt. Die Nieten sind auf der Vorderseite ähnlich wie die dekorativen Bosse gestaltet und schwer zu identifizieren. Wahrscheinlich wurde die einheitliche Größe und Tiefe der Bossen mittels Stempel erstellt, obwohl zeitgemäße Werkzeug nicht gefunden wurden. Die Schilder zeigen ein hohes Können, und angesichts dem Grad der Ähnlichkeit, ist es wahrscheinlich, dass alle in der gleichen Werkstatt entstanden sind. Die Schilde variieren bei der Anzahl der Ringe und somit in der Größe. Der größte Schild (1779 in Ayrshire gefunden) hat 29 Rippen- und 29 Bossenringe. Der kleinste, ursprünglich vermutlich aus dem County Antrim stammend, jedoch in der Themse gefunden, hat elf.

Obwohl das Prägedesign und der gefalteten Rand Steifigkeit verliehen, waren die Schilde zu dünn für den Kampf. Einige waren wahrscheinlich im Rahmen einer Opferzeremonie, zerstört, deponiert worden. Der Schild von South Cadbury wurde dreifach von einem Holzpflock durchstochen, in einem Graben gefunden. Seiner Entdeckung folgte eine metallurgische Analyse auch anderer Exemplare, was darauf hindeutete, dass die meisten Schilde im 12. Jahrhundert v. Chr. hergestellt wurden. Der South Cadbury Schild wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts v. Chr. deponiert. Ein Schild aus Long Wittenham in Oxfordshire hat zwei rautenförmigen Perforationen, wie sie durch Speerspitzen verursacht werden.

Mit Ausnahme von South Cadbury wurden alle Schilde im nassen Kontext gefunden. Sie waren Teil einer verbreiteten Praxis der Platzierung wertvoller Gegenstände an Feuchtorten. Vermutlich wurde diese Praxis durch religiöse Überzeugungen geprägt, deren Details unbekannt sind, aber auch auf dem europäischen Kontinent Platz griffen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Uckelmann: "The function of Bronze age Shields". Warfare in Bronze Age Europe: Manufacture and use of weaponry. Oxford, 2011.