Yoko Tsuno

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Yoko Tsuno (Originaltitel: Yoko Tsuno) ist eine 1970 erstmals erschienene frankobelgische Comicserie.

Handlung[Bearbeiten]

Die Heldin der Serie ist Yoko Tsuno, eine junge Elektronikspezialistin aus Japan. Sie beherrscht die japanische Kampfkunst und setzt sich mutig für die Gerechtigkeit und gegen das Verbrechen ein. Zusammen mit Vic Video und dem eher tollpatschigen Knut Knolle erlebt Yoko Tsuno fantastische Abenteuer. Sie treffen auf Nachfahren des Volkes der Vineaner, die vor 400.000 Jahren auf der Suche nach einer neuen Heimat zur Erde kamen, weil ihr eigener Planet nach einer galaktischen Katastrophe unbewohnbar geworden war. Zusammen mit ihren vineanischen Freundinnen Khany und der kleinen Poky reisen sie ins Weltall und geben den Vineanern ihre Heimat zurück. Aber auch auf der Erde gibt es rätselhafte Phänomene aus längst vergangener Zeit zu lösen. Mit der kleinen Morgentau hat sie eine Tochter adoptiert. Mehrmals geht sie auf Zeitreisen und wird dabei von Monya, ebenfalls einer Zeitreisenden, begleitet.

Charaktere[Bearbeiten]

  • Yoko Tsuno ist eine junge Elektronik-Spezialistin aus Japan. Sie beherrscht Aikido und setzt sich mutig für die Gerechtigkeit ein. Sie sucht intelligente Lösungen für fantastische Probleme, schreckt aber vor dem Einsatz körperlicher Gewalt im Notfall nicht zurück.
  • Vic Video und Knut Knolle sind ihre treuen Freunde. Während Vic der smarte Kerl ist, stolpert Knut tollpatschig durch die Geschichten, darf aber trotzdem zur Lösung der Rätsel seinen Teil beitragen.
  • Khany und Poky sind Vineanerinnen. Poky ist ein kleines Mädchen, Khany eine junge Frau im Alter von Yoko und in der Gesellschaft der Vineaner nicht ohne Einfluss. Poky und Khany sind Zwillingsschwestern, aber Poky wurde 20 Jahre später aus dem künstlichen Tiefschlaf erweckt.[1]
  • Ingrid Hallberg ist eine Organistin im Alter von Yoko und tritt erstmals in Band 2 auf. Als Figur stellt sie meistens den Bezug von Yoko Tsuno zur Titelgeschichte auf, so z.B. als Opfer eines medizinischen Experimentes in Band 7 oder Entdeckerin eines vergessenen militärischen Projektes des ersten Weltkrieges auf Burg Eltz in Band 14.

Stil[Bearbeiten]

Der Autor der Serie, Roger Leloup, ist ein Vertreter der Ligne claire. Die Zeichnungen haben einfache Striche, flächige Farben und kaum Schraffuren. Ein wesentliches Merkmal der Serie ist die aufwändige Darstellung technischer Details. Das betrifft sowohl reale Gegenstände wie Fahrzeuge oder technische Geräte als auch fiktive Objekte, von denen sich Leloup gerne reale Modelle anfertigt, um eine schlüssige Wiedergabe aus jeder Perspektive zu gewährleisten. Reale Schauplätze zeichnet Leloup mit fotografischer Präzision und Detailtreue.[2][3] Deutschland und seine historische Architektur finden sich öfter, beispielsweise:

Hintergrund[Bearbeiten]

Roger Leloup entwickelte die Abenteuerserie Ende 1968.[4] Einige Kurzgeschichten entstanden mit Hilfe von Maurice Tillieux. Mit albenlangen Geschichten wurde 1971 begonnen.

Die Abenteuer erschienen zwischen 1970 und 2012 in Spirou.[5] Dupuis gab die Alben[6] und die Gesamtausgabe[7] heraus. In Topix[8] erfolgte 1976 die erstmalige Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum. Carlsen übernahm die Serie[9] 1982 und veröffentlichte außerdem neben einer Taschenbuchreihe[10] auch eine Gesamtausgabe.[11]

Geschichten[Bearbeiten]

  • Unterirdische Begegnung (Le trio de l’étrange, 1971, 45 Seiten)
  • Die Orgel des Teufels (L’orgue du diable, 1972, 44 Seiten)
  • Die Vulkanschmiede (La forge de vulcain, 1973, 44 Seiten)
  • Unter Hochspannung (Aventures électroniques, 1970–1974, 44 Seiten)
  • Flug in die Vergangenheit (Message pour l’éternité, 1974, 44 Seiten)
  • Die dritte Sonne von Vinea (Les 3 soleils de Vinéa, 1975, 44 Seiten)
  • Zwischen Leben und Tod (La frontière de la vie, 1976, 44 Seiten)
  • Die Titanen (Les titans, 1977, 44 Seiten)
  • Die Tochter des Windes (La fille du vent, 1978, 44 Seiten)
  • Der vergessene Planet (La lumière d’Ixo, 1979, 44 Seiten)
  • Die Zeitspirale (La spirale du temps, 1980, 44 Seiten)
  • Spuk in Schottland (La proie et l’ombre, 1981, 44 Seiten)
  • Die Stadt des Abgrunds (Les archanges de Vinéa, 1982, 44 Seiten)
  • Wotans Feuer (Le feu de Wotan, 1984, 44 Seiten)
  • Die Kanone von Kra (Le canon de Kra, 1985, 44 Seiten)
  • Der Drache von Hong Kong (Le dragon de Hong Kong, 1986, 44 Seiten)
  • Die Rache der Dämonen (Le matin du monde, 1988, 44 Seiten)
  • Die Stadt der Verbannten (Les exilés de Kifa, 1990–1991, 44 Seiten)
  • Rheingold (L’or du Rhin, 1992–1993, 44 Seiten)
  • Der Astrologe von Brügge (L’astrologue de Bruges, 1994, 44 Seiten)
  • Ethera (La porte des âmes, 1996, 44 Seiten)
  • Die Himmelsdschunke (La jonque céleste, 1998, 44 Seiten)
  • Die Pagode der Nebel (La pagode des brumes, 2001, 44 Seiten)
  • Der siebente Code (Le septième code, 2005, 45 Seiten)
  • Die Dienerin Luzifers (La servante de Lucifer, 2010, 45 Seiten)
  • Der Amethyst (Le maléfice de l’améthyste, 2012, 46 Seiten)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yoko Tsuno Band 1
  2. lambiek über Roger Leloup
  3. Kommentare in der Gesamtausgabe von Yoko Tsuno, Carlsen Verlag
  4. Roger Leloup (französisch)
  5. Yoko Tsuno in Spirou auf bdoubliees.com (französisch)
  6. Yoko Tsuno bei Dupuis auf bedetheque.com (französisch)
  7. Yoko Tsuno Intégrale bei Dupuis auf bedetheque.com (französisch)
  8. Joko Zuno (1976–1978) in Topix (2, 5, 9, 14, 17, 25) auf comicguide.de
  9. Yoko Tsuno (1982–) bei Carlsen auf comicguide.de
  10. Yoko Tsuno (1990–1991) in Carlsen Pocket (6, 16, 26) auf comicguide.de
  11. Yoko Tsuno Gesamtausgabe (2007–2011) bei Carlsen auf comicguide.de