Zentralinstitut für Kunstgeschichte

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Zentralinstitut für Kunstgeschichte
— ZI —
Zentralinstitut für Kunstgeschichte - Logografie.jpeg
Zentralinstitut für Kunstgeschichte— ZI —
Institutsgebäude in der Katharina-von-Bora-Straße (vormalig Meiserstr.) 10
Träger: Freistaat Bayern[1]
Standort der Einrichtung: München
Fächer: Kunstgeschichte
Leitung: Wolf Tegethoff
Homepage: www.zikg.eu

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (abgekürzt ZI) in München ist eine zentrale Forschungseinrichtung für Kunstgeschichte in Deutschland.

Es wurde im November 1946 gegründet und nahm am 1. März 1947 seine Tätigkeit auf. Von Beginn an hatte das Zentralinstitut seinen Sitz im ehemaligen NSDAP-Verwaltungsgebäude, dem heutigen Haus der Kulturinstitute. In dem Gebäude am Königsplatz wurde im Juni 1945 von der amerikanischen Militärregierung eine Sammelstelle für die Rückführung der von den Nationalsozialisten erbeuteten Kunstwerke eingerichtet, der „Central Art Collecting Point“, aus dem das Zentralinstitut („Central Art Institute“) hervorging. Sein Gründungsdirektor war der Kunsthistoriker Ludwig Heinrich Heydenreich. Ihm folgte von 1970 bis 1989 Willibald Sauerländer in der Leitung nach. Seit 1991 ist Wolf Tegethoff (* 1953) Direktor des Zentralinstituts.[2]

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte versteht sich „als Ort des wissenschaftlichen Austausches und internationaler Begegnungen“ und als einziges kunsthistorisches Forschungsinstitut von überregionaler Bedeutung in Deutschland [3] und zudem das einzige außeruniversitäre kunsthistorische Forschungsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland. Das Zentralinstitut veranstaltet Vorträge und Tagungen. Zu den verschiedenen Publikationen des Instituts zählen das Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte und das Monatsblatt Kunstchronik.[3]

Das Zentralinstitut bietet in Deutschland einmalige Möglichkeiten für die kunsthistorische Recherche: Die Bibliothek des Zentralinstituts, eine Präsenz- und Freihandbibliothek, hält über 500 000 Bände, etwa 1 250 laufend abonnierte Zeitschriften und mehr als 50 000 Auktionskataloge und zählt damit zu den weltweit größten Kunstbibliotheken.[4] Ihre Bestände weist die Bibliothek über einen OPAC-Verbundkatalog, den Kubikat, nach, den es zusammen mit drei kunsthistorischen deutschen Auslandsinstituten führt, dem Kunsthistorischen Institut in Florenz, der Bibliotheca Hertziana in Rom und auch dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Der Kubikat weist nicht nur Einzelbände, sondern auch Aufsätze nach.[5] Die Photothek des Zentralinstituts stellt ihre Sammlungen zur Verfügung. Diese umfassen eine Sammlung von etwa 650 000 Schwarz-Weiß-Fotografien, das auch online zugängliche Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei und Mikrofiche-Sammlungen.[6] Das Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei ist seit November 2005 auch in das Prometheus-Bildarchiv integriert.[7]

Zahlreiche Kunstwerke, die im nationalsozialistischen Deutschland auf großen Ausstellungen gezeigt worden waren, wurden nach 1945 nicht mehr gezeigt und auch nicht abgebildet. Das Zentralinstitut macht sie ab Oktober 2011 online wieder zugänglich, um eine gesellschaftliche und kunstgeschichtliche Debatte zu ermöglichen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Kubikat, der Katalog, der die Bestände der Bibliothek des Zentralinstituts nachweist

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zentralinstitut für Kunstgeschichte. In: zikg.eu. Abgerufen am 10. November 2013.
  2. Aufgabe und Geschichte. In: zikg.eu. Abgerufen am 27. März 2013.
  3. a b Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Abgerufen am 27. März 2013.
  4. Bibliothek. In: zikg.eu. Abgerufen am 27. März 2013.
  5. kubikat-Verbundkatalog. In: zikg.eu. Abgerufen am 27. März 2013.
  6. Photothek. In: zikg.eu. Abgerufen am 27. März 2013.
  7. Farbdiaarchiv. In: Prometheus. Abgerufen am 27. März 2013.
  8. Julia Voss: Ein Tabu wird gebrochen. In: faz.net. 17. Oktober 2011, abgerufen am 19. Oktober 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Iris Lauterbach (Red.): Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte. München 1997. ISBN 3-00-001375-X.
  • Iris Lauterbach: Die Gründung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte. In: Christian Drude, Hubertus Kohle (Hrsg.): 200 Jahre Kunstgeschichte in München. München 2003, S. 168–181.