Zinksulfat

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Strukturformel
Zinkion Sulfation
Allgemeines
Name Zinksulfat
Andere Namen
  • Zink(II)-sulfat
  • Zinkvitriol
Summenformel
  • ZnSO4
  • ZnSO4 · 7 H2O
CAS-Nummer
  • 7733-02-0 (wasserfrei)
  • 7446-19-7 (Monohydrat)
  • 7446-20-0 (Heptahydrat)
  • 13986-24-8 (Hexahydrat)
PubChem 24424
ATC-Code

A12CB01

Kurzbeschreibung

farblose, rhomboedrische Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 161,45 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 287,53 g·mol−1 (Heptahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 3,54 g·cm−3 (wasserfrei)[2]
  • 3,2 g·cm−3 (Monohydrat)[2]
  • 1,97 g·cm−3 (Heptahydrat)[2]
Schmelzpunkt

100 °C (Heptahydrat)[2]

Siedepunkt

680 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser[1] (Monohydrat: 350 g·l−1 bei 20 °C)[2]
  • Heptahydrat: 965 g·l−1 bei 20 °C[2]
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​410
P: 280​‐​273​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 22​‐​41​‐​50/53
S: (2)​‐​22​‐​26​‐​39​‐​46​‐​60Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​61
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Zinksulfat (ZnSO4) ist das Zinksalz der Schwefelsäure (Trivialnamen: schwefelsaures Zinkoxid, weißer Vitriol, Kupferrauch, weißer Galitzenstein, Augenstein, als Mineral: Goslarit). Es bildet farblose Kristalle, in wasserfreier Form ist es ein weißes Pulver.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Zinksulfat wird hergestellt durch Auflösen von Zink oder Zinkoxid in verdünnter Schwefelsäure:

\mathrm{Zn + H_2SO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + H_2}
\mathrm{ZnO + H_2SO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + H_2O}

Man kann es auch durch Einwirkung von Zink auf die meisten Schwermetallsulfate gewinnen, wobei das Schwermetall in elementarer Form ausfällt. Beispiele hierfür sind:

\mathrm{Zn + CuSO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + Cu}.
\mathrm{Zn + FeSO_4 \longrightarrow ZnSO_4 + Fe}.

Es entsteht durch oxidative Verwitterung von Zinkblende (Zinksulfid, ZnS)

\mathrm{ZnS + 2 \ O_2 \longrightarrow ZnSO_4}.

Das so entstandene Mineral ZnSO4 · 7 H2O wird als Goslarit bezeichnet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Zinc Sulfate.jpg

Zinksulfat zersetzt sich bei Temperaturen oberhalb von 680 °C. Oberhalb von 930 °C verbleibt reines Zinkoxid.

\mathrm{2 \ ZnSO_4 \longrightarrow 2 \ ZnO + 2 \ SO_2 + O_2}

Es kristallisiert aus seinen wässrigen Lösungen als Zinkvitriol in farblosen, rhombischen Kristallen mit 7 Molekülen Wasser (ZnSO4 · 7 H2O) (Heptahydrat). Es verliert beim Erhitzen seine Wasseranteile und zerfällt zu einem weißen Pulver. Zinksulfat zeigt in wässriger Lösung infolge teilweiser Hydrolyse eine schwach saure Reaktion. Beim Lösen des wasserfreien Salzes in Wasser tritt Erwärmung ein, beim Lösen von ZnSO4 · 7 H2O dagegen Abkühlung.

Es verwittert oberflächlich an der Luft durch Verlust von Kristallwasser und schmilzt beim Erwärmen in seinem Kristallwasser. Es verliert schon bei 39 °C ein Molekül Kristallwasser; bei 70 °C liegt nur noch ein Wassermolekül vor, das bei 240 °C abgespalten wird.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Zinksulfat wird in der Färberei, zur Holzimprägnierung und zur Herstellung von Elektrolysezink verwendet. Auf Grund der bakterientötenden Wirkung von Zn2+-Ionen werden sehr verdünnte Lösungen von ZnSO4 (0,1–0,5 %) als Augenwasser bei Bindehautentzündungen eingesetzt.

Man benutzt Zinksulfat ferner:

Es dient weiterhin als Brechmittel, Beize in der Textilindustrie, Spurennährstoff in Düngemitteln und ist in Fällungsbädern bei der Kunstseidegewinnung enthalten. Zinksulfat wird auch zur Herstellung von Zinksulfid-Pigmenten und anderen Zinkverbindungen, zur Flotation von Erzen, Beschweren von Baumwolle und in galvanischen Verzinkungsbädern verwendet.[2]

Nachweis[Bearbeiten]

Natronlauge (NaOH) gibt mit Zinksulfat einen gallertartigen Niederschlag von Zinkhydroxid, der nach Befeuchten mit einer verdünnten Cobaltsalzlösung und Glühen das sogenannte Rinmans Grün ergibt.

Bariumchloridlösung bildet einen weißen Niederschlag von Bariumsulfat:

\mathrm{ZnSO_4 + BaCl_2 \longrightarrow ZnCl_2 + BaSO_4 \downarrow}
Zinksulfat und Bariumchlorid reagieren zu Zinkchlorid und Bariumsulfat, das ausfällt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zinksulfat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 6. Juni 2014.
  2. a b c d e f g h i j k Eintrag zu Zinksulfat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 11. November 2007 (JavaScript erforderlich)
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 7733-02-0 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Pharmazeutische Zeitung Online: Herpes labialis - Neues aus Therapie und Forschung, 47/2008.