Zwerg-Birke

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Zwerg-Birke
Zwerg-Birke (Betula nana)

Zwerg-Birke (Betula nana)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Gattung: Birken (Betula)
Art: Zwerg-Birke
Wissenschaftlicher Name
Betula nana
L.

Die Zwerg-Birke (Betula nana), auch Polar-Birke genannt, ist ein bis zu einem Meter hoher Zwergstrauch aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Der sommergrüne, ästige Zwergstrauch (Nanophanerophyten) hat liegende oder aufsteigende Äste und erreicht in stürmischen kalten Lagen, im buschartigem Wuchs nur Höhen zwischen 0,2 m (am Boden liegend) bis 0,5 m, in geschützten Lagen meist als einzel- oder in kleinen Gruppen stehenden Bäumchen 0,5 bis über 1,0 Meter. Die Rinde ist schwarzgrau. Die Zweige sind anfangs filzig, später kahl und dunkel rotbraun gefärbt.

Die kurz gestielten Laubblätter sind wechselständig und fast kreisrund mit einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter. Sie sind kahl, grob gekerbt wobei die Oberseite dunkelgrün ist. Unterseits sind sie heller und netznervig. Nach dem Austreiben sind diese etwas klebrig, im Herbst kräftig goldgelb bis intensiv karminrot gefärbt.

Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten sind in aufrechten kugeligen bis länglichen Kätzchen zusammengefasst. Die männlichen Kätzchen sind 0,5 bis 1,5 cm lang mit gelben Staubblättern. Die weiblichen Kätzchen sind hell-braun und werden 7 bis 10 mm lang.

Die Blütezeit ist von April bis Mai.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Zwerg-Birke ist in zwei Unterarten auf der Nordhalbkugel arktisch-alpin verbreitet. In der arktischen Tundra reicht ihr Verbreitungsgebiet bis etwa an den 80. Breitengrad heran, das geschlossene Verbreitungsgebiet reicht angefangen von Schottland (dort meist bestandsbildend) und Skandinavien über Spitzbergen östlich bis Sibirien, westlich über Island und Grönland bis zur Baffin-Insel in Nordkanada. Als Glazialrelikt hat sie vereinzelt in Hochmooren der südlich angrenzenden gemäßigten Zone überdauert. Während die Unterart Betula nana ssp. nana beiderseits des Atlantiks ostwärts bis Mittelsibirien verbreitet ist, beschränkt sich Betula nana ssp. exilis auf den asiatischen und nordamerikanischen Raum von Westsibirien bis Kanada.

In Mitteleuropa wächst sie vereinzelt im Norddeutschen Tiefland, im Harz, Böhmerwald und Erzgebirge sowie im Alpenvorland. In Österreich ist sie ebenfalls sehr selten in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Salzburg anzutreffen. In Vorarlberg und Oberösterreich war sie ausgestorben, wurde jedoch aus dem Salzburger Teil des Ibmer Moores wieder angesiedelt.

Als Standorte werden in Mitteleuropa staunasse Torfböden von Hoch- und Niedermooren, aber auch Moorwiesen und Ränder von Erlenbrüchen bevorzugt.

Gefährdung[Bearbeiten]

Diese Pflanzenart ist in Österreich und Deutschland geschützt und ist in der Rote Liste gefährdeter Arten angeführt. In Österreich ist sie im westlichen Alpenraum und im nördlichen Alpenvorland vom Aussterben bedroht.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Zwerg-Birke bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Brockenbirke, Budern (Zillertal), Moorbirke (althochdeutsch), Moosbirke, Morastbirke und Torfbirke.[1]

Sonstiges[Bearbeiten]

Vor der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung von Mitteleuropa entwickelte sich zwischen der nordischen Eisrandlage und den europäischen Hochgebirgen ein breiter Zwergbirkengürtel wie in der Tundra. Später hat sich dieses Verbreitungsgebiet in Teilareale aufgespalten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Birke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 59, online.