Zwerg-Birke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zwerg-Birke
Zwerg-Birke (Betula nana)

Zwerg-Birke (Betula nana)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Gattung: Birken (Betula)
Art: Zwerg-Birke
Wissenschaftlicher Name
Betula nana
L.

Die Zwerg-Birke (Betula nana), auch Polar-Birke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Birken (Betula) innerhalb der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel arktisch-alpin verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Zwerg-Birke wächst als sommergrüner, verzweigter Zwergstrauch, der in stürmischen kalten Lagen, im buschartigem Wuchs nur Wuchshöhen zwischen 0,2 m (am Boden liegend) bis 0,5 m, in geschützten Lagen meist als einzel- oder in kleinen Gruppen stehenden Bäumchen 0,5 bis über 1,0 Meter erreicht. Er hat liegende oder aufsteigende Äste. Die schwarzgraue Rinde der Zweige ist anfangs filzig behaart, später kahl und dunkel rotbraun gefärbt.

Die wechselständigen angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter fast kreisrunde Blattspreite ist kahl, grob gekerbt. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die -unterseite ist heller und netznervig. Nach dem Austreiben sind die Laubblätter etwas klebrig, im Herbst kräftig goldgelb bis intensiv karminrot gefärbt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen. Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die Zwerg-Birke ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten sind in aufrechten kugeligen bis länglichen Kätzchen zusammengefasst. Die männlichen Kätzchen sind 0,5 bis 1,5 cm lang mit gelben Staubblättern. Die weiblichen Kätzchen sind hell-braun und sind 7 bis 10 mm lang.

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Zwerg-Birke handelt es sich um einen Nanophanerophyten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Zwerg-Birke ist in zwei Unterarten auf der Nordhalbkugel arktisch-alpin verbreitet. In der arktischen Tundra reicht ihr Verbreitungsgebiet bis etwa an den 80. Breitengrad heran, das geschlossene Verbreitungsgebiet reicht angefangen von Schottland (dort meist bestandsbildend) und Skandinavien über Spitzbergen östlich bis Sibirien, westlich über Island und Grönland bis zur Baffin-Insel in Nordkanada. Als Glazialrelikt hat sie vereinzelt in Hochmooren der südlich angrenzenden gemäßigten Zone überdauert. Während die Unterart Betula nana ssp. nana beiderseits des Atlantiks ostwärts bis Mittelsibirien verbreitet ist, beschränkt sich Betula nana ssp. exilis auf den asiatischen und nordamerikanischen Raum von Westsibirien bis Kanada.

In Mitteleuropa wächst sie vereinzelt im Norddeutschen Tiefland, im Harz, Böhmerwald und Erzgebirge sowie im Alpenvorland. In Österreich ist sie ebenfalls sehr selten in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Salzburg anzutreffen. In Vorarlberg und Oberösterreich war sie ausgestorben, wurde jedoch aus dem Salzburger Teil des Ibmer Moores wieder angesiedelt.

Als Standorte werden in Mitteleuropa staunasse Torfböden von Hoch- und Niedermooren, aber auch Moorwiesen und Ränder von Erlenbrüchen bevorzugt.

Vor der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung von Mitteleuropa entwickelte sich zwischen der nordischen Eisrandlage und den europäischen Hochgebirgen ein breiter Zwergbirkengürtel wie in der Tundra. Später hat sich dieses Verbreitungsgebiet in Teilareale aufgespalten.

Gefährdung[Bearbeiten]

Die Zwerg-Birke ist in Österreich und Deutschland geschützt und ist in der Rote Liste gefährdeter Arten angeführt. In Österreich ist sie im westlichen Alpenraum und im nördlichen Alpenvorland vom Aussterben bedroht.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Zwerg-Birke bestehen bzw. bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Brockenbirke, Budern (Zillertal), Moorbirke (althochdeutsch), Moosbirke, Morastbirke und Torfbirke.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kremer: Strauchgehölze. Niedernhausen, 2002. ISBN 3-576-11478-5
  • Peter Schütt, Horst Weisgerber, Hans J. Schuck, Ulla Lang, Bernd Stimm, Andreas Roloff: Enzyklopädie der Sträucher. Nikol, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-40-X. Betula nana S. 19-24.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 59, online.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Birke (Betula nana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien