Çoruh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum türkischen Fußballspieler und -trainer siehe Necdet Çoruh.
Çoruh – Tschorochi
antike Namen: Akampsis, Acampsis
Çoruh River.jpg
Daten
Lage Türkei, Georgien
Flusssystem Çoruh
Quellgebiet Mescit Dağı
40° 33′ 28″ N, 41° 44′ 28″ O
Quellhöhe 3225 m
Mündung südlich Batumi ins Schwarze MeerKoordinaten: 41° 36′ 17″ N, 41° 34′ 27″ O
41° 36′ 17″ N, 41° 34′ 27″ O
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 3225 m
Länge 376 km[1] (nach anderen Quellen: 438 km)
Einzugsgebiet 22.100 km²[1] (davon 19.872 km² in der Türkei)
Abfluss am Pegel Karşıköy (Muratlı-Damm)[2] MQ
200 m³/s
Abfluss[1] MQ
285 m³/s
Linke Nebenflüsse Barhal Çayı, Murgul Deresi, Içkale Deresi
Rechte Nebenflüsse Oltu Çayı, Bulanık Çayı, Berta Çayı, Deviskel Deresi, Matschachliszqali, Adschariszqali
Durchflossene Stauseen Muratlı-Talsperre,
Borçka-Talsperre,
Deriner-Talsperre,
Artvin-Talsperre (im Bau),
Yusufeli-Talsperre (im Bau), Arkun-Talsperre (im Bau),
Aksu-Talsperre (im Bau),
Güllübağ-Talsperre,
Laleli-Talsperre (im Bau)
Mittelstädte Bayburt
Kleinstädte İspir, Artvin, Borçka
Gemeinden Pazaryolu
2007-06 Çoruh rafting.jpg
Unterlauf des Çoruh im Pontischen Gebirge

Unterlauf des Çoruh im Pontischen Gebirge

Der Çoruh (türkisch) oder Tschorochi (georgisch – ჭოროხი) ist ein 376 km langer Fluss, der am Mescit Dağı (3225 m) in der Provinz Erzurum in der nordöstlichen Türkei entspringt.

Der Fluss fließt westwärts nach İspir und Bayburt. Danach macht er einen Bogen nach Osten und verläuft durch die Provinz Artvin nach Georgien, wo er südlich von Batumi in das Schwarze Meer mündet. Ein wichtiger Nebenfluss ist der Berta Çayı, der bei Artvin in den Çoruh mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miroj Salvini lokalisiert das eisenzeitliche Königreich Diaueḫe im oberen Çoruh-Tal,[3] dafür gibt es aber keine archäologischen Belege.

Der antike Name des Çoruh ist Acampsis.[4] Nach Diakonov und Kaškai[5] entspricht der Çoruh dem antiken Τάοχοι/Τάοι. Prokopios von Caesarea kennt den Çoruh als Boas. Er verwechselt ihn jedoch im Bereich der Mündung mit dem Phasis, der 70 km weiter nördlich liegt.[6] Er berichtet weiter, dass der Çoruh ab Artvin schiffbar ist (wasserreicher Nebenfluss Merehevi Suyu (heutiger Name: Berta Çayı)).

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flusstal wachsen viele seltene Pflanzen[7][8] und leben seltene Vögel.[9][10] Es soll zu einem Naturschutzgebiet ernannt werden.

Staudämme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal ist durch Pläne zum Bau von Staudämmen bedroht:[11]

Damm Phase
Muratlı-Talsperre in Betrieb
Borçka-Talsperre in Betrieb
Deriner-Talsperre in Betrieb
Artvin-Talsperre im Bau
Yusufeli-Talsperre im Bau
Arkun-Talsperre im Bau
Aksu-Talsperre im Bau
Güllübağ-Talsperre in Betrieb
İspir-Talsperre geplant
Laleli-Talsperre im Bau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Çoruh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Artikel Çoruh in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. DSI
  3. M. Salvini: The historical geography of the Sevan Region in the Urartian period. In: Raffaele Biscione u. a. (Hrsg.): The North-Eastern Frontier Urartians and non-Urartians in the Sevan Lake Basin. Band I: The Southern shores. (= Documenta Asiana. 7) Rom 2002, ISBN 88-87345-06-6, S. 38.
  4. Arrian
  5. Igorʹ Mikhaĭlovich Diakonov, S. M. Kashkai: Geographical names according to Urartian texts. (= Répertoire géographique des textes cunéiformes. 9). Reichert, Wiesbaden 1981, S. 26
  6. Robert W. Edwards: The Vale of Kola: A Final Preliminary Report on the Marchlands of Northeast Turkey. (= Dumbarton Oaks Papers. 42). 1988.
  7. N. Ozhatay, A. Byfield, S. Atay: Important Plant Areas of Turkey. 122 key Turkish botanical sites. for WWF Turkey, Istanbul 2005.
  8. Conservation International Biodiversity Hotspots (Memento vom 22. Februar 2007 im Internet Archive)
  9. G. Magnin, M. Yarar: Important Bird Area in Turkey. Dogal Hayati Koruma Dernegi, 1989.
  10. G. Eken, M. Bozdogan, S. I˙sfendiyaroglu, D. T. Kılıç, Y. Lise (Hrsg.): Key biodiversity areas in Turkey. Doga Dernegi, Ankara 2006.
  11. ENCON 2006, ‘Yusufeli Dam and Hydroelectric Power Project Environmental Impact Assessment’, Ankara, Turkey. (Memento vom 28. August 2009 im Internet Archive)