ʿAlī al-Hādī an-Naqī

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ʿAlī al-Hādī an-Naqī (arabisch علي الهادي النقي‎ * 8. September 828 in Medina; † 1. Juli 868 in Samarra) war der zehnte Imam nach dem Glauben der Zwölferschiiten (Imamiten) und somit ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ʿAlī al-Hādī lebte fast sein gesamtes Leben unter Arrest in seinem Haus in Samarra. Als Nachfolger hatte er zunächst seinen ältesten Sohn Abū Dschaʿfar Muhammad designiert. Da dieser aber noch zu seinen Lebzeiten starb, setzte er seinen zweitältesten Sohn Hasan als Nachfolger ein.[1] Diese Übertragung der Nachfolge von Muhammad auf Hasan, die einige Anhänger ʿAlī al-Hādīs an ihm zweifeln ließ, wurde nachträglich mit einer Willensänderung (badāʾ) Gottes legitimiert.[2]

ʿAlī al-Hādī starb am 1. Juli 868 (3. Radschab 254 n.H.) Er wurde vermutlich vergiftet, die schiitischen Quellen bezeichnen den abbasidischen Kalifen al-Mutazz als Anstifter. Sein Sohn Hasan wurde zu seinem Nachfolger als Imam.

Sein Grab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Askari-Schrein (vor 2006)

Ali an-Naqi wurde in einem Schrein in Samarra bestattet, in dem später auch sein Sohn Hasan al-Askari bestattet wurde. Dieser Schrein wird von den Schiiten als heilig betrachtet. Durch einen terroristischen Anschlag am 22. Februar 2006 wurde der Schrein der beiden Imame stark beschädigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hossein Modarressi: Crisis and Consolidation in the formative period of Shiʿite Islam. Abū Jaʿfar ibn Qiba al-Rāzī and his contribution to Imāmite Shīʿite thought. Darwin Press, Princeton, New Jersey, 1993. S. 215–218.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Modarressi: Crisis and Consolidation. 1993, S. 65.
  2. Vgl. Modarressi: Crisis and Consolidation. 1993, S. 43, 215f.