Ağdam (Stadt)

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Ağdam
Աղդամ
Akna
Ağdam
Staat Aserbaidschan / Republik Bergkarabach (de facto)
Provinz in Bergkarabach Askeran
Rayon in Aserbaidschan Ağdam
Gründungsjahr Mitte des 18. Jahrhunderts
Geografische Lage 40° 0′ N, 46° 56′ OKoordinaten: 40° 0′ N, 46° 56′ O
Einwohner Unzulässige Werte bei Aufruf von Measure; (2010)
Akna (Republik Bergkarabach)
Akna
Akna
Ağdam (Aserbaidschan)
Ağdam
Ağdam

Ağdam (armenisch Աղդամ, russisch Агдам) ist eine Ortschaft in Aserbaidschan und Hauptstadt des Bezirks Ağdam. Seit 1993 ist der Ort von der armenischen Armee besetzt und wurde in Folge dessen verlassen.[1][2] Er wird von der Republik Bergkarabach als Teil der Provinz Askeran und Ortsteil von deren Hauptstadt Askeran verwaltet. Laut den Angaben von Bergkarabach hat der Ort 360 Einwohner.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ağdam 2008
Zerstörtes Museumsgebäude, 2012

Die Stadt wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet und 1828 zur Stadt erhoben. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurde durch die Stadt die Bahnstrecke von Yevlax nach Stepanakert geführt und eine Bahnstation eingerichtet. Außerdem kreuzten sich in Ağdam mehrere Fernstraßen. 1968 hatte die Stadt etwa 18.000 Einwohner, eine Großmolkerei, Weinkelterei, Konservenfabrik und einen metallverarbeitenden Betrieb. Es existierte eine Berufsschule für Landwirtschaft sowie für Landwirtschaftliche Maschinen, eine Medizinschule, eine Musikschule und ein Theater.[4] 1989 hatte die Stadt etwa 28.000 Einwohner.[5]

Am 23. Juli 1993 wurde die Stadt von der armenischen Armee besetzt und seitdem von der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach als Teil der Provinz Askeran verwaltet. Während des Konflikts floh ein Teil der Bevölkerung in andere Teile Aserbaidschans. Berichten zufolge ist Ağdam eine verwaiste Geisterstadt.[6] Ein Korrespondent des BBC World Service berichtete nach einem Besuch Ağdams im Jahr 2000, die Häuser der Stadt seien nach der Eroberung zerstört worden, um die Flüchtlinge von einer Rückkehr abzuhalten. Ağdam sei zuvor Ausgangspunkt aserbaidschanischer Angriffe gegen Bergkarabach gewesen.[7]

Im Jahr 2010 wurde Ağdam von der Regierung Bergkarabachs in „Akna“ umbenannt und der Stadt Askeran zugeordnet. Nach karabachischen Angaben leben in der Stadt heute rund 360 armenische Siedler.[3]

Kultur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ağdam gibt es eine Moschee.[8] Weitere Baudenkmäler sind das Üzərlik-Təpə und der Hof des Panah Ali Khan. Der Fußballclub FK Qarabağ Ağdam stammt aus der Stadt, ist aber seit der Besetzung in Baku ansässig.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ağdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reportage: Agdam, die Geisterstadt vom 2. November 2004, von Célia CHAUFFOUR in Agdam, übersetzt von Nadine BECKER (Memento vom 4. September 2008 im Internet Archive)
  2. Agdam: Die Geisterstand im Niemandsland vom 10. August 2010, abgerufen am 10. August 2010
  3. a b Meldung bei Armenia Today (russisch)
  4. Artikel Ağdam in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  5. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1 @2 Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gazetteer über die größten Städte Aserbaidschans
  6. Spiegel Online Reise vom 16. November 2007 (abgerufen am 11. April 2010).
  7. Robert Parsons: Tug-of-war for Nagorno-Karabakh bei news.bbc.co.uk vom 3. Juni 2000 (abgerufen am 12. April 2010).
  8. azerb.com über Stadt und Rayon