FK Qarabağ Ağdam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
FK Qarabağ Ağdam
Vereinslogo
Basisdaten
Name Qarabağ Futbol Klubu
Sitz Baku (ursprünglich Ağdam)
Gründung 1951
Farben blau-weiß
Präsident TurkeiTürkei Tahir Gozal
Website www.qarabagh.com
Erste Mannschaft
Trainer AserbaidschanAserbaidschan Qurban Qurbanov
Stadion Azərsun-Arena
Plätze 5.800
Liga Premyer Liqası
2016/17 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der FK Qarabağ Ağdam ist ein aserbaidschanischer Fußballverein, der ursprünglich aus Ağdam in der historischen Region Karabach stammt. Seit der Besetzung der Stadt durch armenische Einheiten im Rahmen des Bergkarabachkonfliktes 1993 ist der Klub in Baku ansässig, da aus Ağdam eine Geisterstadt wurde. Gemeinsam mit Neftçi Baku PFK und dem PFK Turan Tovuz ist der FK Qarabağ Dauergast in der Premyer Liqası, der 1. Liga des Landes. Der Verein trägt seine Spiele in der Azərsun-Arena mit 5.800 Plätzen aus.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951–1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem 1951 in Ağdam ein Fußballstadion gebaut worden war, gab es Versuche, ein Profiteam zu gründen. Aus diesen Versuchen ging der Verein hervor, damals unter dem Namen „Məhsul“. 1966 spielte die Mannschaft erstmals um die aserbaidschanische Meisterschaft und wurde Vierter. Größter Erfolg war der zweite Platz im Jahr 1968. Nach 1968 geriet der Verein in finanzielle Probleme und nahm für lange Zeit nicht an der Meisterschaft teil.

1977–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 wurde der Verein unter dem Namen „Şəfəq“ neu gegründet. 1988 bekam er seinen heutigen Namen und gewann die aserbaidschanische Meisterschaft.

1991–heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zusammenbruch der Sowjetunion führte zum Krieg zwischen Aserbaidschan und seinem Nachbarn Armenien um die Region Bergkarabach. Im Rahmen des Krieges besetzten armenische Separatisten unter anderem die Stadt Ağdam und halten sie bis heute besetzt. Die Stadt ist fast gänzlich zerstört. Der Verein flüchtete in die Hauptstadt Baku.

Nach der Unabhängigkeit des Landes 1991 spielte man in der 1992 gegründeten Premyer Liqası mit. In der zweiten Saison gewann man den Meistertitel, als man sich in den Meisterschaftsplayoffs durchsetzte. Mit dem Sieg im Pokalfinale gegen İnşaatçı Baku gewann man das Double. In den folgenden Jahren spielte der Verein immer um die Meisterschaft mit. 1997 wurde man zwar nur Tabellenzweiter, aufgrund von „Jugendpunkten“, die für Leistungen der U-15- und U-16-Auswahlen vergeben wurden, wurde dennoch der Meistertitel zuerkannt. In den Jahren 1998 bis 2001 geriet der Verein erneut in finanzielle Schieflage.

2003 wurde die Meisterschaft abgesagt. Das stattdessen stattfindende Turnier zum 65. Geburtstag von Neftçi Baku PFK wurde im Finale im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber gewonnen, der Meistertitel wurde für diese Spielzeit jedoch nur inoffiziell vergeben.

2009 wurde man zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte Pokalsieger, als der FK İnter Baku mit 1:0 besiegt wurde.

In den Play-Off-Spielen zur UEFA Europa League 2010/11 trat der Verein am 19. und 26. August 2010 gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund an, schied aber nach Niederlagen im Hin- und Rückspiel aus. 2013/14 traf der Verein in den Play-Offs zur Europa League auf Eintracht Frankfurt und verlor abermals Hin- und Rückspiel. Nach 21 Jahren wurde in derselben Saison zum vierten Mal die aserbaidschanische Meisterschaft gewonnen.

In der Saison 2014/15 erreichte Qarabağ erstmals die Gruppenphase der UEFA Europa League. Nachdem man in der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League knapp am FC Red Bull Salzburg scheiterte, setzte man sich in der Playoff-Runde zur Europa League gegen den FC Twente Enschede durch. In der Gruppenphase schied man dann allerdings als 3. gegen Inter Mailand, Dnipro Dnipropetrowsk und AS Saint-Étienne aus.

Als erster Verein Aserbaidschans erreichte der Klub 2017/18 nach drei überstandenen Qualifikationsrunden die Gruppenphase der Champions League.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1996/97 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation FinnlandFinnland MyPa Anjalankoski 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
1997/98 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde TschechienTschechien FK Jablonec 0:8 0:5 (A) 0:3 (H)
1998/99 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation DanemarkDänemark FC Kopenhagen 00:10 0:6 (A) 0:4 (H)
1999 UEFA Intertoto Cup 1. Runde IsraelIsrael Maccabi Haifa (a)2:2(a) 2:1 (A) 0:1 (H)
2. Runde FrankreichFrankreich HSC Montpellier 0:9 0:3 (H) 0:6 (A)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde SlowakeiSlowakei FK Dukla Banská Bystrica 0:4 0:3 (A) 0:1 (H)
2006/07 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde MoldawienMoldawien Zimbru Chișinău 2:3 1:1 (A) 1:2 (H)
2009/10 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde NorwegenNorwegen Rosenborg Trondheim 1:0 0:0 (A) 1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde FinnlandFinnland FC Honka Espoo 3:1 1:0 (A) 2:1 (H)
Play-offs NiederlandeNiederlande FC Twente Enschede 1:3 1:3 (A) 0:0 (H)
2010/11 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde MazedonienMazedonien FK Metalurg Skopje 5:2 4:1 (H) 1:1 (A)
2. Qualifikationsrunde NordirlandNordirland Portadown FC 3:2 2:1 (A) 1:1 (H)
3. Qualifikationsrunde PolenPolen Wisła Krakau 4:2 1:0 (A) 3:2 (H)
Play-offs DeutschlandDeutschland Borussia Dortmund 0:5 0:4 (A) 0:1 (H)
2011/12 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde LitauenLitauen Banga Gargždai 7:0 4:0 (A) 3:0 (H)
2. Qualifikationsrunde FaroerFäröer EB/Streymur (a)1:1(a) 1:1 (A) 0:0 (H)
3. Qualifikationsrunde BelgienBelgien FC Brügge 2:4 1:4 (A) 1:0 (H)
2013/14 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde MazedonienMazedonien FK Metalurg Skopje 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
2. Qualifikationsrunde PolenPolen Piast Gliwice 4:3 2:1 (H) 2:2 n.V. (A)
3. Qualifikationsrunde SchwedenSchweden Gefle IF 3:0 1:0 (H) 2:0 (A)
Play-offs DeutschlandDeutschland Eintracht Frankfurt 1:4 0:2 (H) 1:2 (A)
2014/15 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde MaltaMalta FC Valletta 5:0 1:0 (A) 4:0 (H)
3. Qualifikationsrunde OsterreichÖsterreich FC Red Bull Salzburg 2:3 2:1 (H) 0:2 (A)
2014/15 UEFA Europa League Play-offs NiederlandeNiederlande FC Twente Enschede (a)1:1(a) 0:0 (H) 1:1 (A)
Gruppenphase FrankreichFrankreich AS Saint-Étienne 1:1 0:0 (H) 1:1 (A)
ItalienItalien Inter Mailand 0:2 0:2 (A) 0:0 (H)
UkraineUkraine Dnipro Dnipropetrowsk 2:2 1:0 (A) 1:2 (H)
2015/16 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde MontenegroMontenegro FK Rudar Pljevlja 1:0 0:0 (H) 1:0 (A)
3. Qualifikationsrunde SchottlandSchottland Celtic Glasgow 0:1 0:1 (A) 0:0 (H)
2015/16 UEFA Europa League Play-offs SchweizSchweiz BSC Young Boys 4:0 1:0 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase EnglandEngland Tottenham Hotspur 1:4 1:3 (A) 0:1 (H)
BelgienBelgien RSC Anderlecht 2:2 1:0 (H) 1:2 (A)
FrankreichFrankreich AS Monaco 1:2 0:1 (A) 1:1 (H)
2016/17 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde LuxemburgLuxemburg F91 Düdelingen 3:1 2:0 (H) 1:1 (A)
3. Qualifikationsrunde TschechienTschechien Viktoria Pilsen (a)1:1(a) 0:0 (A) 1:1 (H)
2016/17 UEFA Europa League Play-offs SchwedenSchweden IFK Göteborg 3:1 0:1 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase TschechienTschechien Slovan Liberec 2:5 2:2 (H) 0:3 (A)
ItalienItalien AC Florenz 2:7 1:5 (A) 1:2 (H)
GriechenlandGriechenland PAOK Thessaloniki 3:0 2:0 (H) 1:0 (A)
2017/18 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde GeorgienGeorgien FC Samtredia 6:0 5:0 (H) 1:0 (A)
3. Qualifikationsrunde MoldawienMoldawien Sheriff Tiraspol 2:1 0:0 (H) 2:1 (A)
Play-offs DanemarkDänemark FC Kopenhagen (a)2:2(a) 1:0 (H) 1:2 (A)
Gruppenphase EnglandEngland FC Chelsea -:- 0:6 (A) -:- (H)
SpanienSpanien Atlético Madrid -:- -:- (H) -:- (A)
ItalienItalien AS Rom -:- 1:2 (H) -:- (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 84 Spiele, 32 Siege, 22 Unentschieden, 30 Niederlagen, 86:99 Tore (Tordifferenz −13)

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1 Titel der Aserbaidschanischen SSR
2 inoffizieller Titel, die Meisterschaft wurde abgebrochen
3 Titel aufgrund von „Jugendpunkten“ für Leistungen der Jugendmannschaften

Kader der Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 6. Juli 2017[2]

Nr. Position Name
1 UkraineUkraine TW Anton Kanibolotskiy
2 AserbaidschanAserbaidschan AB Gara Garayev
5 AserbaidschanAserbaidschan AB Maksim Medvedev
7 AserbaidschanAserbaidschan MF Rahid Amirguliyev
8 SpanienSpanien MF Míchel
9 SudafrikaSüdafrika ST Dino Ndlovu
11 AserbaidschanAserbaidschan ST Mahir Madatov
12 AserbaidschanAserbaidschan TW Shahrudin Mahammadaliyev
13 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina TW Ibrahim Šehić
14 AserbaidschanAserbaidschan AB Rəşad Sadıqov ((C)Kapitän der Mannschaft)
20 AserbaidschanAserbaidschan MF Richard Almeida
21 AserbaidschanAserbaidschan AB Arif Dashdemirov
Nr. Position Name
22 AserbaidschanAserbaidschan MF Afran Ismayilov
25 AlbanienAlbanien AB Ansi Agolli
30 AserbaidschanAserbaidschan AB Abbas Huseynov
32 AserbaidschanAserbaidschan AB Elvin Yunuszade
44 AserbaidschanAserbaidschan ST Aghabala Ramazanov
52 PolenPolen AB Jakub Rzeźniczak
55 AserbaidschanAserbaidschan AB Badavi Guseynov
77 HaitiHaiti MF Wilde-Donald Guerrier
88 AserbaidschanAserbaidschan MF Elshan Abdullayev
91 AserbaidschanAserbaidschan MF Joshgun Diniyev
99 SpanienSpanien MF Dani Quintana

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fans rekrutieren sich einerseits aus Bewohnern des Rayons Agdam und andererseits aus in Aserbaidschan verstreut lebenden Flüchtlingen aus der armenisch besetzten Region.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://fcgarabagh.com/qarabagin-yeni-stadionu-r%C9%99sm%C9%99n-bu-tarixd%C9%99-acilacaq/
  2. First Team. In: qarabagh.com. FK Qarabağ Ağdam, abgerufen am 6. Juli 2017 (englisch).