Abdellah Taïa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abdellah Taïa (2013)

Abdellah Taïa (* 1973 in Salé) ist ein offen schwuler marokkanischer Schriftsteller, Journalist und Filmemacher, der seit 1999 im selbst gewählten Exil in Paris lebt.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Taïa wuchs als eines von neun Kindern in Salé auf. [1] Durch seinen Vater, Hausmeister an der Stadtbibliothek von Rabat, wurde er mit der Literatur bekannt gemacht. Als Teenager hatte Taïa seine ersten schwulen Erfahrungen, die ihn mit dem „Machismo“ in der marokkanischen Gesellschaft konfrontierten. Durch ein Studiensemester in Genf erhielt er 1998 die Gelegenheit, Marokko zu verlassen.

2006 bekannte er sich in einem Interview mit Tel Quel, einem marokkanischen Politmagazin, als erster marokkanischer Schriftsteller zu seiner Homosexualität, was zu massiven Anfeindungen in seinem Heimatland führte.[2] [3]

Taïas Bücher berichten nicht nur von seinem Leben als schwuler Mann in einer schwulenfeindlichen Umgebung, sondern reflektieren auf autobiografischem Hintergrund auch die gesellschaftlichen Erfahrungen der in den 1980er- und 1990er-Jahren in Marokko aufgewachsenen Generation.

Taïa arbeitet auch als Journalist, unter anderem für Le Monde.

Mit seinem Debütfilm "L' armée du salut", einer freien Adaption seines gleichnamigen Romans, hat sich Taïa im Herbst 2013 auf dem Festival von Venedig auch als Filmemacher vorgestellt [4] [5].

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2010: Prix de Flore für Le Jour du roi
  • 2014: Festival d'Angers: Grand Prix du Jury für L'armée du salut
  • 2014: Outfest Los Angeles: Special Programming Award for Artistic Achievement für L'armée du salut
  • 2014: Durban International Film Festival: Award for Best First Feature Film für L'armée du salut

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mon Maroc, Erzählung. Séguier 2000
  • Le rouge du Tarbouche, Roman. Séguier 2005
  • L'armée du salut, Roman. Seuil 2006
  • Maroc 1900–1960, un certain regard. Actes Sud 2007 (mit Frédéric Mitterrand)
  • Une mélancolie arabe, Roman. Seuil 2008
  • Lettres à un jeune marocain. Seuil 2009.
    • dt.: Briefe an einen jungen Marokkaner. Aus dem Französischen von einem Autorenkollektiv der Universität Wien unter der Leitung von Margret Millischer. Passagen Verlag, Wien 2013.
  • Le jour du Roi, Roman. Seuil, 2010
    • dt.: Der Tag des Königs, Roman. Aus dem Französischen von Andréas Riehle. Suhrkamp, Berlin 2012, ISBN 978-3-518-42295-3 [6]
  • Infidèles, Roman. Seuil, 2012.
  • Un pays pour mourir, Roman. Seuil, 2015.

Filme[Bearbeiten]

  • L'armée du salut, 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Qantara.de: „Der marokkanische Schriftsteller Abdellah Taïa – Melancholie und Einspruch“, 30. Juni 2008
  3. Deutschlandfunk: „Protest gegen Homosexuellen-Hatz“, 25. März 2008
  4. [2]
  5. [3]
  6. Der Tag des Königs“ auf perlentaucher.de (mit Leseprobe)