Abfangen

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Abfangen[1] bedeutet in der Jägersprache das Töten von krankem, angefahrenem oder angeschossenem Wild mit der Blankwaffe.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Abfangen ist immer dann notwendig, wenn der Gebrauch der Schusswaffe nicht möglich ist, etwa aus Sicherheitsgründen an öffentlichen Straßen, oder bei Wildfolgevereinbarung ohne Schusswaffe.

Art und Weise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sogenannte Blattfang wird bei Schalenwild mit einem geeigneten Jagdmesser, Nicker oder Hirschfänger angewendet. Dabei tritt der Jäger von hinten an das Wild heran und stößt die Klinge hinter dem Blatt in den Brustraum zum Herz. Der Blattfang kann auch von weniger Geübten sicher und tierschutzgerecht durchgeführt werden. Neben dem Blattfang kann noch der „Kälberfang“ durch den Stich von vorne in den Brustkorb mit gleichem Ergebnis wie beim Blattfang erfolgen.

Für Blattfang und Kälberfang wird bevorzugt ein zweischneidiges, sehr breites Messer verwendet. Die Spitze eines Abfangmessers sollte leicht gerundet, aber scharf sein, um sich nicht auf einem Knochen festzusetzen, die sogenannte „Knochengierigkeit“.

Daneben gibt es bei Rehwild das heute kaum noch übliche Abnicken, als Stich mit einem schmalen Messer (Nicker) durch das Hinterhauptloch, welches vorherige Übung an toten Rehen und Geschick voraussetzt, um tierschutzkonform zu sein.

Anderes Wild wie Fuchs, Marderartige, Waschbär, Marderhund werden üblicherweise durch Fangschuss in den Kopf getötet. Hase und Kaninchen werden durch einen kräftigen Schlag ins Genick mit einem Stock oder der Handkante abgeschlagen[2]. Die Folge ist der Bruch des dens axis mit Durchtrennung der Halswirbelsäule.

Verletztes Federwild wurde früher oft durch sogenanntes „Abfedern“ getötet: Eine ausgerissene Flügelfeder wurde dem Vogel mit dem Kiel voran in das Hinterhauptsloch gestochen. Diese Methode verbietet sich heute aus tierschutzrechtlichen Gründen[3]. Es hat sich durchgesetzt, Flugwild ebenfalls abzuschlagen oder durch Genickbruch zu töten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder S. 12
  2. Haseder S. 16, Stichwort: abschlagen
  3. Haseder S. 13, Stichwort: abfedern